Implantologie 04.05.2026

Entfernung insuffizienter Zirkonkronen mit ROCKY



Die Entfernung insuffizienter Zirkonkronen ist ein klinisch anspruchsvoller Eingriff, der diagnostische Präzision und geeignete Instrumente erfordert. Hier kommt der neue Kronentrenner Rocky ins Spiel. Anhand eines Patientenfalls arbeitet Dr. Maximilian Dobbertin die Eigenschaften des neuen Spezialinstruments heraus.

Entfernung insuffizienter Zirkonkronen mit ROCKY

Foto: Komet Dental (links); Dr. Maximilian Dobbertin (rechts)

Ein 45-jähriger Patient stellte sich mit ästhetisch und funktionell unzureichenden Zirkonkronen im Bereich der oberen zentralen Inzisiven (Regio 11 und 21) vor. Die Restaurationen wiesen mar­ginale Undichtigkeiten, Verfärbungen und insuffiziente Adaptation auf, begleitet von parodontalen Reaktionen im marginalen Gingivabereich. Nach eingehender klinischer Untersuchung und Röntgendiagnostik wurde die Indikation zur Entfernung und zum Ersatz der bestehenden Kronen gestellt, um eine zuverlässige prothetische Rekonstruktion zu gewährleisten.

Diagnostische Beurteilung

Vor der Kronenentfernung sind neben der Prüfung auf Karies, Randspaltbildung und Pulpabeteiligung auch die vorliegenden Stümpfe und gegebenenfalls vorhandene Stifte zu beurteilen. Die radiologische Diagnostik dient dazu, die Länge und Position von Wurzelstiften sowie mögliche apikale Pathologien auszuschließen und die Entfernungstechnik zu planen. Eine adäquate marginale Aufbereitung und die Beurteilung des Zementtyps (z. B. Adhäsiv vs. Ionomer) sind präoperativ essenziell, da sie die mechanische Retention und die Schwierigkeit der Kronenentfernung beeinflussen.

Instrumentenauswahl und klinische Vorgehensweise

Zur Entfernung von vollkeramischen Kronen aus Zirkonoxid wurde in diesem Fall der spezielle Kronentrenner Rocky (Komet Dental) eingesetzt. Dieses diamantbeschichtete Instrument wurde für die hohe Härte und Zerspanungsresistenz von Zirkondioxid entwickelt und zeichnet sich laut Hersteller durch eine erhöhte Schärfe und gesteigerte Schneidleistung aus, die die Trennung keramischer Materialien effizient unterstützt. Rocky soll im Vergleich zu herkömmlichen Diamant- oder Kronentrennern eine höhere Initialschärfe und schnellere Schneidleistung aufweisen, was zu verkürzten Behandlungszeiten und weniger Instrumentenverschleiß führt.

Die klinische Technik umfasste folgende Schritte:

  1. Orientierende Markierung: Vorbereitung von zwei parallelen Trennlinien vestibulär und lingual entlang der Kronenoberfläche zur Schaffung definierter Trenntiefen unter wassergekühlter Hochgeschwindigkeitsrotation.
  2. Sektionierung der Kronen: Mit Rocky wurden die Zirkonkronen zuerst vestibulär und palatinal bis zur Zementgrenzschicht durchtrennt, um eine Segmentierung zu ermöglichen.
  3. Segmentheben: Nach vollständigem Durchtrennen der Keramik konnte die Krone kontrolliert in zwei Hälften gespalten und entfernt werden.
  4. Schonung des Stumpfmaterials: Die vorhandenen metallischen Wurzelstifte blieben im Zahn erhalten, da sie für die weitere prothetische Versorgung (z. B. Aufbau und definitive Kronen) nicht schädlich waren und deren Entfernung zusätzlichen Substanzverlust bedeutet hätte.

Wissenschaftlicher Kontext der Kronenentfernung

Die Literatur zur Kronenentfernung, insbesondere bei Zirkonoxidversorgungen, zeigt, dass rotierende Instrumente mit diamantbeschichteten Schneidflächen als Standardmethode gelten. In einer In-vitro-Studie wurde gezeigt, dass traditionelle Rotor-Instrument-Techniken bei der Entfernung keramischer Kronen im Vergleich zu Laserverfahren effizienter hinsichtlich Zeit und Temperaturveränderung im Pulpagewebe sind. Weiterhin ist bekannt, dass die Auswahl der In­strumente (Korngröße, Form und Kühlschmierung) direkten Einfluss auf die thermische Belastung der Pulpa und das Risiko für iatrogene Schäden hat.

Prothetische Nachbehandlung und Verlauf

Unmittelbar nach der Kronenentfernung wurden adhäsive Präparate an den beschliffenen Stümpfen durchgeführt, verfärbte Bereiche mit opakem Komposit isoliert und die definitive Präparation zur Aufnahme neuer Kronen fertiggestellt. Die provisorische Versorgung diente der Weichgewebsführung. Die definitiven Zirkonkronen wurden anschließend adhäsiv zementiert. Bei der ersten Kontrolle nach einer Woche zeigten sich eine vollständige Heilung des marginalen Gin­givagewebes und zufriedenstellende provisorische Funktion und Ästhetik.

Schlussfolgerung

Der Einsatz des Kronentrenners Rocky ermöglicht laut Herstellerangaben und praktischen Erfahrungen eine effiziente, kontrollierte und diagnostisch schonende Kronenentfernung, insbesondere bei hochfesten Zirkonoxidversorgungen. In Kombination mit etablierten rotierenden Techniken und adäquater Kühlung kann so ein strukturierter und patientenschonender Behandlungsablauf gewährleistet werden. Zukünftige Studien sollten vergleichen, inwieweit spezialisierte Kronentrenner im direkten Vergleich zu Stan­dardinstrumenten validierte Vorteile in klinischen End­punkten wie Zeitbedarf, ia­trogene Schädigung und Pa­tientenerleben bieten.

Vorteile von Rocky im Vergleich zu kon­ventionellen Kro­nentrennern

Unübertroffene Leistung

Rocky ist bis zu 87 ProzentA schneller beim Trennen von Keramikkronen und hochfesten Materialien und bietet dank 74 ProzentA höherer Initialschärfe Präzision ohne Kompromisse.

Innovative Konstruktion

Das innovativeB Diamantkorn sorgt für maximale Standzeit und Wirtschaftlichkeit im Praxisalltag.

Schnelle Erkennbarkeit 

Unverwechselbarer Schaft aus Roségold zur sofortigen Erkennung.

A Komet Dental TestLab, mechanischer Schneidetest 2025. Test basiert auf dem Vergleich mit dem Wettbewerbsdurchschnitt.

B Deutsches Gebrauchsmuster GM 20 2025 100 047

Literatur

ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis 04/26

ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis


Dieser Beitrag ist in der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis erschienen.

Seit 32 Jahren ist die ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis das führende Wirtschaftsmagazin für den Zahnarzt. Als General-Interest-Titel deckt sie das gesamte Spektrum der Praxisführung ab.

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