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Wissenschaft und Forschung 11.11.2019

Studie: Fluorid nagt an menschlicher Intelligenz

Studie: Fluorid nagt an menschlicher Intelligenz

Fluorid schützt vor Karies, macht aber dumm? Laut einer aktuellen kanadischen Studie, ja. Sie konnte einen Zusammenhang zwischen der Fluoridaufnahme von Schwangeren und einem verminderten IQ ihrer Kinder herstellen.

Wie viel Fluorid kann man bedenkenlos zu sich nehmen und ab welcher Menge sind damit – insbesondere bei Kindern – gesundheitliche Risiken verbunden? Seit Jahrzehnten wird der Einsatz von Fluorid kontrovers diskutiert. Fakt ist, die positive Wirkung von Fluorid im Kampf gegen Karies ist hundertfach belegt. Dennoch gießt diese Studie wieder einmal Öl ins Feuer.

Die Forscher hatten in dem Zeitraum von 2008 bis 2012 bei 400 schwangeren Frauen aus sechs kanadischen Städten die Fluoridaufnahme über das Trinkwasser erfasst. In einigen Städten wurde Trinkwasser mit Fluorid, in anderen ohne bereitgestellt. Zusätzlich prüften sie den Fluoridgehalt im Urin der Schwangeren. Ein paar Jahre später führten sie mit den drei- bis vierjährigen Kindern dieser Frauen Intelligenztests durch.

Sie fanden heraus, dass bei einem täglichen Anstieg von einem Milligramm Fluoridaufnahme der IQ der Kinder im Schnitt um 3,7 Punkte reduziert war. Was sich die Forscher allerdings nicht erklären können: Genau genommen, waren nur die Jungen betroffen. Deren IQ war bei einem Milligramm um 4,5 Punkte niedriger. Bei Mädchen konnte diese Korrelation nicht hergestellt werden.

Fluoridgegner nutzen die Ergebnisse, um erneut gegen einen Fluoridgehalt im Trinkwasser zu plädieren. Allerdings hat die Studie auch verdeutlicht, dass ein Großteil des Fluorids im Körper der Teilnehmerinnen aus anderen Quellen stammte.

Die Studie wurde einer zusätzlichen Prüfung unterzogen, bevor sie in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift JAMA Pediatrics veröffentlicht wurde.

Foto: Sergey Nivens – stock.adobe.com

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