Lifestyle 09.02.2015

Stockholm – the scandinavian spirit

Stockholm – the scandinavian spirit

Foto: © Mikael Demkier – Shutterstock

Die schwedische Hauptstadt ist eine Reise wert – denn die mondäne und weltoffene Metropole verströmt einem ganz besonderen Charme. Auf 14 Inseln verteilt, laden herrliche Parkanlagen, unzählige Cafés und Sehenswürdigkeiten zum Verweilen ein. Die Stadt ist Sitz der schwedischen Regierung und des Parlaments.

Im Zentrum von Stockholm mündet der Mälarensee in die Ostsee. Das Süßwasser des 120 Kilometer langen Sees fließt mitten in der Stadt durch eine Schleuse, Slussen, in die salzige Riddarfjärden, die Scherengewässer der schwedischen Ostsee. Im Winter werden die Seen und Fjorde zu einem Eldorado für Schlittschuhläufer, Eishockeyspieler und Eissegler. Die Symbiose aus urbanem Leben, üppigen Grünflächen und viel Wasser ist einzigartig. Der Mälaren ist ein so intaktes Ökosystem, dass er der Trinkwassergewinnung dient. Direkt im Stadtzentrum von den Brücken Riksbron und Vasabron, die das Zentrum mit der Altstadt Gamla Stan verbinden, sieht man abends Angler, die Lachse angeln. Das geht in Stockholm übrigens ohne Angelschein. Dabei wird davon ausgegangen, dass jeder nur so viel fängt, wie er persönlich braucht.

Morgens in Stockholm …

Stockholms Zentrum sollte man unbedingt bei einem ausgedehnten Morgenspaziergang erkunden. So kann man die Witterung für die Stadt mit allen Sinnen aufnehmen. Ich finde, jede Großstadt hat ihren eigenen Geruch und Sound. Je näher man den innerstädtischen Fjorden kommt, umso stärker trägt eine frische Brise den Duft von Fisch, Salzwasser, gemischt mit dem Aroma exotischer Kaffees in die Gassen. Abseits der morgendlichen Rushhour versuchen einige Juppies, die morgendlichen Strahlen der Sonne hinter ihren aufgeklappten Laptops einzufangen. Der Weg sollte zunächst nach Gamla Stan, in die historische Altstadt mit den geschichtlichen Speichern und Kaufmannshäusern aus der Zeit der Hanse, dem Schloss und dem Nobel-Museum führen. Das Nobel-Museum informiert nicht nur über Alfred Nobel und die Preisträger seit 1901, sondern nimmt den Besucher mit zu einer multimedialen Reise durch die Welt der Wissenschaft. Am Ende kann sich jeder seinen eigenen Nobelpreis mitnehmen – aus Schokolode.

Die Maxime lautet „Jantelag“

Für die weitere Erkundung der Stadt bietet eine Schiffsfahrt die besten Möglichkeiten. Sie führt vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten, wie dem Schloss, dem Rathaus, wo in jedem Jahr ein Teil der Zeremonie bei der Verleihung der Nobelpreise stattfindet, durch die historischen Kanäle oder raus auf die Schären durch eine schroffe Küstenlandschaft mit ca. 30.000 Inseln. Den Stockholm-Besucher umfängt ein ganz spezielles Fluidum der Stadt aus traditioneller Naturverbundenheit, globalisiertem Jetset und cooler Gelassenheit. Dazu gehört auch eine ungeschriebene Maxime des Miteinanders in Schweden, das Jantelag. Es bedeutet so viel wie, du bist nicht besser als andere. Diese Mentalität ist sicher eine gute Voraussetzung für das Ziel einer sozialen Gleichberechtigung in der Gesellschaft. Djurgarden ist der einzige Nationalpark der Welt in Citylage. Hier bietet sich ein Tagesausflug mit dem Rad an. Der Weg führt an vielen Museen, wie dem Vasa- und dem Abba-Museum, vorbei. Besonders zu empfehlen ist ein Besuch der Waldemarsudde-Villa mit der Besichtigung der Kunst- und Gemäldesammlung des Prinzen Eugens (1865–1947), der einer der führenden Landschaftsmaler Schwedens war.

Umweltschutz trotz boomender Industrie

Die Schweden leben in dem Bewusstsein, in einem kleinen Land zu wohnen. Das rührt daher, dass von den nur 9,7 Millionen Schweden jeder fünfte in einem großstädtischen Ballungsgebiet lebt. Dabei ist das Territorium Schwedens wesentlich größer als Deutschland. Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Schweden ein Agrarland. In nur wenigen Jahrzehnten entwickelte sich das Land von einem der ärmsten Länder Europas zu einem der reichsten Länder der Welt. Die Wende brachte die Förderung von Eisenerz, die Stahlindustrie, der Holzexport und auch Erfindungen wie das Dynamit von Alfred Nobel. Stockholm ist auch heute das größte wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die Schwerindustrie wurde durch Hochtechnologie-Firmen, wie Ericsson, IBM oder z. B. den Arzneimittelhersteller AstraZeneca, ersetzt. Alte Industriebrachen wurden konsequent ökologisch zurückgebaut. Aber trotz dieses Wirtschaftswunders sind ökologische Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein ein wichtiger Faktor und vor Ort überall sichtbar.

Heute ist Stockholm eine der saubersten Metropolen der Welt. Die Busse fahren mit Äthanol oder Biogas. Schweden gehört in Sachen Abfallrecycling weltweit zu den Vorreitern. Mülltrennung ist hier eine Erfolgsgeschichte und gehört zum Alltag. 2050 will Stockholm vollständig unabhängig von fossilen Brennstoffen sein. Im Gegensatz zu Deutschland ist Schweden eine konstitutionelle Monarchie. Das Land trat 1995 mit gemischten Gefühlen der EU bei, weil sich die Schweden ungern europäischen Richtlinien aus Brüssel beugen. Seitdem nehmen die schwedischen Unternehmen am europäischen Binnenmarkt und an der Zollunion teil. Weltbekannte Player sind z. B. Volvo, Ericsson, Scania, H&M, Vattenfall oder IKEA. 2003 stimmten 56 Prozent der Schweden bei einem Volksreferendum gegen die Einführung des Euro. Irgendwie ist eine Reise nach Stockholm auch eine Läuterung. Man sieht, wie Moderne und Tradition, technischer Fortschritt und nachhaltiger ökologischer Umgang mit der Natur auch in einer Metropole funktionieren. Also, Stockholm ist auf jeden Fall eine Reise wert.

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