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Branchenmeldungen 14.04.2015

Erfolgreiche Frühjahrsakademie der DGET 2015 in Dresden

Erfolgreiche Frühjahrsakademie der DGET 2015 in Dresden

Am 20. und 21. März 2015 fand an der Poliklinik für Zahnerhaltung mit Bereich Kinderzahnheilkunde des Universitätsklinikums der TU Dresden die Frühjahrsakademie der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie e.V. (DGET) statt.

Die Frühjahrsakademie der DGET ist eine ganz besondere Veranstaltung, welche einzigartig für die deutsche Fortbildungslandschaft ist. In Dresden konnten wieder mehr als 100 Seminarplätze allein für praktische Hands-on-Kurse bereitgestellt werden. Fast alle waren mit Mikroskopen ausgestattet. Insgesamt konnten mehr als 300 Seminar- und Kursplätze gebucht werden. Möglich wird diese Veranstaltung nur, weil sich alle Beteiligten einbringen. Es ist eine Veranstaltung von Mitgliedern und Freunden der DGET für Mitglieder der DGET.

Impressionen der Frühjahrsakademie in Dresden

Am Freitagvormittag haben wie gewohnt Teilnehmer der Curricula der DGET und APW sowie angehende Spezialisten an Prüfungen teilgenommen. Die Absolventen konnten anhand der vorher eingereichten Behandlungsfälle ihre Fortschritte eindrucksvoll belegen und das Curriculum erfolgreich abschließen. Die DGET gratuliert Dr. Sebastian Adam (Chemnitz), Dr. Patrick Besser (Rodgau), Arthur Buscot (Braunschweig), Daniel Calenberg (Freiburg), Ulf Gegner (Hannover), Christina Gröbner (Aumühle), Jan Holstermann (Bremen), Lora Hristova (Freiburg), Dr. Tassilo Hug (Heidelberg), Stefanie Kellner (Erkrath), Joris Kloster (Lahr), Dr. Achim König (Bad Dürkheim), Dr. Radoslava Konstantinova (Karlsruhe), Dr. Amina Munir (Zürich/Schweiz), Dr. Christina Pasaporti (St. Augustin), Dr. Catalin Resch-Sipos (Tettnang), Dr. Eva Schmitt (Siegburg), Dr. Lea Schmitt-Herrmann (Siegburg), Dr. Bojan Seelig (Freiburg), Dana Senf (Kiel), Hendrik Siebers (Hamburg), Dr. Andreas Steinberger (Crottendorf), Dr. Carsta Stielow (München), Dr. Christoph von Eichel-Streiber (Kichzarten), Dr. Ina Wolf (Nabburg) und Dr. Mario Zehner (Erlangen) zum erfolgreichen Abschluss. Neu in den Reihen der „Spezialisten Endodontologie der DGET“ ist Dr. Bernard Bengs aus Berlin. Alle zertifizierten Mitglieder und Spezialisten werden auf Wunsch auf www.dget.de unter der Behandlersuche gelistet.

Prof. Dr. Christian Hannig, Direktor der Poliklinik, Dr. Gunnar Garte, der die Unterstützung der Organisation vor Ort übernommen hatte, sowie Dr. Martin Brüsehaber, Verantwortlicher im Vorstand der DGET, begrüßten die Teilnehmer und Referenten zu dieser anspruchsvollen Veranstaltung.

Vortrag „Regenerative Strategien in der Endodontie“

Das Dresdener Team von Prof. Hannig, bestehend aus Dr. Gretel Wittenburg, Dr. Gabriele Viergutz, Dr. Marie-Theres Weber und Dr. Gunnar Garte, gab einen umfassenden Überblick zum Thema Frontzahntrauma und Regeneration in der Endodontie. Dr. Wittenburg erläuterte zunächst die anatomischen, histologischen und physiologischen Grundlagen der Pulparegeneration. Dr. Garte berichtete danach über das AAE-Protokoll aus 2014 zum Thema Regeneration, stellte die Behandlungsabläufe dar und illustrierte das Verfahren durch einige Fallbeispiele aus seiner Abteilung. Ein wirklich spannender Exkurs gelang Dr. Ing. Jörg Neunzehn vom Institut für Biomaterialien der TU Dresden. Er erläuterte das Verfahren, Pulpazellen extrahierter Zähne anzuzüchten, in sog. Spheroiden anzuordnen und sodann in den Wurzelkanal mit Pipetten zu applizieren, wo sich mit Hilfe von Wachstumsfaktoren die Stammzellen in den Spheroiden z.B. zu Odontoblasten differenzieren und so eine Pulparegeneration erzielen sollen – ein Verfahren, was seiner Einschätzung nach innerhalb weniger Jahre Marktreife erlangen könnte. Frau Dr. Viergutz berichtete dann über Fälle aus der Traumasprechstunde und deren Versorgung, Dr. Weber referierte über die ästhetische Rehabilitation mit Composite nach Frontzahntraumata.

