Branchenmeldungen 15.10.2008

Zahnverlust kann Risiko einer Nierenerkrankung erhöhen

Zahnverlust kann Risiko einer Nierenerkrankung erhöhen

Foto: © Shutterstock.com

Die im Journal of Periodontology veröffentlichte Studie zeigt, dass Auswirkungen unbehandelter Parodontitis bei Erwachsenen mit chronischem Nierenleiden verbunden sein können.

Chicago – Laut der amerikanischen Stiftung „National Kidney Foundation“ erkrankt einer von neun Amerikanern an chronischem Nierenleiden und Millionen mehr sind gefährdet. Die schwächende Erkrankung kann sowohl den Blutdruck als auch die Knochengesundheit beeinflussen sowie zu Herzerkrankungen und letztendlich zu Nierenversagen führen. Eine kürzlich durchgeführte Studie, veröffentlicht im „Journal of Periodontology“, der offiziellen Publikation der American Academy of Periodontology, legt nahe, dass zahnlose Erwachsene eher gefährdet sein können als Erwachsene mit Zähnen. In der Studie unter Leitung der Case Western Reserve University wurde festgestellt, dass Zahnlosigkeit eindeutig mit Nierenleiden verbunden ist. Es hat sich herausgestellt, dass Mundpflege bei der Reduzierung chronischer Nierenerkrankungen eine Rolle spielen kann.

Die Studie prüfte die Nierenfunktion, Indikatoren für Parodontitis und die Zahnsituation von 4.053 Erwachsenen ab 40 Jahren. Nach Abgleichung der erkannten Risikofaktoren für chronische Nierenerkrankungen wie Alter, Herkunft und Rauchverhalten ergaben die Befunde, dass Studienteilnehmer, die alle Zähne verloren hatten, mit höherer Wahrscheinlichkeit chronische Nierenerkrankungen aufwiesen als Patienten, die ihre natürliches Gebiss noch besaßen.

„Der Grund für die Untersuchung zahnloser Erwachsener liegt darin, die Langzeitfolgen von parodontalen Erkrankungen in Bezug auf chronische Nierenleiden zu beobachten“, stellt die Urheberin der Studie, Monica Fisher, fest. „Parodontitis ist die Hauptursache für Zahnverlust bei Erwachsenen. Darum wird Zahnlosigkeit bei den Studienteilnehmern als Indikator für vorangegangene Parodontitis angesehen.“

Bei weiteren notwendigen Forschungen zum vollständigen Verstehen, warum Zahnverlust mit einem häufigeren Auftreten chronischen Nierenleidens in Verbindung steht, könnte das destruktive Wesen chronischer Entzündungen eine Rolle spielen. Sowohl die Parodontitis als auch das chronische Nierenleiden sind entzündliche Erkrankungen. Vorangegangene Forschungen haben gezeigt, dass Entzündungen die bedeutendste Verbindung zwischen diesen Erkrankungen ist. Da unbehandelte Parodontitis letzten Endes zu Zahnverlust führen kann, können zahnlose Patienten chronischen Entzündungen im Mund ausgesetzt gewesen sein.

Laut David Cochran, Präsident der American Academy of Periodontology sowie Professor und Vorstand der Abteilung für Parodontologie am Zentrum für Gesundheitswissenschaften der University of Texas in San Antonio, kann die Behandlung von Parodontitis viel mehr bewirken, als nur die Gesundheit der Zähne aufrecht zu erhalten. „Forscher wussten längst, dass Zahnfleischerkrankungen mit anderen gesundheitlichen Problemen in Zusammenhang stehen. Nun können wir davon ausgehen, dass chronisches Nierenleiden eines davon ist. Es ist erstaunlich, dass bei der Kontrolle von Parodontitis und somit beim Erhalt der natürlichen Dentition das Auftreten und die Ausbreitung von chronischen Nierenerkrankungen reduziert werden können.“

Parodontologen empfehlen regelmäßiges Zähneputzen, Pflege mit Zahnseide und Routineuntersuchungen beim Zahnarzt zur umfassenden Sicherstellung der Mundgesundheit. Bei auftretenden Zahnfleischerkrankungen kann ein auf Parodontologie spezialisierter Zahnarzt eine geeignete Behandlung veranlassen.

Quelle: Pressemitteilung der American Academy of Periodontology, 15.10.2008


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