Anzeige
Businessnews 13.09.2019

„Nach mehr als 20 Jahren brennen wir noch immer für die Endodontie“

„Nach mehr als 20 Jahren brennen wir noch immer für die Endodontie“

„You can only treat what you can see.“ Damit hat eigentlich alles bei JADENT begonnen. Diese auch heute noch hochaktuelle Aussage des US-amerikanischen Endodontie-Professors Dr. Syngcuk Kim (University of Pennsylvania) hatte Klaus-Jürgen Janik vor mehr als 20 Jahren regelrecht infiziert. Im folgenden Interview spricht der Eigentümer und Geschäftsführer der JADENT GmbH über sein Unternehmen und darüber, wie sich die Endodontie sowie die Microdentistry über die Zeit entwickelt haben.

Herr Janik, bitte berichten Sie uns doch von der Gründung Ihres Unternehmens. Wie und warum sind Sie zur Zahnheilkunde gekommen?

Als Anfang der 1990er-Jahre in den USA Zahnärzte begonnen hatten, mit einem Operationsmikroskop zu behandeln, insbesondere diffizile Wurzelkanalbehandlungen durchzuführen, war der Begriff Microdentistry in Deutschland noch unbekannt. Ich war damals als junger Vertriebsmitarbeiter mehrere Jahre für ZEISS in den USA tätig. In dieser Zeit lernte ich die Pioniere dieser neuen Art der Zahnbehandlung kennen und deren Arbeit schätzen. Nach meiner Rückkehr zu ZEISS nach Oberkochen war schnell der Entschluss gefasst, mich mit der Idee selbstständig zu machen und dabei zu helfen, die Behandlungstechniken mit Lupenbrille sowie Mikroskop in die Zahnarztpraxis zu integrieren. Vor mehr als 20 Jahren war so das Unternehmen JADENT „microscopes and more“, Dentalfachhandel in Aalen, geboren.

Was war damals so herausfordernd an einer Zahnbehandlung mit dem Mikroskop?

Zum einen waren die zu dieser Zeit vorhandenen Operationsmikroskope nicht optimal für zahnmedizinische Behandlungen geeignet. Sie kamen aus dem Bereich der minimalinvasiven Chirurgie, wie etwa der HNO, Ophthalmologie oder auch Neurochirurgie. Technisch und optisch zwar von höchster Qualität waren sie aber z. B. aus Gründen der Flexibilität sowie der unterschiedlichen optischen und beleuchtungstechnischen Anforderungen nicht in gleichem Maße einsetzbar. Außerdem war insbesondere die Wurzelkanalanatomie nicht so gut bekannt wie heute, wo man sich nun mithilfe von DVT und/oder Tooth Atlas hervorragend orientieren kann.

In dem Mikroskop Training Center MTC® Aalen haben Zahnärzte die Möglichkeit, mit hervorragender Ausstattung und unter der Anleitung von renommierten Referenten die Arbeit mit dem Dentalmikroskop zu üben. Foto: JADENT

Und wie sind die Bedingungen heute?

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung ist die exakte Kenntnis der entsprechenden Anatomie – das ist ja heute gegeben. Zudem ermöglichen die angebotenen Dentalmikroskope zu einem großen Teil exzellente ergonomische Arbeitsbedingungen. Bei JADENT wurden auch die Optiken neu definiert und gerechnet. Dann sind auch Kommunikationstools häufig schon integriert und die Digitalisierung gehört zum Standard – mehr oder weniger.

Wie hat sich JADENT in diese Entwicklung eingebracht?

Noch während meiner Zeit bei ZEISS konnte ich für mehrere deutsche Zahnärzte, die bereits begannen, sich dem Thema Microdentistry zu widmen, eine Studienfahrt zur American Association of Endodontics (AAE) nach Seattle organisieren. Daran schlossen sich noch einige Tage Hospitation zu ortho- und retrograder Endodontie beim damaligen Endo-Papst Prof. Dr. Syngcuk Kim an. Danach konnten die Teilnehmer die Möglichkeiten der Microdentistry in einer Interessengemeinschaft in Deutschland etablieren. Jahre später ging aus diesem losen Zusammenschluss die Deutsche Gesellschaft für Endodontie hervor. Erfreulicherweise vertiefte sich unsere Zusammenarbeit in den vielen Jahren meiner Selbstständigkeit und garantiert JADENT heute, ganz nah an den Anforderungen der Zahnärzte dranzubleiben und frühzeitig Weiterentwicklungen anzustoßen. Ein Treffen mit Prof. Dr. Kim und Diskussionen um diese Weiterentwicklungen gab es zum wiederholten Male beim diesjährigen „Early Summer Dental Workshop“ Anfang Juli in Riva am Gardasee.

Wie hat sich diese Entwicklung auf das Portfolio bei JADENT und auch bei anderen Herstellern und Fachhändlern ausgewirkt?

