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Branchenmeldungen 09.03.2018

Bruxismus: Schmerzlinderung durch Ohrimplantate

Bruxismus: Schmerzlinderung durch Ohrimplantate

Ein in den USA entwickeltes Gerät soll Bruxismus und damit einhergehende Beschwerden wie Kopf- und Kieferschmerzen effektiv bekämpfen. Neu an dem Konzept: Die Behandlung erfolgt über die Ohren.

Menschen mit Bruxismus leiden infolge des zumeist nächtlichen Zähneknirschens, bei dem extreme Kräfte auf Zähne und Muskeln ausgeübt werden, an kraniomandibulärer Dysfunktion. Typische Beschwerden wie eingeschränkte Kieferöffnung, Schmerzen in Hals, Nacken, Kopf, Kiefer oder Ohren belasten Betroffene dauerhaft.

In den USA wurde mit Cerezen ein Gerät entwickelt, das einen ganz anderen Ansatz als Beißschienen verfolgt. Bei dem Produkt handelt es sich um individuell angepasste Ohrimplantate, die bereits in den USA als auch in Großbritannien auf dem Markt sind, wie The Daily Mail berichtet.

Die durchsichtigen Geräte haben eine geschwungene Form, die sich dem äußeren Gehörgang anpasst. Sie sind gerade mal sechs Millimeter lang und innen hohl. Die Funktionsweise von Cerezen baut darauf auf, dass sich beim Zähneknirschen der Meatus acusticus externus leicht öffnet und schließt. Trägt der an Bruxismus Leidende das Implantat, wird ein kaum merklicher Druck auf die Plastikröhre ausgeübt. Diese wiederum sendet nun Impulse an das Gehirn. Der Bruxer wird schließlich dazu gebracht, eine entspanntere Kieferposition einzunehmen – sprich, den Mund wieder zu öffnen. Kurz: Cerezen sorgt dafür, die Spannungssequenz zu unterbrechen.

Eine kleine englische Testreihe, bei der zehn Personen Cerezen über wenige Monate getragen hatten, zeigte zwar durchweg positive Ergebnisse, allerdings fehlt es bisher an groß angelegten Langzeitstudien, um die Überlegenheit der Implantate zu anderen Methoden zu bestätigen.

Kritisch sehen einige Tester zudem die Alltagstauglichkeit. Obwohl laut Hersteller der Hörsinn nicht beeinträchtigt werde, sprechen Probanden jedoch von einer leichten Dämpfung. Darüber hinaus soll es Einschränkungen bei sportlichen Aktivitäten und beim Schlafen geben.

Foto: Africa Studio – stock.adobe.com
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