Wissenschaft und Forschung 29.01.2026
Mundbakterium fördert Wachstum von Magentumoren
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Im Zentrum der Untersuchung steht Methionin, eine für den menschlichen Körper essenzielle Aminosäure. Das Forschungsteam analysierte Stuhlproben von Magenkrebspatienten, führte Zellkulturexperimente durch und arbeitete mit Tiermodellen. Dabei zeigte sich, dass bei Patienten mit hoher Streptococcus-anginosus-Belastung vermehrt bakterielle Stoffwechselwege zur Methionin-Bildung aktiv waren.
Streptococcus anginosus förderte das Tumorwachstum in Zellkulturen und bei Mäusen allerdings nur dann, wenn die Bakterien Methionin produzieren konnten. Wurde die Methionin-Synthese gezielt unterbunden, verlor das Bakterium seinen tumorfördernden Effekt. Eine Rolle spielte dabei das bakterielle Gen metE, das für die Methionin-Biosynthese notwendig ist.
Offenbar stellt das von den Bakterien gebildete Methionin den Tumorzellen zusätzliche Ressourcen zur Verfügung und unterstützt so das Krebswachstum, resümieren die Autoren. Einsehen kann man die Daten in der Fachzeitschrift Gut.