Anzeige
Branchenmeldungen 28.02.2020

Coronavirus: Erster Fall in der Schweiz – was ist zu beachten?

Coronavirus: Erster Fall in der Schweiz – was ist zu beachten?

Bei einer Person aus dem Kanton Tessin wurde das neue Coronavirus COVID-19 nachgewiesen. Die Person ist hospitalisiert und isoliert. Ihr Gesundheitszustand ist gut. Um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu verstärken, nahm Bundesrat Alain Berset heute in Rom an einem Treffen mehrerer Gesundheitsminister teil.

Die erkrankte Person hielt sich vor rund 10 Tagen in Italien auf. Dort hatte sie an einer Versammlung in der Nähe von Mailand teilgenommen.

Die Analyse des Referenzlabors für neu auftretende Viruserkrankungen (NAVI) in Genf hat den Verdacht bestätigt, dass die Person am neuen Coronavirus erkrankt ist. Dies ist der erste bestätigte Fall in der Schweiz.

Nahe Kontakte der erkrankten Person werden informiert und unter Quarantäne gestellt. Kanton und Bund ergreifen alle Massnahmen zur Prävention einer Übertragung des Virus auf weitere Personen. Hierzu gehören die Identifikation möglicher weiterer Kontaktpersonen und deren Überwachung in Quarantäne in den kommenden 14 Tagen.

Trotz dieses ersten in der Schweiz diagnostizierten Falls ändert sich nichts an der Einschätzung der Gefährdung: Das neue Coronavirus stellt zurzeit für die Bevölkerung der Schweiz ein moderates Risiko dar. Mit der steigenden Zahl bestätigter Fälle auf der ganzen Welt und vor allem in Norditalien besteht die Wahrscheinlichkeit, dass auch in der Schweiz weitere Infektionsfälle diagnostiziert werden. Die medizinischen Einrichtungen in der Schweiz sind darauf vorbereitet, Verdachtsfälle frühzeitig erkennen und abklären zu können sowie weitere erkrankte Personen zu versorgen.

Die Schweiz steht im engen Austausch mit den umliegenden Ländern und Nachbarstaaten. Bundesrat Alain Berset ist heute auf Einladung Italiens in Rom mit den Gesundheitsministern von Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Kroatien und Slowenien zusammengekommen, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu verstärken. Der enge Kontakt auf Ministerebene wird fortgeführt.

Das neue Coronavirus wurde erstmals Anfang 2020 in der chinesischen Provinz Hubei nachgewiesen. Gemäss Behördenangaben sind weltweit inzwischen mehr als 80 000 Erkrankungsfälle bestätigt.

Empfehlungen für Gesundheitsfachpersonen des BAG

Verdachts- und Meldekriterien sowie Meldeformular

Rufen Sie innert zwei Stunden die zuständige Kantonsärztin oder den zuständigen Kantonsarzt an, wenn ein Fall die Verdachts- und Meldekriterien erfüllt.

Die Verdachts- und Meldekriterien passen wir regelmässig der aktuellen Situation an. Beachten Sie deshalb die Angaben im PDF «Verdachts-, Meldekriterien und Probeentnahme» auf der Seite Meldeformulare (unter COVID-19 Meldung).

In der Arztpraxis: Vorgehen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus

  1. Legen Sie der Patientin/dem Patienten bei Ankunft in der Praxis eine Hygienemaske an.
  2. Isolieren Sie die Patientin/den Patienten in einem Raum, der sich gut lüften lässt.
  3. Alles betreuende Personal sollte FFP2-Masken (falls nicht verfügbar: Hygienemasken), Schutzbrillen – wenn vorhanden – sowie Schutzhandschuhe und -mäntel verwenden.
  4. Sind die Verdachtskriterien einer Infektion mit dem neuen Coronavirus erfüllt, nehmen Sie telefonisch Kontakt auf mit der Kantonsärztin/dem Kantonsarzt. Die Kantonsärztin/der Kantonsarzt entscheidet über die Massnahmen und wo die Untersuchungen weitergeführt werden.
  5. Kontaktieren Sie gegebenenfalls telefonisch das Spital, das die Kantonsärztin/der Kantonsarzt festgelegt hat. Und kündigen Sie die Patientin/den Patienten an.
  6. Organisieren Sie gegebenenfalls den Transport der Patientin/des Patienten zum Spital gemäss den kantonalen Empfehlungen oder den Anweisungen der Kantonsärztin/des Kantonsarztes.
  7. Die Ärztin bzw. der Arzt, welche den Test durchführen, sind für das Ausfüllen des obligatorischen Meldeformulars verantwortlich.

Infoline Coronavirus

+41 58 463 00 00 Täglich von 8 bis 18 Uhr

Quelle: Bundesamt für Gesundheit BAG

Foto Teaserbild: H_Ko – stock.adobe.com

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige