Anzeige
Branchenmeldungen 05.12.2016

15 Jahre XiVE – Expertengespräch zum Implantatsystem

15 Jahre XiVE – Expertengespräch zum Implantatsystem

Anlässlich des 15-jährigen Xive-Jubiläums hatte die OEMUS MEDIA AG am Rande des DGI-Jahreskongresses in Hamburg zu einer Expertenrunde geladen. Der Xive-Mitentwickler Dr. Peter Gehrke sowie Dr. Thomas Hanser moderierten das Fachgespräch und diskutierten mit ihren Kollegen Dres. Martin Christiansen, Thomas Hermann und Till Oppermann sowie ZTM Petra Streifeneder-Mengele über das breite Indikationsspektrum und die Zukunftsfähigkeit dieses universalen Implantatsystems von Dentsply Sirona Implants. 

 

Dr. Peter Gehrke: Man kann eigentlich sagen: Kinder, wie die Zeit vergangen ist! 15 Jahre Xive – aus einem Implantatsystem, das zunächst mit kleinen Schritten vorangegangen ist, ist ein sehr etabliertes Implantatsystem geworden – sowohl in der chirurgischen Fraktion, als auch in der prothetisch-labortechnischen Fraktion. Der initiale Anspruch war es zunächst, ein Brot-und-Butter-Implantatsystem zu entwickeln – ein Implantat für alle Indikationen. Das war zu einer Zeit, als Sofortversorgung und Sofortfunktion zwar in aller Munde war, es aber noch keine standardisierten implantatchirurgischen und prothetischen Protokolle gab. Der Fokus lag vor allen Dingen auf einer hohen Primärstabilität im Rahmen der Sofortfunktion  – mit guten Erfolgen, wie unsere Langzeitergebnisse zeigen.

Nach 15 Jahren macht es Sinn, einmal zu überprüfen, wie der Stand heute ist. Ist das, was man damals wollte, heute etwas, was lege artis ist? Und kann Xive vor allen Dingen auch in die Zukunft führen? Wir sitzen hier in einer Anwender-Expertengruppe. Alle verwenden das Implantatsystem mit unterschiedlichen Indikationen und Aspekten, und vielleicht sprechen wir einmal über die Aktualität des Systems. Ist nach 15 Jahren eigentlich der Lebenszyklus von Xive vorbei oder ändern sich die chirurgischen Indikationen eines solchen Implantsystems? Wie sehen Sie das in Ihrer Praxis?

Dr. Thomas Hermann: Wir haben – bevor Xive auf den Markt kam – mit Frialit-2 gearbeitet und sind dann auf Xive gewechselt. Inzwischen verfügen wir über 15 Jahre Erfahrung mit dem Xive-System. Im Vergleich zum bis dahin verwendeten Frialit-2 gab es deutliche Vorteile. Die Primärstabilität und das Handling sind ungleich besser. Das System überzeugte uns – und in der Folge auch unsere Überweiser. Nach 15 Jahren können wir sagen, dass wir mit Xive ein sicheres Implantatsystem an die Hand bekommen haben, mit dem sämtliche Indikationen – wie Sie sagten Brot und Butter – versorgt werden können, welches sich an die modernen Anforderungen bei der Augmentation sowie beim Rot-Weiß-Management anpassen kann.

Dr. Till Oppermann, Dr. Thomas Hermann und Dr. Peter Gehrke

Dr. Thomas Hanser: Wenn wir die chirurgischen Aspekte ansprechen, wo sind dann die wichtigsten Charakteristika des Implantatsystems?

Dr. Till Oppermann: Was bei Xive wirklich ganz besonders ist: Es ist ein Implantatsystem, mit dem sowohl Standardtherapien als auch komplexe chirurgische Fälle gelöst werden können. Das liegt natürlich an der hohen Variabilität der Implantatgrößen. Hier fängt Xive bei 3,0 mm im Durchmesser an. Wir haben ganz unterschiedliche Implantatlängen zur Verfügung und natürlich dieses wunderbare Bone Condensing-Design, sodass es also auch bei sehr weichem Knochen, bei sehr geringem Restknochenangebot, immer noch möglich ist, sicher und zuverlässig zu implantieren. Unser Kollege Hermann hat letztes Jahr einen Vortrag gehalten „Xive – ein Freund für alle Fälle“, und aus chirurgischer Sicht ist es auf jeden Fall so.

