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Branchenmeldungen 19.05.2014

Wissen, was die Zukunft bringt

Christin Bunn
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Wissen, was die Zukunft bringt

Unter dem Titel „Dentale Zukunft 3.0 – Impulse aus Wissenschaft und Praxis“ fand in Seeheim-Jugenheim vom 16. bis 17. Mai 2014 das erste Pluradent-Symposium statt. Es bot die Möglichkeit, sich über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien zu informieren und neueste Innovationen aus den vernetzten zahnmedizinischen und zahntechnischen Fachdisziplinen der modernen Zahnheilkunde zu erleben.

Das Fuhrwerk ausgefahren und die Triebwerke auf Höchstleistung – die 500 Zukunftsreisenden des Pluradent-Symposiums wurden nach der zweitägigen Veranstaltung im Lufthansa Training & Conference Center erfolgreich von Board verabschiedet, um sich nun bestmöglich auf der digitalen Startbahn zu platzieren. Neue Impulse, ein Mehr an Wissen und einen erweiterte Sicht auf das Thema digitaler Workflow waren dabei nur einige der Dinge, die im Zuge der in dieser Form erstmaligen Veranstaltung des Dentalfachhändlers Pluradent erlebbar gemacht wurden. Denn wie schon Pluradent-Vorstand Uwe Jerathe in seiner Eröffnungsrede betonte, komme es nicht allein auf die Zurverfügungstellung digitaler Geräte durch die Industrie an, sondern auch auf eine ideale Kommunikation dieser sowie den Transport von Funktionen und Leistungen über den Handel zum Endverbraucher, um eine bestmögliche Anwendbarkeit sicherzustellen.

Der Veranstalter bündelte dabei wissenschaftliche Vorträge eines hochkarätigen Referententeams mit einer dynamischen Dentalausstellung sowie einer Vielzahl an Zenitfenstern für Netzwerk und Austausch und ermöglichte mittels dieser Strukturierung, dass Impulse aus den Vorträgen unmittelbare Vertiefung fanden.

Was verbirgt sich unter dem Thema Dentale Zukunft 3.0? Wie sieht diese aus – und vor allem – wie lässt sich diese erfolgreich in Praxis und Labor implementieren? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das 10-köpfige Referententeam und gab Einblicke, in die jeweils individuelle Herangehensweise und Umsetzung der digitalen Technologien.

Boarding completed – ready for Take-Off

Bevor jedoch die Experten aus Zahnmedizin und -technik zu Wort kamen, nutzte Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx die Möglichkeit, um dem Publikum einen allgemeinen sowie branchenübergreifenden Einblick in Zukünftiges zu geben. Als Vordenker, Berater und Referent an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen verstand er es, die Gäste durch seine Worte zu begeistern und zeigte an Hand exemplarischer Beispiele evolutionärer Wandlungsprozesse auf, wie die Zukunft definierbar gemacht werden kann. 

Es folgte ein Vortrag von Prof. Dr. Dr. Nils-Claudius Gellrich, Direktor der Abteilung für MKG an der Medizinischen Hochschule Hannover, der dem Publikum viele digitale Aufnahmen aktueller Fallbeispiele präsentierte und dabei verdeutlichte, welche Möglichkeiten die neuen Technologien bieten. So sei die Diagnose oftmals einfacher und die Patienten Compliance eine viel größere, wenn das Ergebnis zuvor bereits veranschaulicht werden könne. Auch auf wirtschaftliche Vorteile ging Gellrich ein, denn durch eine genauere Befundung und Behandlungsplanung können Prozesse beschleunigt sowie Optionen für Fehler und Ungenauigkeiten von vornherein minimiert werden.

Impressionen der Veranstaltung

Es folgte ein Vortrag von Prof. Dr. Ralf Schulze unter dem Thema „Mehr sehen durch Röntgenstrahlung“, in welchem der Leiter der Röntgenabteilung der Poliklinik Mainz den Weg der Röntgendiagnostik vom Anbeginn bis hin zu jüngsten Entwicklungen zusammenfasste und Vor-, aber auch Nachteile der verschiedenen Techniken aufzeigte.

Anschließend war ausreichend Zeit für ein intensives sowie gleichermaßen persönliches Get-together in der Zukunftsausstellung, die sich im Foyer des Veranstaltungszentrums befand. Das persönliche Flair wurde nicht zuletzt durch die bewusst reduzierte Anzahl auf insgesamt 19 Aussteller sichergestellt und fungierte während beider Veranstaltungstage als Dreh- und Angelpunkt des kommunikativen Geschehens.

