Anzeige
Kieferorthopädie 14.11.2011

Zuverlässig, robust, unkompliziert

Zuverlässig, robust, unkompliziert

Seit Anfang 2011 ist das passiv selbstligierende DamonTM Clear-Bracket im Handel, dessen klinische Performance im folgenden Beitrag von Dr. Maresa Tegtmeyer und Dr. Thomas Banach beurteilt wird.

Die Bedürfnisse der Patienten stehen seit dem Beginn unserer Praxistätigkeit vor nunmehr dreizehn Jahren im Vordergrund unserer Bemühungen. So wachsen deren Ansprüche an eine moder­ne kieferorthopädische Behandlung – vor allem was die Ästhetik der verwendeten Apparaturen, den Patientenkomfort und ein perfektes Endergebnis angeht – stetig. Vor diesem Hintergrund versuchen wir, unsere Behandlungskonzepte und -apparaturen den stetig steigenden Erwartungen anzupassen. Dies bewegt uns unter anderem dazu, die immer wieder neu auf dem Markt erhältlichen Bracketsysteme auf deren klinische Alltagstauglichkeit kritisch zu testen.

Über die Jahre konnten wir somit auch einen recht umfang­reichen Überblick über diverse selbstligierende Systeme erlangen. So war das erste von uns verwendete SL-System das SPEEDTM-Bracket (Strite Industries), gefolgt von DamonTM 3 (Ormco), In-Ovation® C (DENTS­PLY/GAC), QuicKlear® (FORESTADENT), ClarityTM SL (3M Unitek) und zuletzt dem DamonTM Clear-Bracket (Ormco). Die meisten der genannten Fabrikate fanden in unserer Praxis eine ineinander übergreifende, parallele Anwendung, was den direkten Vergleich der Systeme deutlich einfacher macht.

Bei DamonTM Clear handelt es sich um ein transluzentes, passiv selbstligierendes Bracket, welches seit Anfang 2011 im Handel ist. Der gesamte Bracketkörper inklusive der Bracketklappe ist aus polykristallinem Aluminium (PCA) gefertigt. Lediglich ein innen liegender Nickel-Titan-Federmechanismus stellt den einzigen metallischen Bestandteil dar. Er gewährleistet den Zusammenhalt von Körper und Klappe während des Öffnungs- und Schließvorgangs (Abb. 1, 2).  Seit Januar 2011 wurden insgesamt 90 Patienten in unserer Praxis im Oberkiefer mit DamonTM Clear-Brackets indirekt beklebt, wovon ca. 15 Patienten zwischenzeitlich bereits wieder entbändert sind. Es handelt sich dabei um ein gemischtes Patientengut aus Erwachsenen und Jugendlichen, wobei letztere sicher den Großteil darstellen. Unsere Standardapparatur besteht aus DamonTM Clear von oberem Eckzahn zu Eckzahn, kombiniert mit DamonTM Q im OK-Seitenzahnbereich und einem lingualen Bracketsystem (2D® von FORESTADENT) im Unterkiefer. Explizit soll nun auf die einzelnen Behandlungsschritte während der Multibracketbehandlung mit DamonTM Clear eingegangen werden.

Indirektes Kleben

Dem Abdruck mit Alginat folgt ei­ne zeitnahe Herstellung des Arbeitsmodells. Auf dem isolier­ten Modell werden die Zahnachsen eingezeichnet. Vor der Bracketpositionierung müssen die Bracketplatzierungshilfen entfernt werden, was leider einen erheblichen Mehraufwand bedeutet. Ein optionales Angebot des Systems ohne Platzierungshilfen wä­­re daher sicherlich wünschenswert. Danach erfolgt die Posi­tionierung mit TransbondTM (3M Unitek), einem lichthärtenden Kunststoff. Hierdurch erhält man eine indivi­du­a­lisierte Bracket­basis. Durch den Nickel-Titan-Federmechanismus lässt sich die präzise Platzierung des Brackets von inzisal optimal überprüfen (Abb. 4). Nach dem Aushärten im Lichtofen wird die Übertragungsschiene aus Transpasil Heavy Body Bissregistrat (Fa. Kaniedenta) hergestellt.

Das Vorgehen am Patienten erfolgt nach bekanntem Klebeprotokoll: Anprobe der Transfermas­ke, Reinigung der Kunststoffbasis mit Aceton, Reinigung der Zäh­-ne, Ätzen der Klebefläche an den trocken­ge­legten Zähnen, Auftragen des Bondings auf den Zahn und TransbondTM Supreme LV (3M Unitek) in die Übertragungsschiene, Einsetzen der Schiene zur Lichthärtung und im Anschluss Herauslösen derselben. Abschließend lässt sich sagen, dass sich DamonTM Clear hervorragend zum indirekten Kleben eignet und sich keine Veränderungen im Standardklebeprotokoll ergeben haben (Abb. 3 bis 8).

Multibracketapparatur in situ

Ästhetik
Im Vergleich zu anderen selbstligierenden Bracketsystemen, welche häufig noch eine metallische Klappe bzw. einen metallischen Clip aufweisen, gehört DamonTM Clear sicherlich zu den optisch unauffälligsten Systemen. Bis dato zeigte sich das Bracketma­terial inert gegen Verfärbungen und Plaqueakkomodation. Unse­re Begeisterung für das Design spiegelte sich auch in einer hohen Patientenzufriedenheit wider.

Verlustrate
Die konturierte, gelaserte Bracketbasis bietet eine optimale Verbundfestigkeit. Hinsichtlich der Verlust­rate gibt es keinen signifikanten Unterschied zu an­deren selbstligierenden Bracketsystemen.

Reparaturen
In den gesamten zehn Monaten, in denen wir mit DamonTM Clear arbeiteten, zeichnete sich das Bracketsystem als robust und zuverlässig aus. Bei keinem un­serer Patienten kam es zu fabrikationsbedingten Schäden (wie z.B. Ablösen der Klappe vom Bracketkörper, Defekte des Schließmechanismus und Stressfrak­turen).

Handling für Behandler und Assistenz
Zum Öffnen des Schiebemechanismus genügt eine einfache Ro­tationsbewegung. Dadurch ist ein schnelles und einfaches Ein- und Ausligieren der Bögen gewährleistet, was wiederum zu einer kurzen Stuhlzeit der Patienten führt. Die Insertion von elasti­schen Ketten, Powerthreads und interma­xillären Gummizügen geht sim­-pel und bequem. Fazit: ein auch auf die Funktion per­fekt eingestelltes selbstligierendes Bracketsystem.

Debonding

In der Vergangenheit war das Entfernen von Keramikbrackets häufig problematisch. Durch die hohe Materialfestigkeit der Keramik kann das Bracket beim Debondingprozess nicht verformt werden, was in Folge häufig zu ei­ner Fraktur des Bracketkörpers führ­te. Die verbliebenen Bracketanteile auf der Zahnoberfläche waren dann nur schwer und teilweise gar nicht mehr mit einer Debondingzange zu entfernen. Das Abfinieren der Bracketreste mit einem Diamanten barg eine hohe Gefahr der Schmelzschädigung. Somit ist als besonders positiv hervorzuheben, dass es in keinem Debondingfall mit DamonTM Clear zu Brüchen der Brackets kam. Zum Debonding wurde in unse­-rer Praxis das eigens dafür von Ormco angebotene Debondinginstrument verwendet. Des Weiteren fiel auf, dass das gesamte Klebepad auf dem Zahn verblieb. Der Verbundmechanis­mus des Klebers (in unserem Fall TransbondTM LV) zum Schmelz scheint im Vergleich zur Bracketbasis höher zu sein. Dies bedeutet, dass Schmelzausrisse ausgeschlossen werden können. DamonTM Clear ist ein Bracket mit einem hohen Debondingkomfort. Es lässt sich mit wenig Kraft und ohne schädigende Nebenwirkungen auf die Schmelzstruktur sicher und einfach entfernen.  Unse­re Patienten empfanden das Entfernen der Brackets durchweg als nicht unangenehm.

Fallbeispiel

Zunächst müssen wir darauf hinweisen, dass die keramischen DamonTM-Brackets der neuesten Generation noch nicht sehr lan­ge zur Verfügung stehen. Es war deshalb eine große Heraus­for­-de­rung, einen fertig behandelten Fall zu präsentieren. Aufgrund der in unserer Praxis ty­pischen Herangehensweise, zunächst die Bisslage zu korrigieren und dann die Zahnfehlstellungen, können aber in Einzelfällen sehr kurze Phasen mit einer Multibracketapparatur realisiert werden.

Im Folgenden gehen wir deshalb näher auf die Behandlung von Dorian ein, der sich im Alter von dreizehn Jahren in unserer Praxis vorstellte: eine typische Distalbisslage (Abb. 9, 10) im Sinne einer Klasse II/1 mit entsprechenden Engständen im Ober- und Un­­ter­kiefer. Nach einer kurzen Phase mit einer frontprotrudierenden 2 by 4-Apparatur setzten wir im September 2009 eine gegossene FMA nach Kinzinger in König­steiner Modifikation mit distal extendierten Führungs­flächen ein (Abb. 11, 12). Nach ca. neun Monaten entfernten wir die Apparatur und erstellten im Anschluss Un­ter­lagen zur Planung der Zahnfehlstellungskorrektur (Abb. 13 bis 15). Von Oktober 2010 bis zum Juli 2011 erfolgte dann die festsitzen­de Korrektur mittels Königsteiner-Hybrid-Technik (Abb. 16, 17).

Abschließende Beurteilung

DamonTM Clear ist ein optisch hoch ansprechendes Bracket, welches sich in der Behandlung als absolut zuverlässig, robust und unkompliziert erwiesen hat. Es vereint die klinisch erprob-ten Eigenschaften eines nahezu reibungsfreien, passiv selbstligierenden Systems mit den hohen ästhetischen Ansprüchen an eine moderne Multibracketapparatur. DamonTM Clear hat deshalb sowohl unsere Patienten als auch die behandelnden Ärz­te und die Stuhlassistenz überzeugen können.

Mehr Fachartikel aus Kieferorthopädie

ePaper

Anzeige