Statements 25.02.2015
Die Bedürfnisse unserer Kunden sind unsere beste Inspiration
Interview mit Richard Donaca, BA, Gründer und Geschäftsführer der Argon Dental Group in Bingen am Rhein
Herr Donaca, wann wurde Ihr Unternehmen gegründet und wie hat es sich bis heute entwickelt?
Vor über 15 Jahren begann ich meine Erfahrungen aus den frühen Tagen der Implantologie in den USA in eigene Produkte umzusetzen, zunächst speziell für die Anforderungen des deutschen Marktes. Ich vertrat aus Sicht eines Maschinenbau-Ingenieurs schon immer die Überzeugung, dass die Konusverbindung beim Implantat der richtige Weg ist. Diese perfektionierten wir mit dem langen 1,5° Innenkonus unseres Systems K3Pro. In dieser Zeit hat sich der gesamte Weltmarkt stark in Richtung der konischen Systeme entwickelt – auch bei den großen Unternehmen, die teilweise unter Druck gerieten, eigene neue konische Systeme zu entwickeln. Uns kam diese Entwicklung natürlich sehr entgegen, so entwickelte sich auch das internationale Geschäft hervorragend.
Sie bieten aber auch allogene Transplantate an?
Richtig, Osteograft ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für uns. Auch hier zeigten mir die frühen Erfahrungen aus den USA, dass allogen eine hervorragende Alternative zu autologem Knochen sein kann. Es war mir jedoch sehr wichtig, für Deutschland ein Produkt anzubieten, dass maximale Vertrauenswürdigkeit bietet, am besten die Zulassung als Arzneimittel vorweisen kann. Nach gemeinsamen Bemühungen mit dem Deutschen Institut für Zell- und Gewebeersatz haben wir dieses Ziel erreicht: Osteograft stammt von deutschen Organspendern, die Produkte sind mit dem validierten PES-Verfahren sterilisiert und bieten überlegene konduktive und induktive Eigenschaften. Renommierte Experten und Kliniken entwickelten neue Techniken mit unserem Material und lassen unsere Kunden an ihrem Erfahrungsschatz teilhaben. Wir haben mittlerweile eine große Produktvielfalt auch für aufwändigste augmentative Rekonstruktionen.
Beschreiben Sie die Unternehmens-Entwicklungen in jüngster Zeit.
Wir haben intensiv mit innovativen Zahntechnikern am Ausbau unseres Prothetik-Angebots für K3Pro gearbeitet. Im Trend liegen Emergenz-Aufbauten für herausragende Ästhetik und Aufbauten für die individuelle Datenfräsung auf Wunsch mit passenden Anschlüssen, auch für besonders schnellen und preiswerten Zahnersatz. Mit „Mini-Implants“ von nur 3 mm Durchmesser und „Short-Implants“ mit 5,5 und 6,5 mm Länge haben wir uns weiter als Spezialist für besondere Indikationen etablieren können.
Bezüglich Osteograft haben wir uns intensiv mit der 3D-Fräsung allogener Knochenblöcke beschäftigt. Aus DVT-Datensätzen lassen sich im STL-Format Knochendefekte in einer Software modellieren. Die daraus entstehende Vorlage wird in unserem „Osteograph“, den wir auf der IDS präsentieren werden, auf einen allogenen Knochenblock übertragen. Dies geschieht immer unmittelbar bei der Operation in der Praxis des Kunden. Das Gerät ist besonders preiswert, wir werden dies aber zukünftig auch als Vor-Ort-Dienstleistung anbieten.
Und dann sind die letzten Monate auch durch eine für unser Familienunternehmen bemerkenswerte Expansion gekennzeichnet. Wir haben neue Firmenräume bezogen und in ein DVT-Diagnosezentrum für Forschung und Entwicklung investiert.
Wie geht es weiter?
Unsere neuen Räume bieten uns noch genug Raum für weitere Entwicklungen. Wir werden als Kernkompetenz immer Hersteller von Implantat- und Transplantatsytemen sowie entsprechenden Instrumenten bleiben. Aber wir werden auch Dienstleister in anderen Aspekten des digitalen Workflow in der Implantologie werden. Dank intensiver und langjähriger Zusammenarbeit mit Herstellern und Fachhändlern für dentale Volumentomographie sowie einer revolutionären Software werden wir auf diesem Markt auch verstärkt als Händler auftreten. Ein klinisches Fortbildungszentrum für Live-OPs ist in konkreter Planung. DVT-Fachkundekurse mit Professor Uwe Rother veranstalten wir bereits seit vergangenem Jahr. Außerdem profitieren unsere Kunden bald von unserem neuen Fräszentrum für individuell gefrästen Zahnersatz: Abutments, Stegarbeiten und Kronen – alles ist zukünftig möglich.
Im Zuge dessen bauen wir natürlich auch unser Vertriebsteam aus. Allerdings können sich unsere Kunden auf eines verlassen; an unserer Grundphilosophie – schlanke Strukturen für maximale Produktqualität bei höchst attraktiven Preisen – werden wir stets festhalten. Ein enger persönlicher Kontakt ist und bleibt mir sehr wichtig. Denn die Bedürfnisse unserer Kunden sind unsere beste Inspiration für weitere Ideen.
Vielen Dank für das Interview.