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Branchenmeldungen 12.04.2016

300 begeisterte Teilnehmer beim Zahnärztetag Rheinland-Pfalz

300 begeisterte Teilnehmer beim Zahnärztetag Rheinland-Pfalz

Der Kongress „Zahnheilkunde“ der Landeszahnärztekammer lockte auch dieses Jahr wieder über 300 Fachbesucher nach Mainz. Unter dem Kongressmotto „Paradigmenwechsel – Wenn Dogmen zerbrechen“ informierten sich Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Praxispersonal über Innovationen, diskutierten und arbeiteten praktisch in Seminaren.

Gesundheitsministerin: Offensive Herangehensweise

Der Präsident der Landeszahnärztekammer, Sanitätsrat Dr. Michael Rumpf aus Mainz freute sich über hochkarätige Gäste, etwa die Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Sie betonte in ihrem Grußwort den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel, der sich auch im Bereich der Zahnmedizin zeigt. „Die Zahnärztinnen und Zahnärzte und die zahnmedizinischen Fachangestellten gehen Neuerungen offensiv an und suchen sie in Ihren Praxisalltag zu integrieren. Davon profitieren nicht zuletzt die Patientinnen und Patienten, die sich auf eine qualitativ hochwertige Beratung und Behandlung verlassen können. Das hohe Maß ihres Engagements und der Landeszahnärztekammer spiegelt sich daher insbesondere beim Thema Fortbildung wider, ebenso in ihrem Selbstverständnis, sich gesellschaftlichen Veränderungen anzunehmen“, so die Ministerin.

Impressionen des Zahnärztetages

Goldig: Zahnärzte sammeln für kranke Kinder

Zahngold im Wert von über 121.430 Euro haben Praxen gesammelt und an Dr. Gert Kohl aus Mainz übergeben. Der Erlös der Sammlung kommt seit über 25 Jahren der Kinderintensivstation der Uniklinik  Mainz zugute. Die Summe wird an Oberarzt Ralf Huth, gemeinsam mit der Firma DeguDent übergeben.

Abenteurer trifft auf Zahnärzte

Was Zahnärztinnen, Zahnärzte und Praxispersonal von einem Abenteurer lernen können, wurde in dem Festvortrag von Rüdiger Nehberg deutlich. Der agile 81-Jährige begeisterte die Zuhörer mit einem mitreißenden Vortrag über sein Lebenswerk: Vom Überlebenskünstler zum Menschenrechtsaktivisten. Er inspiriert dazu, darüber nachzudenken, wie man Prioritäten neu definieren kann.

Der Präsident der Bundeszahnärztekammer Dr. Peter Engel, Berlin, sprach über die Balance zwischen berechtigten Ansprüchen und Machbarkeit in der Gesundheitspolitik. „Wir müssen uns von alten Vorstellungen verabschieden und die aktuellen politischen Entwicklungen kritisch und konstruktiv begleiten. So müsse zum Beispiel die aktuellen Verhandlungen rund um die Gebührenordnung bei den Ärzten verfolgen, denn Ärzte und Zahnärzte sitzen in einem Boot.“

PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Direktorin des Institutes für Zahnmedizinische Fachangestellte der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz beleuchtete die besondere Rolle des Praxisteams: „Der Paradigmenwechsel vom Reparieren zur Prävention in der Zahnheilkunde macht das Team immer wichtiger. Das Team ist nicht alles, aber ohne Team ist alles nichts.“

Prof. Dr. Bernd d’Hoedt, Wissenschaftlicher Leiter des Kongresses, berichtete über den Wandel in der Zahnärzteschaft: „77 Prozent der Studierenden im Examenssemester in Mainz sind weiblich. Damit ändert sich auch das Berufsbild. Neue Konzepte wie Teilzeit und Kooperationen werden immer gängiger.“ Er berichtet auch vom Fortschritt des Baus der neuen Zahnklinik, die sich durch archäologische Funde auf derzeit geschätzte 18 Monate verzögern wird – mit rund 3,5 Mio Euro Mehrkosten.

Mythen und Show in der Zahnheilkunde?

Was ist aus Innovationen geworden, die in den letzten Jahren in der Branche viel Aufsehen erregt haben – etwa die Digitale Abformung? Haben sich neue Techniken in der Praxis bewährt und wirklich einen Paradigmenwechsel eingeläutet, wie die Fachwelt vermutet hat? Was ist sinnvoll, was ist Show? Welche Mythen, zum Beispiel rund um die Parodontitis gilt es zu entzaubern? Darauf gingen die Referenten in ihren Seminaren und Fachvorträgen ein, zum Beispiel Prof. Dr. Sven Reich aus Aachen über „Digitale Abformung – Show oder Chance?“ und Prof. Dr. James Deschner aus Bonn. Er sprach über „Parodontitis und Systemerkrankungen: Mythen und Wahrheiten.“ Deschner referierte über die Zusammenhänge von Parodontitis und systemischen Erkrankungen, die also den ganzen Körper betreffen. „Zwar gibt es bei vielen Erkrankungen Zusammenhänge mit Parodontitis und eine große Menge an Studien. „Ich warte noch auf eine Studie, die Parodontitis mit Glatze in Zusammenhang bringt“, scherzte Deschner. Doch nicht bei allen Krankheiten ist bewiesen, dass eine Parodontitis-Therapie diese positiv beeinflussen kann. Jedoch die weitaus ist klar: Eine Parodontitis-Therapie kann den Blutzuckerspiegel bei Diabetes-Patienten und die Arthritisaktivität senken.“

Innovativ ist die Arbeit von Dr. Andreas Pabst, der dieses Jahr den Martin-Herrmann-Forschungspreis der Landeszahnärztekammer erhielt. Pabst erklärte, wie ein Wirkstoff namens Geranylgeraniol auf die Wundheilung einwirken kann. Die Forschungsergebnisse könnten in Zukunft die Behandlung von Ostheoporose-Patienten verbessern, die häufig unter Knochenabbau im Kiefer leiden. 

Quelle: Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz

Foto: © OEMUS MEDIA AG
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