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Businessnews 02.12.2019

Spezialisiert auf Regeneration – für mehr Lebensqualität

Georg Isbaner
Georg Isbaner
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Spezialisiert auf Regeneration – für mehr Lebensqualität

Wenn verloren gegangenes Gewebe wiederaufgebaut werden soll, sind die richtigen Biomaterialien und Behandlungsmethoden wichtige Erfolgsfaktoren. Das Schweizer Familienunternehmen Geistlich Biomaterials ist mit seiner langjährigen Expertise auf die Regeneration von Hart- und Weichgewebe in der Zahnmedizin spezialisiert. Im Gespräch mit Georg Isbaner, Redaktionsleiter Implantologie Journal, OEMUS MEDIA AG geht Dr. Thomas Braun, Geschäftsführer Geistlich Biomaterials Vertriebsgesellschaft mbH, auf besondere Herausforderungen ein.

Herr Dr. Braun, mit Zunahme der Implantatversorgungen ist auch die Verlustrate von Implantaten in den letzten Jahren gestiegen, welche unternehmerische Herausforderung sehen Sie diesbezüglich?

Die dentale Implantologie hinterlässt seit den letzten 30 Jahren eine weitreichende Lernkurve auf dem ausgereiften deutschen Implantologiemarkt. So gibt es auch ganz unterschiedliche Gründe, warum es zu Implantatverlusten kommen kann. So finden wir Material-assoziierte Verluste, Anwenderprotokolle, die über Erfahrung optimiert wurden, und natürlich auch die Compliance der Patienten, die eine Rolle bei Implantatverlusten spielen.

Die Herausforderung für Unternehmen war früher, eine implantologische Lösung unmittelbar nach Zahnverlust oder nach langer Zahnlosigkeit zu finden. Heute sehen wir zunehmend die Herausforderung, für Implantate, die bereits in situ sind, nach Periimplantitis wieder eine vollständige Reosseointegration zu erzielen oder nach Explantation eine funktionelle und ästhetische Lösung herzustellen. An diesen Situationen setzen unsere Überlegungen als Marktführer und Pionier im Bereich der regenerativen Biomaterialien an. Wir versuchen Lösungen zu finden, um diese Patienten auch noch weitere zehn bis 20 Jahre stabil mit Implantaten versorgen zu können. Unser Fokus liegt dabei auf der Regeneration – das Unternehmen will mit seinen biologischen Produkten die regenerativen Prozesse des Körpers unterstützen.

Können Sie uns Behandlungsbeispiele aus dem Praxisalltag nennen?

Wir sehen im Praxisalltag eine Vielzahl von Protokollen, die angewendet werden, um eine freiliegende Implantatoberfläche zu reinigen. Eine schonende und gleichzeitig effektive Methode hat sich dabei noch nicht herauskristallisiert. Für die anschließende Knochenaugmentation wäre das aber sehr wichtig. Denn grundsätzlich können wir zeigen, dass ein Knochenaufbau mit den Geistlich Biomaterialien in solchen Situationen erfolgreich sein kann. Das zeigen mittlerweile Studienergebnisse nach über zehn Jahren nach Knochenaufbau im Rahmen einer Periimplantitisbehandlung. In den Fällen, in denen ein Implantat entfernt werden muss, sehen wir in der Regel sehr herausfordernde Defekte: beim Hartgewebe durch kombinierte vertikale und horizontale Knochenverluste, beim Weichgewebe häufig durch Defizite und narbige Strukturen, sodass plastische Deckungen oft schwierig werden.

Viele Patienten präferieren eine erneute Implantatlösung. Unser Anspruch ist es, auch in diesen Situationen regenerative Konzepte anzubieten, damit die gewünschte Versorgung durchgeführt werden kann und der Patient seine Lebensqualität behält bzw. wiedererhält.

Welche Rolle spielen dabei die Knochenqualität bzw. -dimensionen generell für den Erfolg eines Implantats?

