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Branchenmeldungen 11.06.2019

„Busengrapscher“: Zahnarzt wegen sexueller Belästigung verurteilt

„Busengrapscher“: Zahnarzt wegen sexueller Belästigung verurteilt

Ein Zahnarzt aus Hannover wurde kürzlich zu acht Monaten Bewährung und einer Zahlung von 24.000 Euro verurteilt. Er hatte einer Patientin an die Brust gefasst. Hinzu kommt die Falschaussage seiner Assistentin.

Der Vorfall hat sich im Oktober 2017 ereignet. Die 38-jährige Patientin kam zu einer Routineuntersuchung in die Praxis des heute 73-jährigen Zahnarztes, der als Freund ihrer Familie galt. Schon die Begrüßung fiel, ihrer Aussage nach, unangemessen aus. Der Mann umarmte sie und wollte sie auf den Mund küssen. Außerdem hätte er sie als „Granate“ bezeichnet, behauptet, sie zu lieben und eine Einladung nach Berlin ausgesprochen, wo man „sich küssen und streicheln“ könne.

Während der Behandlung wurde die Patientin dann mehrmals vom Zahnarzt gestreichelt, bis er schließlich ihre Brüste berührte. Die anwesende Assistentin bekam alles mit, tat das Geschehene aber laut Patientin mit den Worten ab, dass er dies „nur bei Auserwählten“ täte.

Der Zahnarzt sieht die Ereignisse dagegen ganz anders. Die Patientin hätte ihn küssen wollen und die Berührungen am Arm dienten lediglich zur Beruhigung der jungen Frau. Mehr sei nicht vorgefallen. Dennoch erhielt die 38-Jährige nach dem Besuch in der Praxis eine entschuldigende WhatsApp-Nachricht vom Angeklagten.

Auch die Zahnärztliche Assistenz wird sich demnächst vor Gericht wegen Falschaussage verantworten müssen. Im Prozess gegen den Zahnarzt konnte sie sich an den Vorfall nicht mehr erinnern, wusste dafür andere Details sehr genau, weshalb die Staatsanwaltschaft ihr keinen Glauben schenkte.

Der 73-jährige Zahnarzt wurde zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt, außerdem muss er 24.000 Euro an die Opferhilfe Niedersachsen zahlen, wie die Hannoversche Allgemeine berichtete.

Foto: Ulia Koltyrina – stock.adobe.com

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