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Wissenschaft und Forschung 29.11.2019

Schwere Parodontitis – doppelt so hohes Hypertonierisiko

Schwere Parodontitis – doppelt so hohes Hypertonierisiko

Der Zusammenhang zwischen Parodontitis und kardiovaskulären Erkrankungen wie Bluthochdruck konnte bereits nachgewiesen werden. Eine groß angelegte Metaanalyse englischer Forscher bekräftigt die lineare Assoziation und liefert weitere, konkrete Fakten.

Hierfür hatte das Team des UCL Eastman Dental Institute, UK, 81 Studien aus 26 Ländern einbezogen und analysiert. Sie fanden heraus, dass bei Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Parodontitis das Risiko für Hypertonie um über ein Fünftel (22 Prozent) erhöht ist. Bei Patienten mit einer schweren Parodontitis ist es sogar doppelt so hoch. Der durchschnittliche arterielle Blutdruck soll bei Parodontitispatienten mit einem 4,5 mmHg höheren systolischen und 2 mmHg höheren diastolischen Blutdruck in Verbindung stehen.

Allerdings konnte die im Cardiovascular Research veröffentlichte Studie keine schlüssigen Ergebnisse liefern, dass eine Parodontitistherapie den Blutdruck auch erfolgreich senken kann. Lediglich bei fünf von 12 Studien wurde eine Senkung des Blutdrucks nach einer Behandlung von Parodontitis festgestellt. Ein ähnlicher Trend ließ sich allerdings auch bei Personen mit „normalem“ Blutdruck nachweisen.

Ungeklärt bleibt zudem, wie die Hypertonie-Parodontitis-Assoziation zustande kommt: Wird Bluthochdruck durch Parodontitis begünstigt oder umgekehrt, oder handelt es sich um eine bidirektionale Verbindung? Die Forscher gehen davon aus, dass es sich um eine sehr umfassende Beziehung zwischen Mundgesundheit und Blutdruck handeln muss, die ebenso gesunde Menschen betrifft.

Foto: Andrey Popov – stock.adobe.com

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