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Zahntechnik 09.01.2017

Ästhetische Restauration der Unterkieferfront nach Zahnverlust

Ästhetische Restauration der Unterkieferfront nach Zahnverlust

Zahnverlust im Unterkieferfront­zahnbereich stellt eine große Herausforderung für Zahnarzt und Zahntechniker dar, wenn es darum geht, eine ­ästhetisch ansprechende prothe­tische Versorgung herzustellen. In diesen Fällen ist aus Stabilitätsgründen ein festes, verwindungssteifes Gerüst unabdingbar. Metallgerüste haben hierbei den Nachteil, dass bei dünner Verblendkeramikschicht ästhetisch nicht zufriedenstellende Ergebnisse resultieren können. Monolithische Zirkonoxidgerüste werden den ästhetischen Ansprüchen von Zahnarzt und Patient in solchen Fällen in der Regel nicht gerecht. Allerdings muss auf eine ausreichende Festigkeit gerade bei grazilen Brücken Wert gelegt werden, um ein dauer­haft befriedigendes Ergebnis zu erzielen. Der hier beschrie­bene Fall wurde mit dem neuen 
Presskeramiksystem Celtra Press (Dent­sply Sirona Prosthetics, Ha­­nau) gelöst. Dieses Keramiksystem vereint eine hohe Festigkeit mit brillanter Ästhetik und ist­
für solche anspruchsvollen Fälle optimal geeignet.

Fallbericht

Die Patientin stellte sich erstmals im Dezember 2015 in 
un­serer Praxis vor. Allgemein­erkrankungen lagen nicht vor, 
allerdings litt sie an einer Peni­cillin-­Allergie. Einige Jahre zu­vor war sie an einer Parodontitis erkrankt, in deren Verlauf sich Zahn 31 gelockert hatte und entfernt werden musste. Die 
prothetische Versorgung erfolgte alio loco mit einer Klebebrücke von 32 auf 41. Diese hatte sich mehrfach gelockert und wurde regelmäßig wieder neu befestigt. Regio 24 war die Patientin mit einem Keramikimplantat und an den Seitenzähnen aller Qua­dranten mit Keramikinlays/-teilkronen und Kunststofffüllungen versorgt. Röntgenologisch war horizontaler Knochenabbau auf­grund der weiterhin bestehenden chronischen parodontalen Erkrankung im Seitenzahn­bereich zu erkennen.

Die Patientin wünschte eine ästhetische und dauerhaft stabile prothetische Versorgung Regio 32 – 41 und lehnte eine implantatgetragene Kronenversorgung Re­gio 31 ab. Nach Vorstellung der alternativen Möglichkeiten zu einer Brückenversorgung entschieden wir uns gemeinsam mit der Patientin für die Herstellung der Brücke aus hochtransluzenter Vollkeramik. Da in diesem Fall sowohl eine ausgezeichnete Ästhetik als auch eine gute Festigkeit gefordert war, entschieden wir uns für das hochfeste Keramiksystem Celtra Press (Dentsply Sirona Prosthetics, Hanau).

Nach der Farbbestimmung erfolgte die Präparation der Zähne unter Infiltrationsanästhesie. An­schließend wurde die Abformung vorgenommen sowie eine habituelle Bissnahme genommen. Danach wurden die präparierten Zähne mit einem Kunststoffprovisorium versorgt (Abb. 1 bis 4). Im zahntechnischen Labor wurde das Sägemodell erstellt und mithilfe eines Mikroskops die Präparationsgrenzen sauber und präzise dargestellt (Abb. 5). Die Modelle wurden mit einem 3Shape D700 gescannt und die Daten in die 3Shape CAD-Software übertragen. Durch die hochpräzise Freilegung der Präparationsgrenzen erkannte das Programm diese zu 100% genau und legte sie in Sekundenbruchteilen im Programm fest (Abb. 6 und 7). Es folgte die Bestimmung der gelenkbezüglichen Lage der Modelle im Artikulator und anschließend die Konstruktion der Brücke unter Berücksichtigung von Okklusion und Artikulation, was im vorliegenden Fall durch die Kopfbissstellung eine He­rausforderung darstellte (Abb. 8 und 9). Abschließend wurde 
das Brückengerüst zur Vorbe­reitung der Cut-back-Technik um 0,5 mm reduziert und die Feinausarbeitung der Konturen abgeschlossen (Abb. 10 und 11). Es folgte die Fräsung der Gerüstkonstruktion für die Cut-back-­Schichttechnik komplett aus Cercon base wax (Abb. 12). Im vorliegenden Fall fertigten wir zwei Brücken­gerüste, um die einfache Anstiftung für den Pressvorgang mit nur einem Presskanal zu testen (Abb. 13 und 14).

