Wissenschaft und Forschung 10.09.2026
Rosa Rauschen: Dieser Sound bringt das Gehirn in den richtigen Rhythmus
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Forschende des MIT haben nun untersucht, was gezielt eingesetzte Klangimpulse während des Schlafs im Gehirn bewirken.1 Dafür spielten sie 14 gesunden Erwachsenen nur 50 Millisekunden lange Töne vor. Sie waren so leise, dass die Teilnehmenden nicht aufwachten. Ein Algorithmus ermittelte den passenden Moment und spielte das Geräusch genau am Höhepunkt einer langsamen Hirnwelle ab. Dadurch verstärkten sich sowohl die Hirnwellen als auch die Wellen der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit. Sie umspült Gehirn und Rückenmark und ist am Abtransport von Stoffwechselprodukten beteiligt.
Welche Bedeutung der verstärkte Liquorfluss für Schlafqualität, Gedächtnis oder Erkrankungen wie Alzheimer haben könnte, wollen die Forschenden in weiteren Studien klären. Die aktuelle Untersuchung konzentrierte sich auf die unmittelbar messbaren Vorgänge im Gehirn. Dabei zeigte sich, dass sich Hirn- und Liquorwellen durch gezielte akustische Reize verstärken lassen. Mit einem beliebigen Video aus dem Netz ist das allerdings nicht vergleichbar. Entscheidend war, dass der Algorithmus jeden Klangimpuls exakt auf die jeweilige langsame Hirnwelle abstimmte. Das Gehirn bleibt beim Einschlafsound also wählerisch, nicht nur der Ton macht die Musik, sondern vor allem der richtige Moment.
1 Joshua Levitt et al, Closed-loop auditory stimulation in phase with slow waves during sleep enhances cerebrospinal fluid flow in humans, Science Translational Medicine (2026). DOI: 10.1126/scitranslmed.aea5469