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Wissenschaft und Forschung 17.04.2019

Parodontitis: Studie stellt Wirksamkeit von PZR infrage

Parodontitis: Studie stellt Wirksamkeit von PZR infrage

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) gilt unter anderem als geeignete Prophylaxemaßnahme, um Entzündungen am Zahnfleisch vorzubeugen. Eine aktuelle Untersuchung hat sich genau diesen Präventionsansatz näher angeschaut und stellt nun die Wirksamkeit infrage.

Die PZR hat sich in vielen Zahnarztpraxen als wichtiges Prophylaxeinstrument etabliert. Wie eine aktuelle Umfrage gezeigt hat, nehmen viele Patienten das freiwillige Angebot wahr. So unterstützen rund 61 Prozent der Deutschen ihre Mundhygiene mit einem jährlichen PZR-Termin (ZWP online berichtete).

Die Studienlage über nachhaltige, positive Effekte von PZR ist bisher allerdings recht dünn. Eine Studie aus dem Cochrane Oral Health sollte dies ändern und prüfte, inwiefern professionelle Zahnreinigungen neben kosmetischen Aspekten auch Schutz vor Zahnfleischerkrankungen bringen – mit ernüchternden Ergebnissen.

Die Forscher zogen insgesamt Daten von 1.711 Erwachsenen aus Großbritannien heran, die keinerlei Anzeichen einer Zahnfleischentzündung aufwiesen. Diese wurden in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren untersucht. Ein Teil erschien in sechs- bzw. zwölfmonatigem Rhythmus regelmäßig zur Zahnreinigung, die Kontrollgruppe erhielt im gesamten Zeitraum keine PZR. Die Wissenschaftler konnten zwischen den Gruppen nur sehr schwache bis gar keine Unterschiede ausmachen. Lediglich der Anteil von Zahnstein war in der PZR-Gruppe minimal kleiner. Werte wie Sondierungstiefe wiesen hingegen keine Unterschiede auf.

Das Team empfiehlt daher im nächsten Schritt, Studien zur Wirksamkeit von PZR mit Patienten durchzuführen, die bereits unter Zahnfleischentzündungen leiden.

Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine objektive Berichterstattung. Die Studie kann hier eingesehen werden.

Foto: alexisdc – stock.adobe.com

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