Die eigens für das neue Presskeramiksystem entwickelte Cel­tra Press Investment Einbettmasse ist ausgesprochen dünnflüssig, lässt sich angenehm in die Muffelform einfüllen und fließt präzise um die feinen Objektstrukturen (Abb. 15). Nach dem Abbinden wurde die Muffel mit einem 6 g Celtra Press Presspellet bestückt und in den Press­ofen gegeben (Abb. 16). Die 
Ausbettung nach dem Pressvorgang gestaltete sich sehr ein­fach durch Abtrennen überschüssiger Einbettmasse und anschließendem Abstrahlen. Eines der wichtigsten Merk­male von Cel­tra Press und Celtra Press Investment ist, dass nach dem Abstrahlen praktisch keine Reaktions­schicht auf dem Objekt vorhanden ist und somit das Absäuern mit Flusssäure komplett entfallen kann (Abb. 17 und 18). Das Gerüst zeigt nach dem Ab­strahlen eine Oberfläche ohne Reaktionsschicht und gestochen scharfe Wiedergabe aller Objektstrukturen (Abb. 19). Ohne jede Ausarbeitung – lediglich Abtrennen des Presskegels – zeigte das Objekt eine Initialpassung die begeistert (Abb. 20 und 21). Die guten ästhetischen Eigenschaften zeigten sich schon im Durchlicht der Celtra Matrix auf dem Modell (Abb. 22). Abschließend wurde das Gerüst mit Schneide- und Dentinmassen in zwei Bränden fertiggestellt (Abb. 23 bis 27). Sowohl auf dem Meistermodell wie auch bei der Anprobe im Mund wies die Brücke eine hervor­ragende Passgenauigkeit und eine bestechende Ästhetik auf (Abb. 28 bis 30). Die ­Patientin und der behandelnde Zahnarzt waren von dem Ergebnis begeistert.

Zusammenfassung

Der vorliegende Fall beschreibt die Versorgung einer ästhetisch kompromittierten Unterkieferfront nach dem Zahnverlust aufgrund einer parodon­talen Vor­erkrankung mit einer grazilen Brückenkonstruktion. Diese war notwendig, da die ­Patientin eine implantologische Behandlung mit einer Einzelkronenversorgung ablehnte. Die Herausforderung bestand darin, eine ästhetisch hochwertige Ver­sorgung zu erstellen, die jedoch über ausreichende Festigkeit verfügt, um auch über Jahre ein stabiles Ergebnis zu gewährleisten. Dieser Spagat konnte mit dem neuen Presskeramik­system Celtra Press von Dent­sply Sirona Prosthetics erreicht werden, da dieses zirkonoxidverstärkte Lithiumsilikat außergewöhnliche Materialeigen­schaften aufweist, die von herkömmlichen Lithiumdisilikaten nicht erreicht werden. So besticht ­dieses neue Material vor allem aufgrund seiner ausgeprägten Transluzenz mit einer überragenden Ästhetik und verfügt dennoch über Festigkeitswerte von über 500 MPa, was kein anderes Li­thium­sili­kat erreicht. Das Er­gebnis der ­Behandlung begeisterte Zahnarzt und Patientin gleicher­maßen. 

Foto: © Autoren
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