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Nach über 25 Jahren erfolgreicher Arbeit im Bereich der Dentalkeramik hat die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft für Keramik in der Zahnheilkunde e.V. (AG Keramik+) beschlossen, den Verein zum Jahresende 2025 aufzulösen. Die AG Keramik+ blickt auf ein Vierteljahrhundert engagierter und erfolgreicher Tätigkeit zurück. In dieser Zeit hat sie sich als hoch angesehene wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft in der Dentalwelt etabliert und wesentlich zur wissenschaftlichen Anerkennung sowie zum erfolgreichen Einsatz keramischer Werkstoffe in Praxis und Labor beigetragen.
Mission erfüllt – positive Bilanz
In der Gründungssitzung im Jahr 1999 wurde vereinbart, dass die AG Keramik maßgeblich dazu beitragen soll, Keramik als dentalen Werkstoff in der Zahnmedizin zu etablieren und einer breiten Zahnärzteschaft zugänglich zu machen. Dieses Ziel wurde in jeder Hinsicht erreicht: Keramik ist als Restaurationswerkstoff aus der modernen Zahnmedizin heute nicht mehr wegzudenken.
Entsprechend positiv fällt die Bilanz des Vorsitzenden Dr. Bernd Reiss aus: „Nach einem Vierteljahrhundert intensiver Arbeit dürfen wir feststellen: Unsere Mission Vollkeramik ist erfüllt. Mit der Auflösung der AG Keramik geht eine erfolgreiche Ära zu Ende – verbunden mit Dankbarkeit, Stolz und dem Bewusstsein, nachhaltig zur Weiterentwicklung eines wichtigen Bereichs der Zahnmedizin beigetragen zu haben. Unser Dank gilt den zahlreichen Wegbegleitern und Mitstreitern ebenso wie den Unterstützern aus dem Kuratorium sowie den vielen renommierten wissenschaftlichen Persönlichkeiten, die die Arbeit der AG Keramik über Jahre hinweg begleitet haben.“
Die Kernprojekte – das Vermächtnis der AG Keramik+
Seit ihrer Gründung hat die AG Keramik+ mit großem Engagement zahlreiche richtungsweisende Projekte initiiert und weiterentwickelt. Die Forschungs- und Videopreise im Rahmen der Jahrestagungen setzten wissenschaftliche Impulse und vertieften praxisrelevantes Know-how. Mit der regelmäßigen Praxisbefragung zum Therapieeinsatz in Deutschland wurden zudem belastbare Daten zu festsitzenden Versorgungsarten in deutschen Zahnarztpraxen erhoben. Die Jahrestagungen etablierten sich als zentraler Treffpunkt für Prothetiker, Zahntechniker sowie Wissenschaft und Praxis und wurden häufig in Kooperation mit renommierten Fachgesellschaften wie DGI oder ADT durchgeführt.
Ein zentrales Herzstück der AG Keramik+ ist die Ceramic Success Analysis (CSA) – die weltweit größte Studie, die ausschließlich auf Behandlungserfahrungen aus der Praxis basiert. Sie begleitet Leitlinienprozesse und dient zugleich als Qualitätstool für Zahnärzte und Zahntechniker. Im Mai 2025 wurden Ergebnisse aus den CSA-Daten im Journal of Dental Research veröffentlicht. Ab 2026 wird das CSA-Programm von der Deutschen Gesellschaft für Computergestützte Zahnheilkunde e.V. (DGCZ) übernommen und fortgeführt.
Ein weiteres nachhaltiges Vermächtnis ist das Keramik-Handbuch, das in sieben Auflagen und mit über 85.000 verbreiteten Exemplaren nationale wie internationale Anerkennung erlangte. Die vollständig überarbeitete Neuausgabe erschien 2023 unter dem Titel „Vollkeramische Therapiekonzepte“ im Eigenverlag der AG Keramik.