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Wissenschaft und Forschung 17.05.2018

Laser statt Schmerzmittel bei KFO-Behandlungen?

Laser statt Schmerzmittel bei KFO-Behandlungen?

Zur Linderung auftretender Schmerzen, die gegebenenfalls bei einer kieferorthopädischen Behandlungen auftreten können, sind Schmerzmittel eine Option. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen suchen Forscher weiterhin nach ähnlich wirkungsvollen Mitteln. Ist die Lasertherapie hierfür eine geeignete Alternative?

Schmerzen, die bei kieferorthopädischen Behandlungen, beispielsweise bei einem Bogenwechsel im Rahmen von Multibandbehandlungen, auftreten können, sind für Patienten unangenehm. Mitunter werden Schmerzmittel bei kieferchirurgisch-kieferorthopädischen Kombinationstherapien oder bei Fällen mit skelettaler Verankerung verwendet, die erwiesenermaßen alle gleich wirksam sind (ZWP online berichtete). Allerdings sind mögliche Nebenwirkungen und Allergien nicht unkritisch. Zudem gibt es erste Hinweise, dass sich NSAIDs (non-steroidal anti-inflammatory drugs) wie Ibuprofen – wenn auch minimal – negativ auf die Zahnbewegung auswirken, wie Students 4 Best Evidence berichtet. So hat das Hemmen der Prostaglandinesynthese, der Botenstoffe bei der Schmerzentstehung, Einfluss auf die Knochenresorption.

Eine potenzielle Alternative zur medikamentösen Schmerzbehandlung scheint die Low-Level-Laser-Therapie (LLLT) darzustellen, deren Wirksamkeit bereits in verschiedenen Studien analysiert wurde. Alle Untersuchungen zeigen, dass LLLT zur Schmerzlinderung bei kieferorthopädischen Behandlungen beiträgt. Forscher der Universidade Luterana do Brasil (ULBRA) gelang es, mit einer AIGaAs-Diode schmerzlindernde Effekte zu evaluieren. Auch eine chilenische Studie der Universidad de La Frontera konnte die Reduzierung von spontanen und Kauschmerzen nach 24 und 72 Stunden nachweisen.

Weniger eindeutig fielen die Ergebnisse einer Analyse verschiedener medikamentfreier Methoden aus, die im Cochrane Oral Health veröffentlicht wurde. Bei der Behandlung von 118 Patienten mit LLLT wurde zwar eine Reduzierung der Schmerzen festgestellt, die Ergebnisse waren jedoch sehr schwach ausgeprägt.

Die Studien verdeutlichten aber, dass Lasertyp, Wellenlänge wie auch Intensität der Behandlung wichtige Einflussfaktoren bei der Wirksamkeit der LLLT sind. Weitere Untersuchungen werden demnach nötig sein, bevor sich LLLT als alternative Methode etablieren kann – darüber sind sich alle Forscher einig.

Foto: nuzza11 – stock.adobe.com
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