Kurs „Revision wurzelbehandelter Zähne“

Zu Beginn des theoretischen Revisionskurses bei der Frühjahrsakademie in Dresden sprach Dr. Wolf Richter über die Voraussetzungen für eine Revisionsbehandlung: Der Behandler benötigt eine entsprechende Kompetenz und Erfahrung sowie die entsprechende Ausrüstung. Der Patient hingegen muss bereit sein, Zeit und Geld zu investieren. Ein weiterer Punkt war die Entscheidungsfindung in Bezug auf die Erhaltungswürdigkeit des betreffenden Zahnes. Genaue Befundung und Diagnosenstellung in Bezug auf die Erhaltungswürdigkeit sind essenziell; hierbei gilt es folgendes abzuklären:

  • Handelt es sich möglicherweise um eine Fraktur?
  • Liegt eine Parodontitis oder eine Endo-Paro-Läsion vor?
  • Ist der Zahn prothetisch versorgbar?

Im Anschluss wurde anhand einzelner Patientenfälle das Vorgehen unterschiedlicher Revisionen im Detail besprochen:

  • 1. Revision einer Wurzelkanalfüllung aus Gutta-Percha,
  • 2. Entfernung von Wurzelkanalfüllmaterialien, welche aus einem Gutta-Percha ummantelten Trägerstift bestehen (z.B. Thermafil).

Desweiteren wurde auf die Entfernung von Stiften (aktive und passive Stifte) sowie auf Perforationsdeckungen eingegangen.

Im Rahmen der dreiteiligen Kursserie „Revision“ von Dr. Wolf Richter fand am Samstagvormittag die Live-OP am Patienten statt. Dr. Richter demonstrierte im Kurs 2.3 die Revision an einem Zahn 16 mit alter infizierter WF und Lentulo-Fragment im MB1. Die Zuschauer konnten in einem Nebenraum Herrn Richter bei der Behandlung über Monitor in der Totalen und per Projektor den Blick durchs Mikroskop sehen. Dr. Ralf Schlichting moderierte im Zuschauerraum die Behandlung und leitete an den Behandler weiter. Nach Anlegen von Kofferdam und primärer Zugangskavität wurden die Eingänge der bereits behandelten Kanalsysteme dargestellt. Noch nicht entfernte Dentinreste über dem ehemaligen Pulpaboden wurden mittels trocken und langsam rotierenden Diamanten im Wechsel mit Natriumhypochlorid-Spülungen abgetragen. So konnte der gesamte Pulpaboden inspiziert werden und es fanden sich Eingänge zu unbehandelten Kanalsystemen MB2 und DB2, die dann per Micro-Opener sondiert werden konnten. Das alte WF-Material wurde mit Gates-Bohrern passend zum bereits vorhandenen Kanaldurchmesser entfernt. Nach Darstellung des Lentulo-Fragments im MB1 wurde dieses per Ultraschall-Freilegung und -Mobilisation entfernt. Hierbei achtete Herr Richter zur Frakturprophylaxe und Vermeidung einer Via Falsa durch sehr vorsichtiges, gezieltes Abtragen von Dentin darauf, die Zahnsubstanz maximal zu schonen. Da in der bestreffenden Wurzel zwei Kanalsysteme vorhanden waren, wurde Dentin hauptsächlich in Richtung des MB2 abgetragen. Jetzt war der Weg frei für die Erstellung des Gleitpfades in allen Kanälen und die Herstellung von Patency mit 10er Stahl-Handinstrumenten unter endometrischer Kontrolle. Besonders im MB2 musste so unter Verschleiß von 3 Handinstrumenten eine Strecke von über 3 mm bis Patency frei geräumt werden. Im palatinalen Kanalsystem war eine Stufe vorhanden, die mit sehr vorsichtiger Ultraschallbearbeitung und vorgebogenen Instrumenten umgangen und beseitigt werden konnte. Nach Bestimmung der Arbeitslängen schloss sich die Aufbereitung der Kanalsysteme mittels Protaper Next, dann die WFs in vertikaler Kondendation mit Ah Plus und Guttapercha an. Nach Reinigung der koronalen Kavität bis in die Kanaleingänge wurde der Zahn mit Clearfil-Newbond und Clearfil Komposit Autopolimerisat verschlossen. Während der Behandlung gab es diverse Fragen an Herrn Richter zu den einzelnen Behandlungsschritten, nach der Behandlung eine den Kurs abrundende Diskussion.

Kurs „Verbesserung der chemischen Desinfektion“

Dr. Frank Paqué referierte in seinem Workshop zunächst über die Studienlage zum Aspekt der Wurzelkanalspülung und die Schwierigkeiten einer suffizienten Desinfektion und Gewebeauflösung bei komplexen Anatomien. Aktuelle Studienergebnisse wurden ergänzt durch konkrete Hinweise und Tips zur chemischen Kanalaufbereitung. Im praktischen Teil präparierten die Teilnehmer zunächst transparente Kunststoffzähne unter dem Mikroskop, füllten diese mit Farbstoff und konnten dann „unter Sicht“ den Effekt einer passiven Ultraschallspülung verfolgen. Zum Vergleich kam dann, auch an Kunststoffblöcken mit vorgeformten weiten Kanälen, gefüllt mit Ultracal, die brandneue Feile XP-Endo Finisher von FKG zum Einsatz. Diese extrem flexible Feile soll vollrotierend für eine besonders gründliche und schonende Reinigung des Kanalsystems nach erfolgter Präparation sorgen.

