Anzeige
Zahntechnik 21.02.2011

Moderne Prothetik aus Nylon: Ästhetisch und allergiefrei

Moderne Prothetik aus Nylon: Ästhetisch und allergiefrei

Ein wachsender Anteil allergiegefährdeter Patienten zwingt Zahnärzte dazu, sich in der Prothetik mit alternativen Kunststoffen auseinanderzusetzen.  Um diesen Patienten ein biokompatibles Material anbieten zu können, greifen immer mehr Zahnärzte auf flexible Teilprothesen aus biologisch verträglichem Nylon zurück. Dafür sprechen sowohl die Ästhetik als auch die Zuverlässigkeit.

In den USA gehören Zahn-Prothesen aus Nylon bereits seit vielen Jahren zum Standard. Neben ökonomischen Gründen liegt dies sicher an der hohen Anzahl zufriedener Patienten. Inzwischen finden auch in Deutschland immer mehr Behandler und Patienten Gefallen an diesem innovativen Werkstoff. Zahnärzte bestätigen: „Nylon ist eine ideale Alternative für Kunststoffallergi-ker, weil das hochreine Material keinerlei Methylmethacrylat oder Benzoylperoxid enthält.“ Zahntechniker, die bereits seit einigen Jahren mit Valplast® arbeiten, ergänzen: „Nylon lässt sich nicht ganz leicht ver- arbeiten, ist aber unzerbrechlich und bietet – ohne störende Metallklammern – ein harmonisches Gesamtbild.“

Drei entscheidende Vorteile von Nylon


Die stetig anwachsende Anzahl von Allergikern erfordert dringend ein Umden- ken in unserer Gesellschaft. Jeder sollte sich dessen bewusst sein, dass Werkstoffe, die direkt im Mund eingesetzt werden, einer ganzen Reihe von Umweltfaktoren ausgesetzt sind: Temperaturunterschiede, Druck- und Zugbelastungen, Säureangriffe, Feuchtigkeit u.a. Aus diesen Faktoren ergeben sich die Anforderungen an das verwendete Material. Für die Herstellung von herausnehmbarem Zahnersatz wurden ursprünglich Materialien wie Kautschuk und Ebonit, aber auch Chrom, Kobalt und Acryl verwendet. Die meis-ten Allergien, die intraoral auftreten, sind auf Legierungs- (Metall, Amalgam) oder Kunststoffbestandteile zurückzuführen. Gerade bei herkömmlichen Prothesenkunststoffen (Polymethyl-methacrylate, kurz: PMMA genannt) ist in dieser Hinsicht aufgrund ihres chemischen Herstellungsprozesses aus einer flüssigen und einer pulverförmigen Komponente Vorsicht geboten. Bei ihrer Vernetzungsreaktion werden Nebenprodukte, sogenannte Restmonomere, abgespalten. Diese stehen seit Längerem in Verdacht, potenzielle Allergieauslöser zu sein. Aus Nylon gefertigte Valplast-Prothesen bieten hier eine ideale Alternative. Dafür sprechen drei wichtige Argumente:

1. Bioverträglichkeit

Das hochreine Nylon enthält keinerlei Methylmethacrylat oder Benzoylperoxid. Es werden keine unverträglichen Nebenprodukte beim Herstellungsprozess und darüber hinaus freigesetzt. Valplast wird durch Erhitzen in Form gebracht und ist frei von belastenden Stoffen. Deshalb kann Valplast bei Kunststoff-allergikern und auch unbedenklich bei Kindern verwendet werden.

2. Tragekomfort

Die herausragenden Materialeigenschaften des Werkstoffes Nylon erlauben eine sehr grazile Gestaltung der Prothesenbasis. Die Materialstärke beträgt lediglich 1,2 bis 1,4 Millimeter. Ein starrer, herkömmlicher Werkstoff würde bei dieser Stärke längst brechen. Nylon federt Druck- und Zugbelastungen durch seine Flexibilität optimal ab und bietet dem Patienten somit einen unübertroffenen Tragekomfort mit absoluter Bruchsicherheit. Außerdem ist Nylon und damit auch die Prothese im Vergleich zu anderen Kunststoffen signi-fikant leichter. Alles zusammen erleichtert das Eingliedern des herausnehmbaren Zahnersatzes vor allem in kleinen Mundhöhlen, z. B. bei Sklerodermie-Patienten.

