Branchenmeldungen 27.04.2026
Die Gesundheitskosten stiegen 2024 in der Schweiz um 4,1%
Zwei Drittel der Kosten des Gesundheitswesens entfielen 2024 auf Pflege- und Hilfeleistungen. Sie werden hauptsächlich von Spitälern, Arztpraxen und sozialmedizinischen Institutionen erbracht und nahmen zwischen 2023 und 2024 um 4,4% zu. Haupttreiber für diesen Anstieg waren die stationäre Kurativpflege (+6,6%) und die Langzeitpflege (+5,9%). Bei der ambulanten Kurativpflege sowie der Rehabilitation fiel das Kostenwachstum mit +1,6% bzw. +1,9% moderater aus.
Weniger Ausgaben für Prävention, mehr für Medikamente
2024 sanken die Ausgaben für Prävention gegenüber 2023 um 15,8% und erreichten damit das Vor-Corona-Niveau. Für Medikamente, therapeutische Apparate und Verbrauchsmaterial wurden hingegen 6,3% mehr ausgegeben als im Vorjahr. Die Verwaltungskosten des Gesundheitswesens, die hauptsächlich auf den administrativen Aufwand von Staat (+9,9 %), Sozialversicherungen (+0,7%) und privaten Versicherungen (−1,2%) entfallen, sind insgesamt um 2,0% gestiegen.
Kostenanstieg im Detailhandel um 8,7%
Die Spitäler waren 2024 mit 36,2% der Gesamtkosten die wichtigsten Leistungserbringer. Ihre Kosten erhöhten sich zwischen 2023 und 2024 um 3,3% und damit etwas weniger stark als jene der Arztpraxen (+3,6%). Bei den sozialmedizinischen Institutionen fiel das Kostenwachstum mit +4,4% gegenüber dem Vorjahr hingegen deutlicher aus. Auch im Detailhandel, der im Wesentlichen Apotheken umfasst, stiegen die Kosten markant (+8,7%). Demgegenüber sanken die Kosten für die vom Staat erbrachten Leistungen aufgrund der rückläufigen Präventionsausgaben im Jahr 2024 gegenüber 2023 um 9,4%.
Grosse kantonale Unterschiede
2024 beliefen sich die Gesundheitskosten schweizweit auf 10 792 Franken pro Kopf. Am höchsten waren sie im Kanton Basel-Stadt mit 13 709 Franken pro Kopf. Am anderen Ende der Rangliste lag der Kanton Uri. Dort fielen die Kosten mit 8671 Franken pro Kopf 37% tiefer aus als in Basel-Stadt. Auch bei den erbrachten Leistungen zeigen sich kantonale Unterschiede. Der Kostenanteil für ambulante Leistungen variierte beispielsweise zwischen 53,0% im Kanton Genf und 36,9% im Kanton Uri.
Die Haushalte tragen den Grossteil der Gesundheitskosten
Die Privathaushalte sind der wichtigste Finanzierungsträger des Gesundheitswesens. 2024 bezahlten sie 21,3% der Gesundheitskosten aus der eigenen Tasche und 40,7% in Form von indirekten Beiträgen, hauptsächlich über die Krankenversicherungsprämien. Der Restbetrag (31,3%) wurde weitgehend von der öffentlichen Hand, namentlich von den Kantonen, übernommen. Die Gesundheitsausgaben der Haushalte stiegen zwischen 2023 und 2024 um 5,8% an, jene des Staates um 5,7%. Die Sozialversicherungsbeiträge der Unternehmen verringerten sich hingegen um 3,1%.