Wissenschaft und Forschung 10.09.2026
Apikale Parodontitis als Hinweis auf erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko
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Welchen Stellenwert könnten endodontische Infektionen im kardiometabolischen Risikomanagement haben? Ein Forschungsteam aus Indien hat dazu zehn systematische Übersichtsarbeiten ausgewertet, darunter fünf Metaanalysen. Die Literaturrecherche berücksichtigte Veröffentlichungen bis Februar 2025. Die Stichprobengrößen der Metaanalysen reichten von 1.108 bis 673.083 Teilnehmern. Die zusammengefassten Ergebnisse ergaben bei Menschen mit apikaler Parodontitis ein um 32 Prozent erhöhtes relatives Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die statistischen Chancen für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung lagen um 83 Prozent höher als bei Menschen ohne apikale Parodontitis. Die Unterschiede zwischen den Untersuchungen und ihren diagnostischen Kriterien erschwerten eine eindeutige kausale Interpretation. Nach Einschätzung der Studienautoren stützen die Daten die Annahme, dass apikale Parodontitis als unabhängiger, klinisch relevanter Risikomarker dienen kann. Um mögliche Dosis-Wirkungs-Beziehungen und die beteiligten Mechanismen genauer zu erfassen, seien große prospektive Kohortenstudien nötig. Diese sollten einheitliche Definitionen der apikalen Parodontitis verwenden und Störfaktoren streng kontrollieren.
1 Adinath Walmik Talekar, Dax Abraham, Aakansha Puri, Alpa Gupta, Karina Singal, Neha Neha, Association between cardiovascular diseases and apical periodontitis: An umbrella review with stratification of evidence and sensitivity analysis,
Journal of Dentistry, Volume 161, 2025, 105943, ISSN 0300-5712, https://doi.org/10.1016/j.jdent.2025.105943.