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Wissenschaft und Forschung 19.06.2018

Einsatz des Ultraschall-Scalings: Vorsicht bei Vorschäden

Einsatz des Ultraschall-Scalings: Vorsicht bei Vorschäden

Die professionelle Zahnreinigung hat sich zur Unterstützung der Mundgesundheit sowie als wichtige Prophylaxemaßnahme in der Zahnarztpraxis etabliert. Das dabei angewandte Ultraschall-Scaling zur Zahnsteinentfernung und dessen Einfluss auf den Zahnschmelz wurden nun in einer Studie analysiert.

Die mechanische supra- und subgingivale Plaque- und Zahnsteinentfernung ist elementarer Bestandteil der PZR. Hier kommen in der Regel Schall- und Ultraschall-Scaler zur Anwendung, die mithilfe hochfrequent schwingender Arbeitsspitzen Beläge durch hämmernd-klopfende Bewegungen entfernen. Ihre Effizienz bei der Zahnsteinentfernung konnte mehrfach in klinischen Studien belegt werden.

Forscher der Gachon University Graduate School of Public Health haben nun mögliche Negativeffekte des Verfahrens auf den Zahnschmelz untersucht. Glaubt man ihren Ergebnissen, scheint das Ultraschall-Scaling unter bestimmten Voraussetzungen Schäden anrichten zu können. Die im International Journal of Dental Hygiene veröffentlichte Studie ordnete zunächst 120 Zahnoberflächen hinsichtlich ihres Zahnschmelzzustandes folgenden vier Gruppen zu: gesunder Zahnschmelz, Schmelzrisse, Initialkaries und Restaurationen mit Kompositen. Nach einem für alle Gruppen standardisierten Ultraschall-Scaling wurde die Tiefe der Schäden analysiert.

Das koreanische Team stellte bei allen vier Gruppen Schmelzschäden fest. Am Zahnschmelz mit Rissen richtete das Verfahren die größten Schäden an (37,63 ± 34,42 μm). Zudem zeigte sich in dieser sowie in der Gruppe mit Restaurationen eine signifikante Zahnschmelzabnahme.

Auf Basis ihrer Ergebnisse empfehlen die Forscher, Ultraschall-Scalings nicht beliebig anzuwenden, sondern zuvor eingehende Bestandsaufnahmen der Zahnzustände durchzuführen.

Foto: Microgen – stock.adobe.com
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