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Branchenmeldungen 13.01.2021

Arzttermin-Portale im Test: Anbieter haben großen Datenhunger

Arzttermin-Portale im Test: Anbieter haben großen Datenhunger

Stiftung Warentest hat für die test-Ausgabe 01/2021 Arzttermin-Portale genauer unter die Lupe genommen. Beim Schutz der persönlichen Gesundheitsdaten besteht großer Nachholbedarf.

Getestet wurden insgesamt sieben Anbieter: Darunter der eTerminservice der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie sechs kommerzielle Anbieter – unter ihnen jameda und Doctolib. Herauszufinden galt es, wie hilfreich die Onlineangebote tatsächlich seien und wie sorgsam die Anbieter mit den Patientendaten umgehen. Auch die technischen Standards wurden unter die Lupe genommen: Website, App-Funktion, Nutzerkonto-Option und Datenspeicherung. Hierzu wurden fiktive Patientenprofile erstellt und via Website/App sowie während einiger Testungen zusätzlich telefonisch Terminanfragen gestellt. Welche Daten an welcher Stelle jeweils preisgegeben wurden, wurde exakt dokumentiert. Die Testpraxen wurden durch Zufall ausgewählt und (be-)fanden sich in den Bereichen Hautarzt, Frauenarzt, Augenarzt und Hausarzt.

Datensicherheit mangelhaft

Bei fast allen kommerziellen Arzttermin-Portalen stellte sich Optimierungsbedarf im Bereich Datenschutz und Datensicherheit heraus. Teilweise gab es Zusammenhänge unter den Portalen, die jedoch nicht offensichtlich waren. Vereinbarte Termine via Portal A tauchten beim Test im ebenfalls angelegten Nutzerkonto bei Portal B wieder auf. Das gleiche ereignete sich im Test beim SMS-Erinnerungsservice: Auch hier haben sich Portalzusammenhänge herausgestellt, die für den Nutzer nicht erkennbar waren.

KBV nimmt den Datenschutz ernst

Für gesetzlich versicherte Patienten überzeugte der eTerminservice der Kassenärztlichen Bundesvereinigung am meisten (sehr gut[1,2]). Das Portal wird als sicher und hilfreich beschrieben, der gesetzliche Auftrag stünde hier im Vordergrund, die erforderliche Preisgabe persönlicher Daten beschränke sich auf das Minimum. Als negativ wird laut Test die Limitierung auf nur wenige Arztbranchen betrachtet sowie die umständliche Terminbuchung ohne Überweisung bzw. als Privatpatient (bis dato nicht nutzbar für diese Patientengruppe).

Für Privat- und Kassenpatienten seien die Portale jameda (gut [1,9]) und Dr. Flex (gut [1,6]) in der Quintessenz eine gute Wahl. jameda punkte durch die hohe Anzahl gelisteter Ärzte, Dr. Flex habe beim Umgang mit den Patientendaten die Nase vorn. Manko sei hier, dass die gelisteten Praxen größtenteils zahnmedizinischer Herkunft seien. Als einziger im Test, erkannte Doctolib zwei der drei, von Stiftung Warentest provozierten Terminüberschneidungen.

Der gesamte Test ist hier erhältlich.

Foto Teaserbild: Юлия Лазебная – stock.adobe.com

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