Branchenmeldungen 12.03.2026
Teilzeit ist keine Frage des „Lifestyles“
Auch das Randstad Arbeitsbarometer 2026 zeigt jedoch, dass Teilzeit nur wenig mit dem vermeintlichen „Lifestyle“ der Arbeitnehmer:innen zu tun hat.
Teilzeit steht nicht hoch im Kurs
Auf die Frage, in welcher Beschäftigungsform sie arbeiten, gaben 24 % der deutschen Umfrage-Teilnehmer an, eine Teilzeitstelle zu haben. Geht es um ihr Ideal – also darum, wie sie am liebsten arbeiten würden –, möchten dies allerdings nur 16 % tun. Und dies gilt gleichermaßen für Männer (15 % vs. 10 %) und Frauen (34 % vs. 22 %) und über Generationen hinweg. 20 % der Gen Z zum Beispiel sind in Teilzeit beschäftigt, für ihre ideale Beschäftigungsform halten dies nur 13 %.
Wachsender Beliebtheit erfreuen sich dagegen sowohl Selbstständigkeit als auch Vollzeitstellen mit einer zusätzlichen Nebenbeschäftigung. Heute sind zwar erst 5 % der Befragten selbstständig, perspektivisch wären es aber doppelt so viele (10 %). Das zeigt sich auch bei anderen Modellen: Nur 3 % der Vollzeitbeschäftigten haben aktuell einen Nebenjob, aber 12 % würden dieses Modell gern leben.
Arbeitnehmende sind bereit für Leistung und Engagement
Die Gelegenheit, einen persönlichen Unterschied am Arbeitsplatz zu machen, wird von 49 % der Befragten als wichtiger oder sehr wichtiger Teil ihres Berufslebens eingestuft. Für 45 % ist außerdem das Thema Innovation wichtig oder sehr wichtig, während 43 % ihrer Karriereentwicklung und ihren Beförderungsgelegenheiten eine hohe Bedeutung beimessen.
Work-Life-Balance in vielen Fällen schon gewährleistet
Außerdem ist vielen Fällen eine Balance zwischen Privat- und Berufsleben bereits gewährleistet. 74 % aller Beschäftigten hierzulande meinen, ihre aktuelle Position und der aktuelle Arbeitgeber böten ihnen eine gute Work-Life-Balance. Das ist sogar mehr als der Anteil derjenigen, die Work-Life-Balance als eine Priorität in ihrem Berufsleben sehen (63 %).
„Im Hinblick auf Lebensführung kommen viele Unternehmen ihren Beschäftigten schon entgegen. Mitarbeitende müssen oft gar keine Abstriche machen, um Privates und Beruf zu vereinen. Dadurch wird klar, dass vor allem die Politik in der Pflicht ist, für bessere Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt zu sorgen – damit Vollzeit-Arbeit und Leistung für alle Beschäftigten, die sie wünschen, überhaupt möglich ist und es sich für sie lohnt“, meint Verena Menne.