Dr. Thomas Hanser: Das heißt, Ihr Schwerpunkt in der Praxis liegt vornehmlich in der Überweisungstätigkeit. Für Sie als Chirurgen scheint es wichtig zu sein, ein Implantat zu haben, welches sicher und einfach zu platzieren ist, auch bei verschiedenen Arten von Knochenqualitäten. Welche Art von Durchmesser würden Sie im stark reduzierten Knochen benutzen bzw. wann sehen Sie die Indikation für ein durchmesserreduziertes Implantat?

Dr. Till Oppermann: Wir versuchen natürlich immer, den eigenen Knochen so gut auszunutzen, wie es geht. Das heißt, wenn es möglich ist auch ohne Augmentation. Es gibt besondere Situationen, zum Beispiel der untere Frontzahnbereich, die immer eine ganz spezielle Anforderung an den Chirurgen stellen. Gerade mit durchmesserreduzierten Implantaten wie 3,0 lassen sich hier wunderbare Ergebnisse erzielen, ohne dass größere Augmentationen vorgenommen werden müssen. Und man kann trotzdem filigran prothetisch arbeiten, um eine schöne Ästhetik zu erzielen.

Dr. Thomas Hanser: Das heißt, Sie sehen durchaus die Möglichkeit, mit durchmesserreduzierten Implantaten Augmentationen zu reduzieren?

Dr. Till Oppermann: Auf jeden Fall.


Dr. Thomas Hanser, ZTM Petra Streifeneder-Mengele und Dr. Martin Christiansen

Dr. Thomas Hanser: Aus chirurgischer Sicht gibt es Dinge, die Sie an einem durchmesserreduzierten Implantat nutzen können. Wo sehen Sie die Vorteile beispielsweise im unteren Schneidezahnbereich oder im seitlichen Schneidezahnbereich aus ästhetischer Sicht? Gibt es die Möglichkeit, neben der Primärstabilität auch biologischen Raum zu schaffen, also mehr Abstand zu den Nachbarzähnen bzw. benachbarten Implantaten? Gibt es Vorteile, die Sie in der Nutzung von durchmesserreduzierten Implantaten eher sehen?

Dr. Thomas Hermann: Gerade die untere Front ist generell ein äußerst schwieriges Operationsgebiet. Der Alvolarknochen ist dünn und lang. Wenn Frontzähne noch vorhanden sind, dann ist das immer schwierig. Hier ist auch die Verlustrate am größten. Ein durchmesserreduziertes Implantat bringt hier Vorteile, da der chirurgische Aufwand klein gehalten werden kann. Die Indikationen sind zwar begrenzt, aber das ist sinnvoll. Zum Beispiel ist die Nichtanlage der oberen Zweier nicht so selten und Kieferorthopäden neigen dazu, die Eckzähne nach vorn zu holen, was ich persönlich unter ästhetischen und funktionellen Gesichtspunkten als eine Katastrophe erachte. Ich bin daher der Meinung, dass man sich die Optionen durchaus offenhalten und dann zum Beispiel mit dünnen Schrauben versorgen sollte. Sicher, wir haben erst 15 Jahre Erfahrung und die meisten Fälle sind erst zwischen null und zehn Jahre alt, aber auch einige ältere Fälle sind bisher völlig problemlos verlaufen. Und solange die Mundhygiene stimmt, bleibt das Langzeitergebnis optimal.

Lesen Sie das vollständige Expertengespräch in der aktuellen Ausgabe des Implantologie Journals.

Quelle: OEMUS MEDIA AG

Foto: © OEMUS MEDIA AG
Mehr
Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige