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Branchenmeldungen 01.12.2016

Besorgnisse bezüglich HIV-Patienten entbehren der Fakten

Besorgnisse bezüglich HIV-Patienten entbehren der Fakten

Bundeszahnärztekammer und Deutsche AIDS-Hilfe zum Welt-AIDS-Tag

Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) rufen anlässlich des Welt-AIDS-Tages gemeinsam zu einem vorurteilsfreien Umgang mit HIV-Infizierten auf. Viele Sorgen vor einer HIV-Übertragung sind bei Berücksichtigung der geltenden Hygienestandards im Alltag, z.B. in einer Praxis, unbegründet.

Um dies noch einmal zu verdeutlichen, haben beide Organisationen gemeinsam eine Broschüre veröffentlicht, die Informationen - auch für den Umgang mit Hepatitis - sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen gibt. Die Broschüre richtet sich primär an das Praxisteam, denn die Praxismitarbeiter sind oftmals erste Ansprechpartner bei Patientenfragen.

„In Praxen und Zahnarztpraxen gelten in Deutschland außerordentlich hohe Hygienestandards. Diese gelten immer. Deshalb spielt es keine Rolle, ob ein Patient HIV hat oder nicht - die Angst vor Ansteckung ist unbegründet“, so der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel.

„Die Fakten in der Broschüre sollen unbegründete Infektionsängste abbauen und so einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen gewährleisten“, so Kerstin Mörsch, Kontaktstelle zu HIV-bezogener Diskriminierung in der Deutschen AIDS-Hilfe.

Die Broschüre „Keine Angst vor HIV, HBV und HCV! Informationen für das zahnärztliche Behandlungsteam“ steht online auf den Seiten von BZÄK und DAH zum Abruf: www.bzaek.de/hiv sowie http://bit.ly/2gDb570

Quelle: BZÄK

Hintergrund

Das sehr wandlungsfähige Humane Immunschwächevirus (HIV) ist die Ursache für die Krankheit Aids. Es wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und infizierte Injektionsnadeln übertragen. Viele Tests für einen Impfstoff sind bisher gescheitert.

Aids kostet noch immer mehr als eine Million Menschen im Jahr das Leben. Nach Schätzungen der UN-Organisation UNAIDS waren 2015 weltweit 36,7 Millionen Menschen mit dem Erreger HIV infiziert, die meisten von ihnen leben in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

In Deutschland haben sich nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts im vorigen Jahr etwa 3200 Menschen neu infiziert. Am stärksten betroffen seien Männer, die Sex mit Männern haben - in dieser Gruppe steckten sich geschätzt 2200 Menschen neu an. Ende 2015 lebten den Angaben zufolge rund 84 700 Menschen mit HIV in Deutschland, davon schätzungsweise 12 600 ohne es zu wissen.

Das Virus legt unter anderem bestimmte Immunzellen lahm. Deshalb kann das Abwehrsystem des Körpers Krankheitserreger wie Bakterien und Viren nicht mehr wirkungsvoll bekämpfen. Selbst an sich harmlose Infektionen können so zur tödlichen Bedrohung werden.

Nach einer erkannten HIV-Infektion lassen sich Ausbruch und Symptome von Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome, Erworbenes Immunschwäche-Syndrom) mit verschiedenen Medikamenten bekämpfen. Die Kombination solcher Arzneien kann die Vermehrung des Erregers im Blut verhindern. Lebensqualität und -erwartung der Patienten sind durch diese Therapien deutlich gestiegen. Sie haben jedoch Nebenwirkungen und können Patienten nicht gänzlich heilen. dpa

Foto: © lordn – fotolia.com
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