Branchenmeldungen 02.06.2026

Warum Zahnärztinnen und Zahnärzte heute ein Lächeln verdient haben



Am 2. Juni ist offiziell „Ich liebe meinen Zahnarzt“-Tag. Ja, den gibt es wirklich. Der Aktionstag stammt ursprünglich aus den USA und sollte vor allem dabei helfen, das Image der Zahnmedizin etwas aufzupolieren. Mehr Wertschätzung, weniger Angst vorm Zahnarztstuhl und vielleicht auch ein kleines bisschen Motivation, den Vorsorgetermin nicht schon wieder zu verschieben. Grundsätzlich keine schlechte Idee. Denn Hand aufs Herz: Die meisten Menschen freuen sich vermutlich nur bedingt auf den Satz „Wir müssten da mal was machen“.

Warum Zahnärztinnen und Zahnärzte heute ein Lächeln verdient haben

Foto: nazariykarkhut – stock.adobe.com

Und trotzdem wirkt der Aktionstag heute irgendwie leicht aus der Zeit gefallen. Nicht wegen der Zahnmedizin selbst, sondern wegen des Bildes dahinter. Während noch immer vom „Zahnarzt“ die Rede ist, hat sich der Beruf längst verändert. Die Zahnmedizin ist heute in vielen Bereichen weiblich geprägt. In Hörsälen dominieren seit Jahren Studentinnen, junge Praxisteams bestehen oft überwiegend aus Frauen und auch der Umgang mit Patientinnen und Patienten hat sich spürbar verändert.

Kommunikation, Prävention und langfristige Betreuung spielen heute eine deutlich größere Rolle als noch vor einigen Jahrzehnten. Gleichzeitig wächst der Druck im Praxisalltag. Fachkräftemangel, Bürokratie, wirtschaftliche Unsicherheit und immer höhere Erwartungen gehören inzwischen genauso zum Beruf wie Prophylaxe, 3D-Druck, KI und Füllungstherapie. Vielleicht müsste der Aktionstag deshalb heute eher „Respekt an alle, die zwischen Personalmangel, Bürokratie, Budgetdebatten, steigenden Kosten und gesundheitspolitischen Dauerbaustellen trotzdem jeden Tag Versorgung sichern“ heißen.  Wobei das auf einer Tasse vermutlich etwas sperrig aussehen würde.

Und bei aller Ironie steckt hinter dem Tag trotzdem ein richtiger Gedanke. Denn oft merkt man erst, welchen Stellenwert wohnortnahe zahnmedizinische Versorgung tatsächlich hat, wenn sie plötzlich fehlt. Gerade außerhalb großer Städte sind Zahnärztinnen und Zahnärzte für viele Menschen ein wichtiger Teil medizinischer Versorgung und manchmal auch eine der letzten konstanten Anlaufstellen vor Ort. Vielleicht ist der „Ich liebe meinen Zahnarzt“-Tag also gar nicht komplett überholt. Die Tasse bräuchte nur ein etwas moderneres Motiv.

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