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Branchenmeldungen 07.05.2018

Young Scientists in Dentistry 2018: „Habt Mut zur Forschung!“

Young Scientists in Dentistry 2018: „Habt Mut zur Forschung!“

Bereits zum 14. Mal, davon das dritte Mal als gemeinsame Veranstaltung der Standorte Leipzig, Halle und Dresden, fand das traditionsreiche wissenschaftliche Symposium für Nachwuchswissenschaftler „Young Scientists in Dentistry“ in diesem Jahr wieder in Leipzig statt. Junge ForscherInnen stellten ihre wissenschaftlichen Beiträge am 4. und 5. Mai 2018 im Hörsaal der medizinischen Fakultät der  Universität Leipzig einem Publikum aus 120 jungen TeilnehmerInnen vor. Darüber hinaus berichtete Univ.-Prof. Dr. Elmar Hellwig (Freiburg) im Rahmen des Hauptvortrages über seinen Werdegang in der zahnerhaltenden Wissenschaft. 

 „Lernt Englisch und bekennt euch zur evidenzbasierten Forschung!“

Nach einer kurzen Begrüßung und einführenden Worten durch Univ.-Prof. Dr. Rainer Haak (Direktor Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie Leipzig) und Univ.-Prof. Dr. Holger A. Jakstat (Studiendekan Zahnmedizin Leipzig) startete das Vortragsprogramm des diesjährigen Symposiums für Nachwuchswissenschaftler mit Keynote-Speaker Univ.-Prof. Dr. Elmar Hellwig. „Es sei“, so Univ.-Prof. Hellwig, „in der Vorbereitung sein spannendster Vortrag seit Jahren gewesen.“ Nicht nur in Bezug auf das Sichten alter Fotografien und Unterlagen, sondern auch auf das, was sich im Ganzen durch den Rückblick aufgezeigt habe – das eigene Leben in Auf- und manchmal auch Abwärtsbewegungen. Denn private als auch beruflich-wissenschaftliche Stationen sind selten auf einer einzigen (Erfolgs-)Geraden; den Plänen und Vorhaben auf der einen Seite steht oftmals die Realität auf der anderen Seite gegenüber. Und genau dieser Diskrepanz ging Univ.-Prof. Hellwig ehrlich, offen und charmant in seinem Vortrag unter der Headline „Karriere im Spannungsfeld zwischen Euphorie und Frustrationstoleranz“ nach. Denn was nützt dem Nachwuchs ein Bild voller Titel und Trophäen? Was letztlich inspiriert, sind die Leistungen, die geschafft wurden, trotz Widerstand und Zweifel.

Doch was macht man an genau diesen Knackpunkten, wo sich Gewolltes mit Möglichem reibt? Univ.-Prof. Hellwig verriet in Leipzig seine Strategien: Er habe sich immer wieder auf die eigenen Aufgaben konzentriert, weiterverfolgt, was er sich vorgenommen hatte und habe gegebenenfalls den Standort gewechselt. Unterm Strich zählen, so vermittelte es Univ.-Prof. Hellwig im Leipziger Hörsaal, Konzentration wie Bewegung und das Entwickeln eigener Sichtweisen (evidenzbasiertes versus eminenzbasiertes Arbeiten). Gleichzeitig habe er von Anfang an genetzwerkt und sich so einen Kreis an unmittelbaren sowie mittelbaren Kontakten geschaffen, die ihn sowohl persönlich wie beruflich weitergebracht haben. „Nehmen Sie sich wahr und prägen Sie sich die Gesichter ein, ob hier im Hörsaal oder bei nationalen wie internationalen Veranstaltungen. Denn Sie werden sich sehr wahrscheinlich wieder begegnen, an verschiedenen Etappen in Ihrer beruflichen Laufbahn.“

Ebenso zähle es, immer wieder nach links und rechts zu schauen, um Kraft und Inspiration aus Dingen zu gewinnen, die nicht in direktem Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Arbeit stehen. Hier spielten für Univ.-Prof. Hellwig vor allem die Familie mit Kindern, der aktive Fußball auf Kreisligaebene und, zumindest zu Beginn seiner Laufbahn, auch politische Aktionen eine zentrale Rolle.