Bei bestem Wetter erfreuten sich die Gäste am Abend an einem Barbecue mit Blick über den idyllischen Odenwald, der in seiner Gesamtheit für Entschleunigung sorgte und das Symposium perfekt in die Rhein-Main-Neckar Region einbettete. Live-Musik, kulinarische Themenbuffets und perfekter Service rundeten den Abend ab und sorgten dafür, dass fachliche Fortbildung mit Wohlfühlambiente kombiniert wurde.

Prepared for Landing

Neun Vorträge, sieben Redner und eine abschließende Podiumsdiskussion – so gestaltet sich Tag zwei des Pluradent Symposiums 2014. Als erster Redner des Tages lenkte Dr. K. H. Bormann in seinem Vortrag „Dentale Volumentomographie – mehr als 3-dimensionale Diagnostik“ den Blick auf eine noch relativ junge Erweiterung der strahlenbasierten Diagnostik, die irrtümlich oft auf die solitäre 3-D-Diagnostik reduziert werde. Dreidimensionale Patientendaten seien über die Diagnostik hinaus die Basis von Therapieplanungen und dienen vernetzten Prozessen in unterschiedlichen Disziplinen innerhalb der Zahnheilkunde sowie in der Zahntechnik als Grundlage für die virtuelle Zahnersatzerstellung, Bohrschablonenherstellung etc. Damit bildete die Dentale Volumentomographie auch die Grundlage für bessere Qualität und reproduzierbare Qualitätskontrolle.

Über navigierte Implantatprothetik in der Zahntechnik wird viel geredet, über die Konsequenzen aber weniger. Über die Frage, wie sie die Arbeit und die Berufsbilder verändern werde, referierte deshalb ZTM Andreas Hoffmann. So verlange die Arbeit mit der neuen Technik in hohem Maße ein Dazulernen und einen Wandel eingeschliffener Arbeitsweisen, so sein Fazit.

Computergesteuerte Implantologie mithilfe von 3-D-Programmen wird immer häufiger angewandt. Kliniken, Praxen, Labore und Industrie arbeiten immer schneller zusammen und schaffen zunehmend eine gleichbleibende, gute Qualität. Anhand von Falldokumentationen werden komplexe Behandlungsabläufe sowie der Einsatz und die Anwendung digitaler Zahnmedizin bzw. das Zusammenspiel der prozessbeteiligten Partner dargestellt. Verschiedene Behandlungskonzepte mit navigierter und digitaler Zahntechnik werden dabei im Vordergrund stehen. Einer Analyse, wie es dabei aber mit den Schnittstellen aussieht, machte sich ZTM Ralph Riquier zur Aufgabe. So zeigte er sich mit den Möglichkeiten, die die Industrie gegenwärtig bietet, zufrieden, betonte aber auch, dass es eine universelle Lösung geben müsse, um den Workflow noch effizienter zu gestalten. 

Es folgten Vorträge von Dr. J.-F. Güth, Prof. Dr. Dietmar Segner und Dr. Andreas Bruderhofer, die allesamt eines verdeutlichten: Egal, ob Implantologie, MKG-Chirurgie, Kieferorthopädie oder Prothetik – die Möglichkeiten, die die neuen Technologien eröffnen, sollten von allen Praktikern in den Praxisworkflow integriert werden, da die Zukunft in ihrer digitalen Ausrichtung an noch mehr Stärke und Dynamik gewinnen wird, um die Disziplinen und Behandlungsmethoden noch effizienter zu gestalten.

Das Symposium endete mit einer Podiumsdiskussion, in der nochmals deutlich wurde, dass die digitale Zukunft keine Vision mehr ist, sondern bereits Gegenwart. Nun gelte es, je nach individuellem Bedürfnis zu selektieren, um den digitalen Workflow perfekt in Praxis- und Laborgeschehen zu implementieren.

Die Veranstaltung schloss am späten Samstagnachmittag, sodass sich die Teilnehmer bei strahlendem Sonnenschein auf die Reise machen konnten: auf die Rückreise nach Hause und vor allem auf die Hinreise in ein neues Zeitalter der zahnmedizinischen und zahntechnischen Fachgebiete. In den Gesichtern der Teilnehmer konnte man lesen, dass Pluradent mit diesen zwei Tagen eine beeindruckende Veranstaltung gelungen ist. Tschüss Odenwald – Hallo digitale Zukunft und sicherlich: auf ein Neues!

Foto: © OEMUS MEDIA AG
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