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Branchenmeldungen 07.12.2017

cranium-Patientenfall: Implantation im Oberkiefer mit Sofortversorgung

cranium-Patientenfall: Implantation im Oberkiefer mit Sofortversorgung

Häufig ist die Röntgendiagnostik anhand von zweidimensionalen Bildern schwierig und unzureichend, was zu einer weder für den Behandler noch für den Patienten zufriedenstellenden Diagnostik führt. Digitale Volumentomografie (DVT)-Aufnahmen von geeigneten qualitativ hochwertigen DVT-Geräten können in solchen Fällen mit geringer Strahlenbelastung und höchster Präzision wertvolle und essenzielle Details liefern, die die Therapie deutlich sicherer und erfolgreicher machen. Der folgende Patientenfall zeigt eine Implantatplanung, die ohne die Unterstützung durch DVT-Aufnahmen nicht durchführbar gewesen wäre.

Die kompetenten Mitarbeiter des Cranium Instituts stehen Zahnärzten persönlich und hilfreich zur Seite – für mehr zufriedene und begeisterte Patienten, die ihren Zahnarzt gerne weiterempfehlen.

Der Fall: Sofortbelastung mit fünf Implantaten im zahnlosen Oberkiefer sowie anschließende Sofortversorgung mit gefräster Kunststoffbrücke

Der Patient (männlich, 53 Jahre) stellte sich Anfang Mai 2017 das erste Mal in der Praxis vor. Er schilderte hohen Leidensdruck, aufgrund des von ihm wahrgenommenen „metallischen Geschmacks“ im Mund und der vermehrt gelockerten Zähne. Der Wunsch des Patienten war eine schnelle, feste Versorgung.

Im klinischen Befund zeigte sich eine verbesserungswürdige Mundhygiene (PSI 4-4-4-4-X-4), eine insuffiziente prothetische Versorgung im Oberkiefer (Brücken) und eine alte Teleskoparbeit im Unterkiefer. Es wurde eine chronische generalisierte Parodontitis diagnostiziert.

Behandlungsverlauf

Nach der Mundhygieneinstruktion erfolgte die Extraktion aller Zähne im Oberkiefer und die Interimsversorgung durch eine Immediatprothese. Folgend wurde die Parodontitistherapie mit systemischem Antibiotikum (van Winkelhoff) im Unterkiefer durchgeführt. Im Recall zeigte sich der Patient motiviert. Die Compliance wurde als hoch bewertet. Nach umfangreicher Beratung entschied sich der Patient für die Versorgung mit fünf Implantaten und gefräster Brücke im Oberkiefer. Die Unterkieferprothese wurde lediglich unterfüttert.

Erste vorbereitende Maßnahmen umfassten die Alginatabformung des zahnlosen Oberkiefers und darauffolgend die Funktionsabformung zur Herstellung des Meistermodells. Es folgte die Bissnahme mit Schablone (Bestimmung Mittellinie, Eckzahnlinie, Lachlinie, Lippenschlusslinie und Lippenprofil) und die Kieferrelationsbestimmung. Im Labor wurde aus diesen wichtigen Parametern ein Wax-up erstellt und im Folgetermin mit dem Patienten besprochen und korrigiert. So ließen sich die ästhetischen Vorstellungen des Patienten (Zahnfarbe, Zahnform, Zahnstellung) im Vorhinein abklären, um ihm eine Vorstellung des späteren Zahnersatzes geben zu können. Mit diesem Wax-up erfolgte im Anschluss das DVT.

Im Labor wurde der Wax-up-Scan mit der coDiagnostix Software gematcht (Abb. 1-4) und die Implantate unter Berücksichtigung der ossalen Faktoren geplant (Abbildungen 7). Durch das Programm wird standardmäßig automatisch eine Materialliste und das OP-Protokoll erstellt (Abb. 5 und 6).

Nach Abschluss der virtuellen Planung wird die Bohrschablone modifiziert und gefräst (Abb. 8). Wichtig bei der Schablonenherstellung zeigte sich in der klinischen Handhabung eine Gaumenauflage, insbesondere für die Repositionierung der Schablone nach Lappeneröffnung.

Im Oktober 2017 erfolgte die Implantation nach vorher festgelegtem Protokoll unter Zuhilfenahme der Schablone (guided surgery); System: Straumann® Pro Arch; Implantat: Straumann® Bone Level Tapered. Die Auswahl der geeigneten Sekundärteile erfolgte nach Planungsprotokoll. Nach Insertion aller Implantate wurden die Sekundärteile aufgeschraubt und die Labortransferkappen eingebracht. Die Bohrlöcher der alten Schablone wurden im Labor erweitert und die Schablone somit zum Abdrucklöffel umfunktioniert. Die Transferkappen wurden dann mit LuxaCore (LuxaCore Z, DMG) mit der alten Bohrschablone im Mund verbunden (Abb. 9). Danach erfolgte der Verschluss des Lappens.

Im Labor wurde die intraoperative Situation auf das bereits bestehende Meistermodell übertragen – Laboranaloge wurden mit Abformpfosten verschraubt und in die vorbereiteten Löcher des Modells eingegipst (Abb. 10-11).

In den Abbildungen 12 bis 15 ist beispielhaft der Ablauf im Labor zu sehen. Hier handelt es sich allerdings um einen anderen Patientenfall. Der Arbeitsablauf ist aber gut ersichtlich.

Das neue, umgewandelte Meistermodell wurde mit Scan-Bodies versehen, gescannt und mit dem alten Wax-up-Scan gematcht (Übertragung aller Informationen auf 3Shape Software; Abb. 16-19). Nach der virtuellen Konstruktion folgte die Fräsung der Kunststoffbrücke (Abb. 20). Noch am gleichen Tag erfolgte die Eingliederung des Zahnersatzes (Abb. 21).

In der abschließenden Röntgenkontrolle zeigte sich eine korrekte Implantatplatzierung nach Bohrprotokoll und eine präzise prothetische Versorgung (Abb. 22).

Nach Abheilung des Weichgewebes ist die Unterfütterung der Brücke geplant und ggfs. eine spätere Überführung in Keramik.

Quelle: Praxis Dr. Ziggel, MVZ für Zahngesundheit Brauweiler in Kooperation mit dem Cranium Institut

Foto: Praxis Dr. Ziggel, MVZ für Zahngesundheit Brauweiler in Kooperation mit dem Cranium Institut
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