Und welchen Rat, wenn nur einen einzigen, möchte Univ.-Prof. Hellwig an das Nachwuchspublikum weitergeben? Ganz klar: „Lernt Englisch! Denn aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass es mich doch wissenschaftlich behindert hat, kein Englisch (auf dem notwendigen Niveau) zu können.“ Zudem rief Univ.-Prof. Hellwig abschließend auf: „Und habt Mut, Lehre und Forschung zu betreiben und euch dazu zu bekennen, auch wenn es streckenweise – durch oftmals befristete Stellen – ein unsicherer Werdegang ist. Es lohnt sich!“

Präsentation eingereichter Forschungsarbeiten

Der Keynote folgten zwei Blöcke von jeweils vier Kurzvorträgen junger NachwuchswissenschaftlerInnen aus Dresden, Leipzig und Halle zu aktuellen Forschungsarbeiten.

Die Referatsthemen im ersten Block reichten von „Strukturelle Bildgebung der Zahnhartsubstanz mit optischer Kohärenztomografie in vitro und in vivo“ (Florian Tetschke, Dresden), über „Die Qualität von Wurzelkanalbehandlungen in der studentischen Ausbildung – eine Datenbankanalyse“ (Birte Reichert, Leipzig)  sowie „Kennwerte von humanem und bovinem Wurzeldentin im Vergleich“ (Romy Bernhard, Dresden) bis hin zu „Randdichtigkeitsverhalten von Pro Root™ MTA, Biodentine™, Ketac fil™ Plus Aplicap™ und Super-EBA™ an Wurzeldentin in verschiedenen retrograden Kavitäten; eine In-vitro-Studie“ (Henk Fichtel, Leipzig). Im zweiten Block zeigte sich die thematische Forschungsbreite über vier weitere Arbeiten unter den Titeln „Stresshormone und parodontaler Gesundheitszustand bei Jugendlichen – Ergebnisse der LIFE Child Studie“ (Pia Strecker, Leipzig), „Einfluss verschiedener experimenteller Fluoridspüllösungen auf die erosionsprotektiven Eigenschaften der Pellikel – eine In-situ-Studie“ (Eric Buschbeck, Dresden), „Beurteilung der Effektivität der Philips Sonicare AirFloss bezüglich der Plaque- und Entzündungsreduktion“ (Eileen Prütz, Halle) sowie „Einfluss einmaliger Instruktionen auf die Effektivität von Hand- und elektrischen Zahnbürsten bei mundgesunden jungen Erwachsenen“ (Katharina Kiehl, Leipzig).

Young Scientist Award

Alle gehaltenen Beiträge gingen ins Rennen um den Young Scientist Award, der während des anschließenden Get-togethers am Freitagabend feierlich verliehen wurde. Die freudigen Gewinner der diesjährigen Award-Vergabe sind: Eric Buschbeck (Platz 1), Katharina Kiel (ebenso Platz 1) und Eileen Prütz (Platz 3).

Fazit

Dem wissenschaftlichen Programm folgten am zweiten Veranstaltungstag Workshops zu Fragestellungen der „Promotion – ein wissenschaftliches Projekt“. Die Workshops wurden durch die Dozenten Prof. Dr. Christian Gernhardt, Univ.-Prof. Dr. Rainer Haak, Univ.-Prof. Dr. Christian Hannig, Dr. A. Kensche, Dr. J. Kirsch und Priv.-Doz. Dr. Felix Krause betreut.

Das zweitägige Symposium, das sich zu einer festen Veranstaltungsgröße im mitteldeutschen Raum etabliert hat, bot, wie schon in den vorangegangenen Jahren, erneut die einmalige Möglichkeit zum Fachsimpeln und intensivem wissenschaftlichen Austausch zwischen Studenten, jungen Absolventen und Dozenten der Zahnmedizin und zeigte dabei gleichzeitig ein überaus hohes Niveau der aktuellen Forschung. Das beste Fazit aber kommt aus den eigenen Reihen – wie Henk Fichtel seiner Präsentation voranstellte: „Im letzten Jahr war ich beim Symposium noch als Zuhörer dabei, in diesem Jahr stelle ich meine eigene Arbeit vor. Das ist schon eine coole Sache!“

Foto: OEMUS MEDIA AG
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