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Branchenmeldungen 08.05.2018

Forderung an Walliser Zahnärzte: Sprechstunden im Altersheim

Forderung an Walliser Zahnärzte: Sprechstunden im Altersheim

Für viele Pflegebedürftige in Altersheimen ist der Gang zum Zahnarzt ein mühsames Unterfangen. Getreu der Redensart „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt“ sollen Zahnärzte zukünftig Sprechstunden in den Einrichtungen durchführen.

Eine Vielzahl an Studien der vergangenen Jahre belegt, dass sich ein Mangel an Mundhygiene bei betagten Menschen negativ auf den gesamten Gesundheitszustand auswirkt. Bakterielle Beläge, Zahnfleischentzündungen oder unsaubere Prothesen haben nicht nur nachhaltig Einfluss auf die Mundgesundheit, sondern den gesamten Organismus. Neben kardiovaskulären Erkrankungen drohen unter anderem durch Bakterien hervorgerufene Lungenentzündungen oder die Schwächung des Immunsystems.

Um einer Vernachlässigung der Mundgesundheit vorzubeugen, fordert CVPO-Grossrat Benno Meichtry mehr Mobilität aufseiten der Zahnärzte und Dentalhygieniker in Wallis, wie 1815.ch berichtet. Ihm schweben bei Neuzugängen innerhalb der ersten drei Monate eine „Bestandsaufnahme“ und anschließend halbjährliche Kontrolluntersuchungen bzw. Prophylaxesitzungen vor. Die Kosten für die Untersuchungen sollen die Bewohner selbst sowie die Krankenkassen tragen.

In einigen Kantonen der Schweiz werden bereits Pläne dieser Art umgesetzt – Zürich ist einer davon. Im Kanton Graubünden gibt es laut SRF.ch seit Anfang 2018 die Regelung, dass jedes Heim einen für sie zuständigen Zahnarzt besitzt.

Der Vorstand der Walliser Zahnärzte sieht den Vorstoss des Grossrats unter anderem aufgrund der anfallenden Kosten kritisch. Ihm zufolge sei es längst Praxis, Patienten mit eingeschränkter Mobilität zu unterstützen – auch ohne offizielle Regelung.

Foto: Peter Atkins – stock.adobe.com
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