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Branchenmeldungen 31.07.2018

Der neue Goldstandard ist weiß

Der neue Goldstandard ist weiß

Am 22. und 23. Juni lud die Internationale Gesellschaft für metallfreie Implantologie e.V. (ISMI) zu ihrer vierten Jahrestagung nach Hamburg ein (ZWP online berichtete). Im Rahmen eines kurzen Statements erläuterte Kongressteilnehmer sowie ISMI-Mitglied Dr. med. dent. Detlev W. Gissel seine Beweggründe, seine Patienten ausschließlich mit Keramikimplantaten zu versorgen.

Herr Dr. Gissel, seit wann sind Sie für Ihre Patienten implantologisch tätig?

Dr. med. dent. Detlev W. Gissel: Ich implantiere seit knapp 30 Jahren. Vor zwölf Jahren habe ich mein erstes Keramikimplantat bei meiner Frau inseriert, welches bis dato erfolgreich funktioniert. Meine Frau ist ebenfalls in der Zahnmedizin tätig. Ihr Gebiet umfasst die zahnärztliche Naturheilkunde. Ein naturheilkundlicher Ansatz mit der Biologischen Zahnmedizin ist teilweise die Voraussetzung zur optimalen Einheilung der Keramikimplantate.

Wie wurden Sie auf das Thema Keramikimplantate aufmerksam und welchen Stellenwert hat dabei das Stichwort „Metallfreiheit“?

Meine Frau hatte von Anfang an eine Aversion gegen Metall im Knochen. Heute weiß auch ich über mögliche negative Folgen von metallbasiertem Zahnersatz Bescheid – Stichwort Titanunverträglichkeit.

Welche Bedeutung hat das Thema für Ihr Praxiskonzept?

Es geht so weit, dass wir den Paradigmenwechsel in unserer Praxis eingeläutet haben: Kein Metall und keine toten Zähne.

Moderne Keramikimplantatsysteme können zahlreiche Indikationen abdecken. Wo sehen Sie derzeit noch die Grenzen dieser Systeme?

Die Grenzen sehe ich bei dem herausnehmbaren Zahnersatz. Er ist zwar machbar, jedoch noch nicht so schlüssig und auf Dauer noch nicht so funktionstüchtig. Die Zukunft wird es zeigen.

Nutzen Sie Systeme unterschiedlicher Hersteller oder haben Sie ein System, das Ihren Anforderungen gerecht wird?

Derzeit verwende ich vornehmlich das System eines Herstellers, bin allerdings auch offen und experimentierfreudig, von anderen Herstellern zu beziehen.

Welche Rolle spielt bei Ihnen die digitale Planung?

Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen kann ich erfolgreich analog implantieren. Die digitale Planung ist dennoch eine herausragende Bereicherung und bringt natürlich zusätzliche Sicherheit auf diesem Gebiet.

Wie reagieren Ihre Patienten auf das Thema metallfreie Implantatversorgung?

Viele Patienten kommen gerade wegen der Keramikimplantate in unsere Praxis. Die unaufgeklärten Patienten, denen das Für und Wider im Vergleich erläutert wird, entscheiden sich meist auch für die metallfreie Variante.

Herr Gissel, vielen Dank für das Gespräch.

Dieser Beitrag ist im Implantologie Journal 7+8/18 erschienen.

Foto: Dr. med. dent. Detlev W. Gissel
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