3. Ästhetik

Die Transparenz des Werkstoffes bewirkt, dass die natürliche Zahnfleischfarbe durchscheint. Die grazile Gestaltung sorgt für eine unauffällige, harmonische Integration in die Zahnreihe bzw. in das Lückengebiss. Zudem kann aufgrund der Bruch- sicherheit auf ästhetisch störende Stütz- und Halteelemente aus Metall verzichtet werden. Patienten können wieder befreit lächeln, das Selbstbewusstsein wächst, sie fühlen sich rundum wohl.


Breites Indikationsspektrum

Ob Teilprothese als hochwertige Alternative zum Modellguss (Prothese mit ge- gossenen Metallklammern), Übergangsprothesen (sog. Interims- oder Immediatprothesen), provisorischer Einzelzahnersatz, Langzeitprovisorium oder Kinderprothesen – die Anwendungsbereiche von Valplast sind vielfältig. Weitere Argumente, die für Valplast sprechen, sind dessen Unempfindlichkeit gegen Ver- färbungen und die schonende Wirkung auf die um-liegenden Gewebe. Eine unnötige Belastung von Restzähnen und Knochensubstanz, wie sie bei herkömmlichen Klammerprothesen oftmals zu beobachten ist, wird vermieden.

Verarbeitung


Die Vorarbeiten sind ähnlich wie bei einer herkömmlichen Klammerprothese zu erledigen: Der Zahnarzt macht eine Abformung der Zähne und umliegenden Gewebe im Ober- und Unterkiefer, damit der Zahntechniker alle erforderlichen Informationen aus der Mundhöhle des Patienten erhält. Aufgrund der speziellen Verarbeitungstechnologie (Injektor-System mit Erhitzung) benötigt die Herstellung einer Nylonprothese etwas länger als die einer gewöhnlichen Klammerprothese aus PMMA-Kunststoff. Allerdings kann auch die individuell angepasste, bioästhetische Valplast-Prothese innerhalb von fünf Arbeitstagen angefertigt werden.
Die Verarbeitung von Valplast ist ebenso einfach wie produktiv: Als Granulat in Alu-minium-Kartuschen geliefert, wird es mit einem speziell entwickelten Injektor-System verarbeitet. Dazu werden die Kartuschen auf eine Temperatur von ca. 290°C erhitzt und anschließend im flüssigzähen Zustand bei einem Druck von ca. 6,5bar in eine Spezial- Küvette injiziert. Wichtig ist in dieser Phase der Abkühlungsprozess, bei dem Zeiten exakt eingehalten werden müssen. Nach der Abkühlung erfolgt die Ausarbeitung und Politur. Trotz einheitlicher Ver- und Bearbeitungsschritte gibt es natürlich laborspezifische Unterschiede. Eine optimierte Verarbeitung garantiert z.B. eine bessere Oberfläche und damit einen größeren Schutz vor Plaque-Ablagerungen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass das verarbeitende Dentallabor über entsprechende Erfahrung verfügt und bei der Herstellung höchsten Qualitätsansprüchen genügt. Im Idealfall werden alle gefertigten Produkte strengen Qualitätskontrollen unterzogen, bevor sie ausgeliefert werden.

Ein Fall aus der Praxis


Bei einer 59-jährigen Patientin sind im Oberkiefer (Regio 14, 16 und 24, 26) und Unterkiefer (Regio 34, 36 und Regio 45, 46) Implantate geplant. Im ersten Quadranten wurden 15 und 16, im dritten Quadranten zur selben Zeit auch 35 und 37 frisch extrahiert. Als Interims, bis die Extraktionswunden verheilt sind und implantiert werden kann, hat sich die Patientin für die ästhetische provisorische Versorgung mit Valplast entschieden. Im Oberkiefer werden Zahn 14, 15, 16 und 24, 25, 26 mit Merz Dental Artegral Kunststoffzähnen ersetzt. Nach Anfertigung der Bissschablonen im Ober- und Unterkiefer (Abb. 1) und dem Artikulieren der Bissnahme (Abb. 2) beginnt die technische Herstellung der Valplast-Prothesen. Die unter sich gehenden Stellen der Originalmodelle werden vor dem Doublieren mit Wachs aus- geblockt (Abb. 3). Auf den Doublikatmodellen werden die Zähne der Firma Merz nach gnathologischen Gesichtspunkten aufgestellt (Abb. 4). In die Kunststoffzähne werden mit einem kleinen Spiralbohrer Retentionen eingeschliffen, da sich das Valplastmaterial (Nylon) nicht mit den PMMA-Kunststoffzähnen verbindet (Abb. 5). Die Valplast-Prothesen werden jetzt ausmodelliert (Abb. 6). Die ausmodellierten rosa Anteile der Valplast-Prothesen werden mit Zuführungskanälen (hier nehmen wir Wachsdrähte her) versorgt und danach in Gips eingebettet (Abb. 7). Nachdem der Gegenkonter ausgehärtet ist, wird die Küvette auseinandergenommen. Das Wachs, das als Platzhalter diente, wird jetzt ausgebrüht (Abb. 8). Die gesäuberten Hälften werden mit einem lichthärtenden Lack bestrichen (Abb. 9). Dieser Lack sorgt dafür, dass sich das Valplastmaterial nicht mit dem Gips beim Pressen verbindet. Bei 280 Grad und elf Minuten lang muss das Valplastmaterial in einem speziellen Ofen plastisch werden, dann kann es in die vorbereitete Form gepresst werden. Nach dem Abkühlen werden die zwei Hälften der Küvette vorsichtig auseinandergenommen. Mit Spezialsteinen und Gummipolierern (Abb. 10, 11) wird nun die Valplast-Prothese ausgearbeitet. Überstehende Fähnchen können mit einem Skalpell entfernt werden (Abb. 12). Nach dem Ausarbeiten werden die Valplast-Prothesen mit minimalstem Aufpassen auf die Originalmodelle aufgesetzt. Die Valplast-Prothesen sind fertig zum Versand (Abb. 13 bis 16).

