Branchenmeldungen 24.11.2025
Zahnstatus in der Schweizer Bevölkerung
Die Befragten berichteten überwiegend positive Mundhygienegewohnheiten: 86 Prozent putzten mindestens zweimal täglich die Zähne, und knapp 80 Prozent gaben an, regelmässig zahnärztliche Kontrollen wahrzunehmen. Dennoch zeigte sich bei rund einem Drittel ein Approximal-Plaque-Index von über 50 Prozent. Dieser Befund unterstreicht die bekannte Diskrepanz zwischen subjektiv wahrgenommener und objektiv gemessener Plaquekontrolle und bestätigt die Notwendigkeit intensiverer Instruktion und Überwachung der Interdentalreinigung – insbesondere bei älteren Patienten.
Besonders hervorzuheben ist der deutliche Zusammenhang zwischen höherem Alter und dem Auftreten aktiver Karies sowie parodontaler Erkrankungen. Personen ab 65 Jahren wiesen ein signifikant erhöhtes Risiko für ICDAS-4–6-Läsionen oder PSI-3–4-Befunde auf. Dieses Risiko blieb auch in der Gruppe der über 75-Jährigen auf erhöhtem Niveau. Ein weiterer starker Prädiktor war Gingivalblutung, die als klinisches Warnsignal für ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko für Karies oder Parodontitis identifiziert wurde.
Für Zahnärzte ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Prävention im höheren Lebensalter muss konsequent, strukturiert und individualisiert erfolgen. Dazu gehören ein engmaschiges Recall-System, regelmässige professionelle Zahnreinigungen, gezielte Schulung zur Interdentalpflege und eine frühzeitige Erkennung von Blutungszeichen. Die Studie zeigt deutlich, dass gute Mundhygieneangaben alleine keinen zuverlässigen Schutz vor oralen Erkrankungen darstellen. Entscheidend sind kontinuierliche Betreuung, objektive Befunde und patientenangepasste Präventionsstrategien.
Quelle: Schweizerische Gesellschaft für Parodontologie SSP