Branchenmeldungen 07.09.2026

Vom Zahngold zum Schulabschluss – wie Edelmetallspenden Leben in Kenia verändern

DENTIST FOR AFRICA – Eine alte Goldkrone, eine ausgediente Brücke oder sogar Schmuck, der seit Jahren ungetragen in der Schublade liegt – was für viele Menschen kaum noch einen Wert hat, kann für Kinder und Familien in Kenia Gesundheit, Bildung und Zukunft bedeuten. Anlässlich des Internationalen Tages der Wohltätigkeit zeigt Dentists for Africa (DfA), wie aus der Spende von Zahngold oder Edelmetall konkrete Hilfe wird.

Vom Zahngold zum Schulabschluss – wie Edelmetallspenden Leben in Kenia verändern

Foto: Dentists for Africa

Gerade bei Zahngold beginnt die Entscheidung oft schon in der Zahnarztpraxis. Viele Patientinnen und Patienten haben sich bis zum Behandlungstermin noch gar keine Gedanken darüber gemacht, was mit einer entfernten Krone oder Brücke anschließend passieren soll. Nicht selten wird der Zahnersatz mit nach Hause genommen und bleibt dort liegen. Umso wichtiger ist es, dass möglichst viele Zahnarztpraxen auf die Möglichkeit der Edelmetallspende aufmerksam machen und ihren Patientinnen und Patienten diese unkomplizierte Form des Engagements überhaupt erst anbieten.

Genau auf diese Unterstützung ist die Hilfsorganisation Dentists for Africa angewiesen, um mobile Behandlungseinsätze, Schulprogramme und langfristige Bildungsförderung in Westkenia zu finanzieren. Jeder gespendete Ring, jede Goldkrone und jedes Stück Zahngold trägt dazu bei, dass aus einem scheinbar kleinen Materialwert konkrete Zukunftschancen entstehen.

Ein Kind bekommt sein Lächeln zurück

Wie konkret diese Unterstützung wirkt, zeigt die Geschichte von Briana. Sechs Jahre lang lebte das Mädchen mit einem Zahn, der nicht durchbrach. In der Schule wurde sie deshalb immer wieder ausgelacht. Erst bei einem Schulbesuch von Dentists for Africa erkannte das zahnmedizinische Team, dass ihr geholfen werden konnte. Da die Familie die vollständige Behandlung nicht finanzieren konnte, übernahm DfA die notwendigen Kosten für Untersuchung, Eingriff und Nachsorge.

Heute sagt Briana: „Jetzt habe ich endlich mein Lächeln zurück.“ Die Hänseleien haben aufgehört, ihr Selbstvertrauen ist gewachsen.

Aus Unterstützung wird Zukunft

Neben der medizinischen Hilfe schafft Dentists for Africa langfristige Perspektiven – wie bei Sharon.

Als ihre Mutter selbst noch zur Schule ging, wuchs Sharon bei ihrer Großmutter auf. Das Geld reichte kaum für den Alltag. Dank einer Patenschaft von Dentists for Africa konnte sie bereits ab 2004 die kostenpflichtige Vorschule besuchen. Als sich die finanzielle Situation der Familie weiter verschlechterte und selbst regelmäßige Mahlzeiten nicht mehr selbstverständlich waren, ermöglichte DfA ihr den Wechsel auf ein Internat. Damit waren Schulbesuch, Unterkunft und Verpflegung gesichert. Als ihre persönliche Patenschaft beendet war, hat DfA ihre Unterstützung aus eigenen Spendengeldern weitergeführt – und dazu gehören auch Erlöse aus Edelmetallspenden.

2026 schloss Sharon ihre Ausbildung zur Fashion Designerin erfolgreich ab und arbeitet heute fest angestellt in Nakuru (Kenia). Sie unterstützt inzwischen ihre Mutter und finanziert die Schulbildung ihres Sohnes. Aus einem Mädchen, das selbst Hilfe brauchte, wurde eine Frau, die heute Verantwortung für die nächste Generation übernimmt.

Wie aus Edelmetall konkrete Hilfe wird

Für Dr. Andreas Pathe, Zahnarzt im Ruhestand aus Neustadt (Orla), ist genau diese nachhaltige Wirkung der Grund, warum er sich seit vielen Jahren für die Edelmetallspenden von Dentists for Africa engagiert. Der Zahnarzt war mehrfach in Kenia im Einsatz und betreut heute ehrenamtlich Praxen, die Edelmetall sammeln möchten.