Die Fragen rund um den Knochen um das Implantat sind wissenschaftlich gut dokumentiert. Da wissen wir sehr genau, wie viel Knochen wir zirkulär um das Implantat brauchen oder welche Umbauprozesse nach Zahnextraktion in der Alveole ablaufen und bei der Sofortimplantation zu berücksichtigen sind. Seitens der Implantathersteller sind unterschiedliche Implantatgeometrien entwickelt worden, um auf die verschiedenen Knochenqualitäten zu reagieren. Also hard- und softwareseitig sind wir beim Knochen gut aufgestellt. Schwieriger wird es beim Weichgewebe. Wie viel Weichgewebe brauchen wir auf dem Knochen, um eine optimale Ernährung zu gewährleisten? Eine Frage, die wir nicht mit guten wissenschaftlichen Daten beantworten können. Bisher haben wir das Weichgewebe hauptsächlich unter ästhetischen Aspekten betrachtet. Die funktionellen Aspekte müssen noch stärker untersucht werden.

Mit zunehmendem Alter nimmt die biologische Knochenqualität ab. Welchen Einfluss haben moderne Knochenaufbaumaterialien darauf?

Die Knochenqualität nimmt im Alter ab, aber die Regenerationsfähigkeit bleibt grundsätzlich erhalten. Auch ein Knochenbruch heilt noch im Alter. Es sind andere Faktoren, die sich mit zunehmendem Alter ändern, wie zum Beispiel das Auftreten chronischer Erkrankungen oder die Medikamenteneinnahme. Es gibt Untersuchungen, nach denen jeder zweite Patient über 65 Jahre Gesundheitsprobleme in drei oder mehr Krankheitsbereichen aufweist. Dementsprechend sieht da auch die Medikamenteneinnahme aus. Diese Gemengelage kann Auswirkungen auf die allgemeine Wundheilung haben oder auch immunologische Reaktionen auslösen.

Deshalb ist es wichtig, stabile, nicht schnell resorbierende Materialien für die Regeneration einzusetzen und darauf zu achten, dass die Materialien so gut wie keine Fremdkörperreaktionen auslösen. Das ist ein wichtiger Faktor bei den Geistlich Biomaterialien.

Wie oft kann reimplantiert werden?

Dazu sind noch keine belastbaren Langzeitdaten vorhanden. Ziel muss es sein, Implantatverluste zu minimieren und bei frühen Anzeichen, die sich am Weichgewebe bemerkbar machen, rechtzeitig zu reagieren, um möglichst noch den Knochenabbau zu verhindern. Die Frage der Reimplantation ist ja nicht nur eine Frage des Hartgewebes, sondern auch des Weichgewebes. Je häufiger in einer Regio operiert wird, desto schlechter wird die Qualität des vorhandenen Weichgewebes, desto schwieriger ist eine plastische Deckung zu erzielen. Für diese Situationen hat Geistlich mit den Kollagenmatrices Geistlich Fibro-Gide und Geistlich Mucograft Lösungen entwickelt.

Welchen Einfluss haben das chirurgische Know-how und das chirurgische Können des Operateurs in diesen Situationen?

Einen sehr großen Einfluss. Hier sind sehr anspruchsvolle OP-Situationen gegeben, weil das Weichgewebe meist schon voroperiert ist und mit Entzündungsreaktionen einherging bzw. -geht. Vielleicht wurde auch schon versucht, auf Weichgewebsniveau das Vorgehen einzudämmen. Dies führt dazu, dass nicht nur Knochen, sondern auch Weichgewebe im Operationsgebiet fehlt. Gerade in der ästhetischen Zone sind diese Voraussetzungen schwierig zu meistern. Hier spielen sehr viele Faktoren eine Rolle, und das Können des Chirurgen ist auf ganzer Linie gefordert.

Dabei sind sicherlich regelmäßige Fort- und Weiterbildungen für die Chirurgen von Vorteil. Was hat Geistlich Biomaterials hier in den kommenden Monaten vor?

Zusätzlich zu unserem umfangreichen Kursprogramm werden in der 5. Geistlich Konferenz am 7. März 2020 im Kurhaus in Baden-Baden namhafte Experten im Austausch mit den Teilnehmern neue Wege sowie Behandlungsstrategien bei und nach einer Periimplantitis aufzeigen. 2020 wird von uns mit sogenannten „Education Dinner“ ein völlig neuartiges Veranstaltungsformat angeboten. Die Teilnehmer sind eingeladen, in entspannter Atmosphäre und kulinarischer Begleitung mit ausgesuchten Fachleuten verschiedene Konzepte der „Biologisierung“ von Biomaterialien zu besprechen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch, Herr Dr. Braun.

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