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Branchenmeldungen 21.02.2011

Benommenheit beim Zahnarzt sollte ernst genommen werden

Benommenheit beim Zahnarzt sollte ernst genommen werden

In Filmen und Sitcoms kann man über solche Szenen lachen: Im Sprechzimmer des Arztes fühlt sich der Patient plötzlich benommen und erleidet unausweichlich einen Ohnmachtsanfall. Laut einer Studie in der diesjährigen Mai/Juni-Ausgabe von General Dentistry, dem Fachjournal der Academy of General Dentistry (AGD), gehören diese Szenarien im wirklichen Leben jedoch zu den häufigsten Notsituationen in Zahnarztpraxen.

Dieser Zustand ist bekannt als vasovagale Synkope. Die leitende Autorin der Studie, Dr. Rubia Kapusta, erklärt, dass sich sowohl Zahnärzte als auch Patienten der Anzeichen bewusst sein sollten, um so im Falle einer Ohnmacht vorbereitet zu sein. Die vasovagale Synkope wird charakterisiert durch den Verlust von Bewusstsein und Muskeltonus, welchem üblicherweise unspezifische Symptome vorausgehen, die von einigen Sekunden bis zu einer Minute dauern können. Diese Symptome resultieren aus Veränderungen im Nervensystem, welche u.a. Schwindel, Benommenheit, Blässe, Herzklopfen, Übelkeit, Schwitzen, Hyperventilation und Wahrnehmungsstörungen sein können.

Laut Dr. Kapusta „könnte bei jedem Patienten, der eine Ohnmacht erlebt, eine tiefer liegende Ursache dahinter stehen, die ihn für solch eine lebensbedrohliche Situation anfälliger macht.“

Es wird als das häufigste klinische Problem unter Patienten aller Altersgruppen betrachtet und betrifft 3,5 Prozent der Allgemeinbevölkerung. Emotionaler Stress, Angst, Schmerz, Erschöpfung und eine warme und beengte Umgebung können zu einer vasovagalen Synkope führen.

„Es ist nicht ungewöhnlich, dass Patienten ein bisschen Angst verspüren, wenn sie ihren Zahnarzt aufsuchen“, sagt Dr. Melvin Pierson, Sprecher der AGD. „Es gibt jedoch Wege, die Möglichkeit eines angstbedingten Vorfalls zu vermindern.“ Dr. Pierson ermutigt Patienten auftretende Ängste mit ihrem Zahnarzt zu besprechen und beim ersten Besuch eines neuen Zahnarztes einen Einstiegstermin vor der eigentlichen Untersuchung zu vereinbaren.

„Um ein besseres Verständnis für die zahnärztliche Behandlung zu bekommen, kann es dem Patienten helfen Fragen zu stellen oder Informationsmaterial zu erbitten“, sagt Dr. Pierson. „Allgemeinzahnärzte sollten auftretende Fragen beantworten und erläutern, was auf den Patienten zukommt, damit dieser sich wohler fühlt.“

Wenn Anzeichen und Symptome einer vasovagalen Synkope auftreten, sollte die zahnärztliche Maßnahme umgehend gestoppt und so schnell es geht Abhilfe geschaffen werden.


Quelle: Stefanie Schroeder, Academy of General Dentistry über Medical News today

Foto: © Shutterstock.com

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