Patienten profitieren vielfach


Ob Patienten mit erhöhtem Allergiepotenzial gegenüber PMMA, Metall oder einer multiplen Chemikalienunverträglichkeit, Kinder und Erwachsene mit eingeschränkter Motorik, Patienten mit fortgeschrittenen Parodontalerkrankungen (Ginka Epithesen), erhöhtem Komfortbedürfnis (z.B. Tumorpatienten) oder Kiefergelenkbeschwerden – alles in allem ist die Valplast- der Modelgussprothese in vielerlei Hinsicht überlegen. Patienten profitieren darüber hinaus noch von folgenden Punkten:
• Aufgrund der Unzerbrechlichkeit entfallen mögliche, meistens nicht kostendeckende Reparaturen
• Einfache Erweiterbarkeit der Prothese (mit Einschränkung)
• Abspülen unter fließendem Wasser oder die Reinigung mit Valplast-Prothesenreiniger genügen (aufgrund der Flexibilität des Materials würden harte Bürsten oder scharfe Gegenstände die Oberfläche verkratzen)
• Relativ günstiger Preis.

Wissenschaftliche Studien sprechen dafür


Die Zuverlässigkeit des Valplast-Materials wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien bestätigt. Valplast als zertifiziertes Medizinprodukt erfüllt die strengen Normen der amerikanischen FDA sowie die bei uns geforderte CE-Norm. Umfragen bestätigen immer wieder die große Akzeptanz und den hohen Tragekomfort bei den Patienten. Valplast-Prothesen steigern nicht zuletzt wegen ihrer natürlichen Ästhetik die Lebensqualität im Vergleich zu normalen Klammerprothesen erheblich. Ein neues Lächeln und ein Stück Lebensglück, das erreichbar und bezahlbar ist.

Bei der Befragung stellt sich immer wieder heraus, dass Patienten mit unterschiedlichsten Ansprüchen die filigranen Valplast-Prothesen als ausgesprochen angenehm empfinden. Und schon zahlreiche Zahnärzte und Dentaltechniker hat das befreite Lächeln eines Patienten in der Entscheidung für Nylon-Prothesen bestätigt.

Kurzvita:



Markus und Britta Rainer sind Zahntechnikermeister. Von Mainburg, Regensburg und Schrobenhausen aus befasst sich das Team von Rainer & Partner mit innovativer Prothetik. Bereits seit vielen Jahren arbeitet das Dentallabor erfolgreich mit dem VALPLAST®-System und hat eine spezielle Verarbeitungstechnologie entwickelt. Auf diese setzen inzwischen bundesweit zahlreiche Zahnärzte und deren Patienten profitieren von der erfolgreichen Zusammenarbeit.

Adresse:

Rainer & Partner
Regensburger Straße 24
84048 Mainburg
Tel.: 0 87 51/8 45 90 71
Fax: 0 87 51/81 05 72
E-Mail: mainburg@rainer-partner.de
www.erstklassige-zahntechnik.de
www.bio-aesthetischer-zahnersatz.de


Mehr Fachartikel aus Zahntechnik

ePaper

Anzeige