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Wissenschaft und Forschung 13.07.2020

Häufiges Zähneputzen als Schutzmaßnahme vor Diabetes?

Häufiges Zähneputzen als Schutzmaßnahme vor Diabetes?

Eine gute Mundhygiene schützt nicht nur vor Karies oder Parodontitis, sondern auch vor einer Vielzahl anderer Erkrankungen. Auch Diabetes soll dazugehören, wie den Ergebnissen einer aktuellen südkoreanischen Studie zu entnehmen ist.

Mundhygiene beeinflusst weit mehr als „nur“ die Zahngesundheit, das haben Forschungen bereits vielfach ans Tageslicht gebracht: Von Lungenentzündungen über Schlaganfälle bis hin zu Herz- und Kreislauferkrankungen. Dass damit auch Auswirkungen auf das Diabetesrisiko einhergehen, konnte ein Team des Ewha Womans University College of Medicine, Seoul, Südkorea, zeigen.

Basis ihrer Untersuchung bildeten die Daten der staatlichen Krankenversicherung, die alle zwei Jahre Vorsorgeuntersuchungen inklusive der Zahngesundheit in der Bevölkerung anordnet – insgesamt rund 188.000 Teilnehmer. Ungefähr jeder Sechste litt unter Parodontitis, innerhalb von zehn Jahren entwickelten mehr als 31.000 Teilnehmer Diabetes.

Wie andere zuvor, konnte auch diese Studie einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Diabetes herstellen. Neu war allerdings, dass ein häufiges Zähneputzen (dreimal täglich oder mehr) mit einem um acht Prozent geringeren Diabetesrisiko verbunden war. Bei Erwachsenen unter 51 Jahren war die präventive Wirkung deutlich stärker ausgeprägt: zweimal täglich Zähneputzen senkte das Risiko um zehn Prozent, dreimal täglich und mehr sogar um 14 Prozent. Bei der Gruppe ab 52-Jähriger zeigten sich nur geringe Effekte.

Auch zwischen den Geschlechtern gab es Unterschiede: Bei Frauen verringerte sich das Risiko durch drei- oder mehrmaliges Putzen um 15 Prozent, bei Männern hingegen nur um fünf Prozent.

Die Studie ist im Diabetologia, der Zeitschrift der Europäischen Vereinigung für die Untersuchung von Diabetes (EASD), erschienen.

Foto Teaserbild: New Africa – stock.adobe.com

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