In unserem Portfolio stehen in erster Linie die Mikroskope und Lupenbrillen. JADENT war über viele Jahre hinweg Top-Händler für ZEISS-Mikroskope, wir haben uns jedoch über die Jahre auch anderen Herstellern geöffnet, um so die Vielfalt der Produkte und minimalinvasiven Behandlungsmöglichkeiten abzubilden. Natürlich gibt es inzwischen weitere Dentalfachhändler, die sich mit Microdentistry auseinandersetzen. Dass JADENT sich von Anfang diesem Thema mit großer Begeisterung und hohem Engagement angenommen hat, zeigt sicherlich Wirkung. Das Know-how, das wir aus dieser intensiven Beschäftigung mit der Microdentistry und vor allem auch aus der engen Zusammenarbeit mit renommierten Zahnärzten generieren, schlägt sich heute in der Entwicklung eigener Produkte nieder, z. B. bei der Umsetzung von Kundenanforderungen an Beweglichkeit, Zugänglichkeit, Handhabung und Beleuchtung, wie beim Dentalmikroskop iScope und dem FreeVision3D System. Zwei Produkte, auf die wir besonders stolz sind und die uns auch schon zwei hochwertige Preise eingebracht haben.

Wurde vor Kurzem mit dem VR-InnovationsPreis des Handwerks 2019 ausgezeichnet: FreeVision3D System. Foto: JADENT

Zwei eigene Entwicklungen und gleich zwei Preise?

Ja, im Jahr 2018 wurde uns der German Design Award für „Excellent Product Design“ des iScope verliehen und vor wenigen Wochen der VR-InnovationsPreis des Handwerks 2019 für das FreeVision3D System. Diese Anerkennung ermutigt uns natürlich, den manchmal wirklich schwierigen Weg als Mittelständler bei der Entwicklung neuer Produkte weiterzuverfolgen. Apropos: Es ist nicht immer einfach für Zahnärzte, sich für die Microdentistry zu entscheiden und das entsprechende Mikroskop zu finden. Seit Jahren haben wir in Aalen einen europaweit einzigartigen Showroom eingerichtet, in dem Mikroskope aller renommierten Hersteller im „Side-by-side“-Verfahren getestet werden können. Denn es sollte sichergestellt sein, dass Anwender auch tatsächlich das für sie am besten geeignete Mikroskop finden. Andernfalls steht sonst vielleicht am Ende nicht die große Freude an der Microdentistry und das Mikroskop landet auf dem Abstellgleis. Zudem gibt es natürlich auch eine gewisse Lernkurve für den Umgang mit dem Dentalmikroskop.

Wie groß ist der Aufwand, die Behandlung mit dem Dentalmikroskop zu erlernen?

Wie immer, wenn man etwas mit Begeisterung tut, kann es nicht schnell genug gehen. Damit die Begeisterung und das Erfolgserlebnis anhalten, ist es sinnvoll, sich die Technik in einer Hospitation oder in einem Seminar anzueignen, z. B. in unserem Mikroskop Training Center MTC® Aalen. In diesem Fortbildungsinstitut wird in kleinen Gruppen intensiv die Arbeit mit dem Dentalmikroskop geübt, und renommierte Referenten (z. B. Dr. Josef Diemer, Dr. Bijan Vahedi, ZA Oscar von Stetten) kümmern sich wirklich darum, dass die Seminarteilnehmer das Gelernte schnellstmöglich in die eigene Praxis übernehmen können.

Wohin geht die Reise mit Microdentistry, also mit der Vergrößerung?

Eine Möglichkeit wird die Weiterentwicklung der 3D-Mikroskopie sein, und es wird natürlich weitere Optionen am Mikroskop geben, wie beispielsweise Beleuchtungstools, die dabei helfen, Karies oder Gewebeveränderungen leichter zu erkennen. Digitalisierung und integrierte Dokumentation werden noch bessere Arbeits- und Kommunikationsbedingungen schaffen, die Assistenz noch mehr einbinden, die Patienten optimiert informieren und überhaupt den Informationsaustausch zwischen den Behandlern erweitern. Darüber hinaus gilt: Auch wenn uns Dentalmikroskope und Lupenbrillen sehr am Herzen liegen, finden sich im JADENT Portfolio selbstverständlich auch alle aktuellen Produkte für die hochwertige Endodontie. So bieten wir z. B. seit Kurzem exklusiv in Deutschland die hervorragenden „unkaputtbaren“ V-Taper des US-amerikanischen Herstellers SS White an. Nach mehr als 20 Jahren brennen wir noch immer für die Endodontie, und diese Begeisterung wollen wir auf Veranstaltungen, die wir besuchen und durch entsprechende Vorträge und Workshops am Mikroskop Training Center MTC® Aalen auf die Teilnehmer übertragen – wenn sie da nicht sowieso schon vorhanden ist.

Herr Janik, vielen Dank für das interessante Gespräch.

Quelle: JADENT GmbH

Foto: JADENT GmbH

Mehr News aus Businessnews

ePaper

Anzeige