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Wissenschaft und Forschung 09.10.2018

Totalprothesen aus dem 3-D-Drucker sollen Infektionen verhindern

Totalprothesen aus dem 3-D-Drucker sollen Infektionen verhindern

Wie wichtig eine sorgfältige Mundhygiene für den Erhalt der bleibenden Zähne ist, haben zahlreiche Studien bereits bewiesen. Doch auch bei Totalprothesen sollte die regelmäßige Pflege nicht vernachlässigt werden.

Gerade bei senilen oder mobil eingeschränkten Patienten gestaltet sich die Pflege der Zahnprothese nicht immer einfach. Dass aber auch die gründliche Reinigung des Zahnersatzes für die Allgemeingesundheit wichtig ist, ist unbestreitbar. Aufgrund des warmen Klimas in der Mundhöhle in Kombination mit Nahrungsresten fühlen sich Bakterien und Pilze unter der Prothese jedoch sehr wohl. Die Folge: Zahnfleischentzündungen, die mitunter chronisch werden können.

Ein Forscherteam der University at Buffalo, deren Studie kürzlich im Journal nature communications veröffentlicht wurde, haben eine Lösung für dieses Problem gefunden. Sie haben an einer Totalprothese aus dem 3-D-Drucker gearbeitet, die ein antimykotisches Medikament enthält, das während des Tragens kontinuierlich freigesetzt wird. Kleine Kapseln, die das Fungizid enthalten und sich nach und nach zersetzen, werden bereits in die Druckmasse eingearbeitet. Im fertigen Endprodukt befindet sich die Kapselschicht außen an der Prothesenseite, die an den Schleimhäuten aufliegt.

Wie lange solch eine Totalprothese im Mund verbleiben kann, bis die Wirkstoffe aufgebraucht sind, haben die Forscher noch nicht herausgefunden. Bisher müsste auch eine komplett neue Prothese gedruckt werden, wenn die Kapseln zersetzt sind, da ein Auffüllen und auch eine erneute Kapselschicht hinzuzufügen noch nicht möglich ist.

Einen ersten und wichtigen Schritt in Richtung der Vermeidung von chronischen Zahnfleischentzündungen bei Totalprothesen haben die amerikanischen Wissenschaftler aber in jedem Fall geleistet.

Foto: University at Buffalo
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