Bild von einem Quotenzeichen
„Hauptsächlich durch die Edelmetallspenden engagierter Praxen konnte sich unsere Organisation entwickeln und wachsen. Sie waren schon immer ein maßgeblicher Baustein für die Finanzierung unserer Projekte.“

Pathe betont, dass die Sammlung unkompliziert organisiert ist. Ob Zahngold, Kronen, Brücken oder andere Edelmetalle – mit Zustimmung der Patientinnen und Patienten können diese in der Praxis gespendet werden. Die Erlöse fließen direkt in die Projekte der Organisation. Dentists for Africa stellt den Praxen dafür Sammeldosen, Informationsmaterial und die benötigten Unterlagen zur Verfügung.

Pathe ist überzeugt: Viele Menschen denken erst im Behandlungsstuhl darüber nach, was mit einer entfernten Krone geschehen soll. Deshalb komme den Zahnarztpraxen eine Schlüsselrolle zu – sie machen Patientinnen und Patienten überhaupt erst auf diese unkomplizierte Form des Engagements aufmerksam.

Jede Sammelpraxis macht den Unterscheid

Wie einfach die Edelmetallsammlung funktioniert, zeigen die Erfahrungen zweier Zahnärzte.

Dr. Reinhard Bocker aus Jena, der selbst für DfA in Kenia im Einsatz war, spricht Patientinnen und Patienten direkt an, wenn alter Zahnersatz entfernt wird. Seine Erfahrung: Die Bereitschaft zu spenden ist vorhanden. Bereits nach weniger als einem Jahr konnte seine Praxis Ende 2024 rund 4.800 Euro aus Edelmetallspenden an Dentists for Africa übergeben.

Auch Dr. Christoph Herzog aus Königswinter (Rhein-Sieg-Kreis) kennt die Projekte aus eigener Erfahrung. Viermal war er selbst in Westkenia im Einsatz – zuletzt im April dieses Jahres. Was ihm an dieser Form der Unterstützung besonders gefällt, beschreibt Herzog sehr bildhaft: „Für mich ist das eine Spende aus dem Mund, in den Mund.“ Für ihn besteht der geringe organisatorische Aufwand im Wesentlichen darin, das gesammelte Material einmal im Jahr an Dentists for Africa zu schicken.

Aus einer kleinen Entscheidung entsteht große Wirkung

Ob eine ausgediente Goldkrone aus der Zahnarztpraxis oder eine vergessene Goldkette aus der Schublade – jede Edelmetallspende beginnt mit einer kleinen Entscheidung. Für Dentists for Africa sind genau diese Spenden eine wichtige Grundlage, um mobile Behandlungseinsätze, Bildungsförderung und langfristige Unterstützung wie von Briana und Sharon fortzuführen. Ihre Wirkung reicht weit über den Materialwert hinaus: Sie ermöglicht schmerzfreie Kindheit, neue Zukunftsperspektiven und nachhaltige Hilfe.

Für Dentists for Africa zählt deshalb jede weitere Praxis, die ihre Patientinnen und Patienten auf die Möglichkeit der Edelmetallspende aufmerksam macht. Was dafür nötig ist, stellt der Verein zur Verfügung: Informationsmaterial, Sammeldose und die notwendigen Unterlagen. Und manchmal beginnt eine Geschichte wie die von Briana oder Sharon tatsächlich mit einer alten Krone, die jemand nicht mehr braucht. Spenden kann Leben verändern – helfen Sie mit.

So einfach funktioniert die Edelmetallspende:

Teilnehmende Praxen schicken einmal im Jahr ihre gesammelten alten Restaurationen an DfA. Diese müssen nicht vollständig aus Edelmetall bestehen oder bereits von den Pfeilerzähnen abgetrennt sein. Die Spenden werden an das Unternehmen Kulzer übergeben, das die Metalle in einem speziellen Verfahren herausschmilzt. Der Gegenwert dieser gereinigten Edelmetalle wird dem Verein als Spende gutgeschrieben. Kulzer übernimmt die professionelle Scheidung der gesammelten Edelmetalle für Dentists for Africa kostenfrei. Da keine Scheidekosten vom Erlös abgezogen werden, steht dieser Betrag vollständig für die Arbeit von DfA zur Verfügung. Praxen erhalten für die gesammelten Patientenspenden ein Zertifikat. Private Einzelspender können auf Wunsch eine Spendenbescheinigung erhalten.

Wer als Zahnärztin oder Zahnarzt überlegt, Edelmetall für Dentists for Africa zu sammeln, kann sich direkt an Dr. Andreas Pathe wenden. Er berät Praxen ehrenamtlich, beantwortet Fragen zur Sammlung, unterstützt bei den ersten Schritten und versendet Informationsmaterial und Sammeldosen. Eine kurze E-Mail genügt. Dr. Andreas Pathe meldet sich persönlich zurück.

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