Wissenschaft und Forschung 04.10.2021

Die Rolle der Implantatoberfläche für die Osseointegration

Die Rolle der Implantatoberfläche für die Osseointegration

Foto: Andreas – stock.adobe.com

Neue Studie beschäftigt sich mit der Adsorption oraler Proteine an der chemisch modifizierten Oberfläche von Implantaten.

Forscher der Universität Buffalo und der Universität Regensburg haben herausgefunden, dass die Oberfläche von zahnmedizinischen Implantaten eine entscheidende Rolle bei der Adsorption von Proteinen in der Mundhöhle und der Besiedlung durch unerwünschte Mikroorganismen spielt. 

Nach dem Einsetzen der Zahnimplantate in den Mund werden sie sofort von Speichel und Blutplasma umhüllt. Aus diesen Flüssigkeiten adsorbieren die Implantate eine dünne Schicht von Proteinen. Diese Schicht würde das Anhaften von Zahnfleischgewebe begünstigen und unerwünschten Mikroorganismen das Wachstum auf der Implantatoberfläche ermöglichen. 

Neue Studie widerlegt frühere Ergebnisse

Die von Jutta Lehnfeld und Kollegen durchgeführten Forschungsarbeiten trugen daher zum besseren Verständnis dieses komplexen biologischen Prozesses bei, indem sie die Zusammensetzung der Proteinschicht untersuchten und die Kontrollfaktoren durch chemische Modifizierung der Biomaterialoberfläche bestimmten. Die Forscher fanden heraus, dass die Oberfläche des Biomaterials einen direkten Einfluss auf die Adsorption von Proteinen aus dem Speichel hat. Die Feststellung, dass die Adsorption auf negativ geladenen oder wasserabweisenden Oberflächen geringer ist, steht im Gegensatz zu den Ergebnissen früherer Studien.

Bei der Verwendung von Siliziumdioxidkügelchen, die im Labor mit verschiedenen chemisch modifizierten Oberflächen entwickelt wurden, stellten die Forscher fest, dass die Menge des adsorbierten Proteins die Adsorption von Proteinen aus Blutplasma stärker beeinflusst als die Zusammensetzung der Proteinschicht. 

Grundlage für weitere Untersuchungen geschaffen

R. Müller, Mitautor der Forschungsarbeit, sagte, dass das ultimative Ziel, die Oberflächeneigenschaften mit der Proteinadsorption zu verbinden, um eine optimale Gewebeverträglichkeit zu erreichen und die Anhaftung von Mikroben zu verhindern, wahrscheinlich nicht so einfach zu erreichen sei wie erwartet. Stefan Ruhl, der Co-Forschungsleiter, sagte, dass diese Studie die Grundlage für die Verbesserung des Erfolgs von medizinischen und zahnmedizinischen Implantaten darstellt. 

Die Forschungsarbeit „Saliva and Serum Protein Adsorption on Chemically Modified Silica Surfaces“ wurde kürzlich im Journal of Dental Research veröffentlicht.

Quelle: buffalo.edu

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