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Praxiseinrichtung 15.09.2011

Eine Zahnskulptur für Deutschlands schönste Zahnarztpraxis

Stefan Thieme
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Eine Zahnskulptur für Deutschlands schönste Zahnarztpraxis

Auch in diesem Jahr darf sich Deutschlands schönste Zahnarztpraxis über einen ganz besonderen Preis freuen – eine Zahnskulptur aus Stein im Wert von 2.000 €, die von der OEMUS MEDIA AG gestiftet wird. Die Redaktion der ZWP begleitete Kai-Uwe Schulz, Bildhauer, Restaurator und Steinmetz in der Westwerk GmbH, bei der Entstehung des außergewöhnlichen Preises.

 

Sichtlich stolz erklärt Kai-Uwe Schulz die Idee für seine Zahnskulptur, die bald die Praxis „putzmunter“, Gewinner des ZWP Designpreises 2011, verschönern wird: „Basierend auf einem weiß lasierten Holzsockel folgt eine leicht patinierte Messingplatte mit matt aufgebürsteter Kante, auf der die eigentliche Steinskulptur sitzt. Hier sehe ich eine Anlehnung an historische Originale in medizinischen Sammlungen, wo es darum ging, die Materialien Holz und Stein nicht direkt aufeinandertreffen zu lassen und dem Sockel so ein eigenes gestalterisches und physisches Gewicht zu verleihen. Bewusst habe ich warme und natürliche Komponenten ausgewählt, die in ihrer Komposition, also weißes Holz, warmes Metall und weißer Stein, sachlich, klar und geometrisch abgestimmt zueinander das Kunstobjekt im Ganzen ergeben.“ 

 


Doch der Weg von der ersten Idee bis zur fertigen Skulptur ist im wahrsten Sinne des Wortes steinig. Wir wollten wissen, wie so ein Preis überhaupt entsteht und fragten nach: 


Herr Schulz, eine Steinskulptur als Preis für  prämiertes Praxisdesign, das ist ungewöhnlich und uns interessiert, wie Sie den Entstehungsprozess, von der ersten Idee bis hin zum fertigen Objekt, gestalten? 

Die Kleinskulptur soll ja als Kunstwerk und Trophäe im Innenraum einer Praxis eigenständig für sich aufstellbar sein. Das war die erste Überlegung. In Dimensionierung, Gesamtabmaßen und Gewicht muss sie demnach ihrem Zweck, als Preis verliehen zu werden, dienen. Als Material wollte ich von Anfang an einen fast weißen Stein – ein konträres metallisches Material, das der Skulptur geometrisch exakt einen Rahmen verleiht. Den Sockel hatte ich mir überlegt, um die Gesamtkomposition auf eine größere Höhe zu bringen und um damit den Proportionen der Skulptur gerecht zu werden. Das entspricht auch dem gewünschten Thema, vor allem weil ein Zahn selbst eine von der Natur geschaffene perfekte Skulptur ist, die je nach Blickwinkel zoomorphe Formen annimmt oder auch einfach als das zu erkennen ist was sie ist – ein mechanisches Werkzeug der Natur. Die Skizze und Anatomiestudie habe ich dann anhand der Weisheitszähne meines jüngeren Bruders, die ihm nach einem Kieferbruch beim Boxen entfernt wurden und die er aufgehoben hatte, angefertigt. So entstand schließlich ein erstes Modell in Anlehnung an die Materialien, die verwendet werden sollen: Der Stein wurde aus Gips und das Metall sowie der Sockel aus Holz im Maßstab 1:20 nachgebildet. Das ist wichtig, um ein Gefühl für die Dimensionen der Skulptur zu bekommen und die Wirkung der einzelnen Komponenten aufeinander herauszufinden sowie auch die farbliche Komposition zu überprüfen. Wichtig war dann vor allem die Wahl des richtigen Steines: Obwohl die Gesamtdimension der Skulptur eher zierlich ist, musste ein großer, fast reinweißer Stein mit der entsprechenden Wuchsrichtung, d.h. dem Steinlager, im Steinbruch ausgesucht werden. Die Herauslösung aus dem Block und die Bearbeitung des Steines selbst erfolgte nur mit Bildhauerhandeisen, Knüpfel und Fäustel, um eine möglichst natürliche Form und Oberfläche zu schaffen, die lebendig und glatt zugleich wirkt. Die Metallplatte aus einem schönen alten, leicht patinierten Messingblech wurde mit Wasserstrahl zugeschnitten, wodurch die Schnittkante exakt und zugleich weich und satiniert den Akzent zwischen Holzsockel und Stein setzt. 


Der Stein, den Sie für die Skulptur verwendet haben, kommt aus Cotta im sächsischen Elbsandsteingebirge. Was ist das besondere an Cottaer Buntsandstein und warum ist Ihre Wahl auf dieses Material gefallen? 

Ich habe den Stein ausgewählt wegen seiner sehr guten Bearbeitungseigenschaften, der im Stein verbliebenen fossilen organischen Bestandteile, die der Skulptur ein lebendiges Aussehen verleihen, der schönen kalkweißen Farbe und der angenehmen Haptik. 

 



Foto: © Oemus Media AG
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