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Branchenmeldungen 27.02.2017

6. Jahrestagung der DGET in Frankfurt am Main

6. Jahrestagung der DGET in Frankfurt am Main

Die 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie e.V. (DGET) fand vom 
17. bis 19. November 2016 in Frankfurt am Main statt. Auf mehr als 450 Teilnehmer warteten zwei abwechslungsreiche und wissenschaftlich anspruchsvolle Vortragstage sowie eine restlos ausgebuchte Abendveranstaltung.

Bereits am Donnerstagvormittag ging es mit den Prüfungen zum Spezialisten der DGET und APW sowie einem Aktualisierungskurs der Röntgenfachkunde für Zahnärzte, geleitet von Priv.-Doz. Dr. Dirk Schulze/Freiburg im Breisgau los. Der Pre-Congress am Donnerstagnachmittag bot ein breites Programm acht verschiedener Firmenworkshops, aus denen die Teilnehmer vorab einen Workshop wählen konnten. Parallel dazu fand ein Vorbereitungsseminar zur Spezialistenprüfung (DGET) unter der Leitung von Dr. Bijan Vahedi M.Sc./Augsburg statt. Der Tag endete mit der Mitgliederversammlung der DGET, einem Treffen der Studiengruppenleiter und anschließendem Abendessen der Studiengruppenleiter und Spezialisten für Endodontologie. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Christian Gernhardt/Halle (Saale) und der Ehrung einiger Kollegen für besondere Leistungen startete Priv.-Doz. Dr. Schulze in den fachlichen Teil des Tagungsprogramms mit einem interessanten Vortrag zu „Aktuellen technischen Limitationen der DVT unter Berücksichtigung von Niedrigdosisprotokollen“. Prof. Dr. Matthias Zehnder, PhD/Zürich (CH), referierte zu dem Thema „Diagnostik von schmerzenden und nicht schmerzenden Zähnen“. Pulpen mit irreversiblen Entzündungen enthalten Substanzen, welche mittels Papierspitze im Dentinfluid während der Präparation, aber auch im periapikalen Fluid im Verlauf einer Wurzelkanalbehandlung nachgewiesen werden können. Somit besteht ein Ansatz, pulpitische Zähne vor einer geplanten Restauration zu erkennen bzw. die beginnende Heilung eines sich in endodontischer Behandlung befindlichen Zahnes zu überprüfen.

Impressionen

Dr. Tom Schloss, M.Sc./Nürnberg, hielt einen sehr anschaulichen Vortrag zum Thema „Endodontische Mikrochirurgie – Indikationsstellung und Methode“. Trotz erfolgter orthograder Revision hat die Apikale Chirurgie ihre Berechtigung bei weiterhin bestehender mikrobieller Infektion des Wurzelkanalsystems, bei unbehandelten Kanalverläufen, Resorptionen, Zysten, ausgedehnten Stiftaufbauten und iatrogenen Komplikationen durch vorhergehende Instrumentierung, wie z.B. Perforationen, Instrumentenfrakturen, traditionelle WSR oder die Überextension von Wurzelfüllmaterial. Ergänzend zu orthograden Revisionstechniken können mit der endodontischen Mikrochirurgie vorhersagbar gute Ergebnisse erzielt werden.Die Fragestellung des Vortrags von Dr. Clemens Bargholz/Hamburg lautete „Gibt es Neues zur WF?“. „NEIN“, ertönte gleich zu Beginn die Antwort des Referenten. Doch statt seinen Vortrag an dieser Stelle zu beenden, ging er auf verschiedene Aspekte in der Anwendung der klassischen Wurzelfüllmaterialien Guttapercha und Sealer ein. Als besonders wichtig hob er die Präparation eines ausreichend großen Tapers und das apikale Gauging im Verlauf der Wurzelkanalaufbereitung hervor, um die Größe des apikalen Foramens zu bestimmen.

Über aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema „Immunantwort und regeneratives Potenzial pulpaler Zellen auf bioaktive Zemente in vitro und in vivo“ berichtete Prof. Dr. Henrik Dommisch/Berlin. Dabei ging es speziell um die Fragestellung, wie die Vitalität der Pulpa bei Furkationsdefekten von Molaren erhalten werden kann. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Furkationstherapie mittels Wurzelamputation und partieller Pulpotomie nach genauer vorhergehender Diagnostik eine vorhersagbare Therapieoption bietet. Die Wurzelpulpavitalität blieb über einen Beobachtungszeitraum von fünf Jahren erhalten. Dieses Projekt wurde vom DGET-Wissenschaftsfonds 2015 unterstützt. Zum Abschluss des Tages referierte Dr. Frank Paqué, M.Sc./Zürich (CH) über die „Aufbereitung komplexer Wurzelkanalstrukturen – Was wir aus Mikro-CT-Studien lernen können.“ Die Hauptvorträge am Samstag wurden von Referenten aus dem europäischen Ausland bestritten. Prof. Dr. Juan J. Segura Egea/Sevilla (ES) diskutierte anhand einer Vielzahl von Studien die möglichen Zusammenhänge zwischen Diabetes mellitus bzw. Rauchen mit endodontischen Erkrankungen.

Zum Thema „Laser und Desinfektion in der Endodontie“ gab es gleich zwei Vorträge. Prof. Dr. Stefano Benedicenti/Genua (IT) zeigte, dass die Kombination aus Natriumhypochlorit, Laserlicht und Zitronensäure mit einer Desinfektionszeit von drei mal fünf Sekunden signifikant die antibakteriellen Effekte der Spülflüssigkeiten im Gegensatz zu jeder alleinigen Dekontaminationsmethode verbessert. Prof. Dr. Roeland J.G. De Moor/Gent (BE) verglich die ultraschallaktivierte Wurzelkanalspülung mit der laseraktivierten Spülung und PIPS (Photon Induced Photoacoustic Streaming). Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass eine laseraktivierte Spülung mit dem Er:YAG-Laser den Biofilm besser entfernt als die ultraschallaktivierte Spülung.

Prof. Dr. Anthony Smith/Birmingham (UK) war mit zwei zusammengehörigen Vorträgen vertreten und beschäftigte sich mit dem System Dentin-Pulpa-Einheit sowie der regenerativen Endodontie. Es gibt die Überlegungen, bioaktive Moleküle durch Spüllösungen, durch Medikamente wie Calciumhydroxid oder durch die Applikation neuer bioaktiver Hydrogele freizusetzen und so die Dentinogenese zu stimulieren.

Der letzte Vortrag des Tages von Prof. Dr. Paul Lambrechts/Leuven (BE) beschäftigte sich mit dem Thema „External cervical resorption – the clinical treatment approach“. Durch den Einsatz der digitalen Volumentomografie ist es heute einfacher möglich, externe zervikale Resorptionen zu diagnostizieren. Sie werden aus diesem Grunde auch häufiger diagnostiziert. Prof. Lambrechts erklärte den Zuhörern, wie externe zervikale Resorptionen mithilfe der DVT diagnostiziert werden, und sensibilisierte sie für mögliche Therapieoptionen oder ein eher abwartendes Verhalten.

Autorin: Dr. Christine Theile

Foto: © OEMUS MEDIA AG
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