Kurs „Endo-Curriculum – und nun?“

Die Ausschreibung dieses Kursteils war „nicht nur Endo“ und machte neugierig. Die 15 Teilnehmer, die Holger Rapsch um sich sammelte, stellten dann auch eine durchweg heterogene Gruppe dar, sowohl was die eigene berufliche Situation (Allgemeinzahnarzt bis Endo-Spezialist) als auch die Ziele und Wünsche an das Seminar darstellte. Die Erwartungen betrafen Themen wie Abkehr von der Kassen-Endo, wirtschaftliches Arbeiten, Gewinnen von Überweisern, besserer Work-Flow mit der Assistenz, der Wunsch in der Endo besser zu werden u.v.m. Unkonventionell folgte in kurzer Stillarbeit ein von Holger Rapsch ausgeteilter Fragebogen zur verbesserten Selbsteinschätzung – schließlich will und kann nicht jeder gleich gut „Chef“. Dieser Managementtest von Belbin sollte den Blick der Teilnehmer weg von der Endo auf das Wesentliche lenken – auf die eigene Person. Denn „nur wer privat glücklich ist, wird auch beruflich glücklich“, so Rapsch. Der Test wurde ausgewertet und das Ergebnis besprochen, immer im Kontext zu den notwendigen Anforderungen an eine Praxisgründung und -führung. In ihrer Wichtigkeit oft unterschätzte Punkte sind die räumliche Planung des endodontischen Arbeitsplatzes und die Wahl der endodontischen Assistenz. Hier offenbarte sich, dass sich bisher nur wenige über das charakterliche Anforderungsprofil an die Endo-Fee Gedanken gemacht hatten. Oft ist „das bisher beste Pferd im Stall“ nicht die Idealbesetzung für die mikroskopierende Endo. Abschließend wurde das Thema Konkurrenz- und Arbeitsumfeldanalyse näher betrachtet, letzteres mit Hilfe der PEST-Analyse.

Vortragsreihe Endodontie

Dr. Martin Eggert stellte das Thema der Wurzellängsfrakturen aus der Sicht eines langjährig das gesamte Spektrum der Zahnheilkunde abdeckenden Zahnarztes dar. Er referierte über Fehler bei der postendodontischen Versorgung, insbesondere mit Stiften, gab einen Überblick zur Studienlage und illustrierte dies mit eigenen Fällen. ZA Nils Widera und Dr. Stephan Gäbler stellten ihr selbstentwickeltes Gerät zur Entfernung frakturierter Instrumente mittels einer Schlaufentechnik unter Verwendung einer Kanüle und ultrafeiner, hochfester Edelstahldrähte vor. Eine sehr interessante Alternative bzw. Ergänzung zur Ultraschalltechnik in schwierigen Fällen. Dr. Andras Csögor erwies sich als Daniel Düsentrieb unter den Zahnärzten und stellte selbst entworfene, zunächst mit 3-D-Druckern als Prototypen gefertigte Instrumente vor, die verschiedene Abläufe kombinieren helfen. Ein Spiegelgriff beispielsweise enthält bei ihm Vorrichtungen zum Messen, Vorbiegen und Schneiden von Instrumenten, Papierspitzen oder Guttaperchapoints, ist aber auch Materialdepot und vieles mehr. Die Serienfertigung ist bei allen selbst ersonnenen Geräten, so auch hier, bislang aufgrund der geringen Stückzahlen noch nicht absehbar.

Kurs „Fragmentenfernung“

Dass der Kurs zur Fragmententfernung bei Dr. Clemens Bargholz und Dr. Christoph Zirkel nach kürzester Zeit ausgebucht war, verwunderte nach dessen Besuch keineswegs. Im ersten Teil wurden die theoretischen Grundlagen zur Fragmententfernung einprägsam beleuchtet. Nachdem die Arten der Instrumentenfrakturen sowie die verschiedenen Techniken zur Fragmententfernung erläutert wurden, wiesen die Referenten auf die große Bedeutung eines strategischen Vorgehens hin. Die erfolgreiche Fragmententfernung bedarf eines genauen Befundes des Röntgenbildes: Sowohl die Länge, der Durchmesser und die Lage des Fragmentes, als auch der mögliche Grund für dessen Fraktur sind wichtige Faktoren im Hinblick auf die Therapieplanung. Gute Anatomische Kenntnisse müssen als Voraussetzung einer erfolgreichen Fragmententfernung angesehen werden. Nicht nur sympathisch, sondern auch extrem hilfreich war die kritische Beleuchtung eigener Behandlungsfälle der Referenten. Hieraus ergab sich einer der wichtigsten Kriterien für die Güte einer Fragmententfernung: Die Schonung von Zahnhartsubstanz hat oberste Priorität. Ist eine Entfernung nur mit hohem Substanzverlust möglich, sollte über eine therapeutische Alternative nachgedacht werden. Mit diesem Wissen ging es in den hervorragend ausgestatteten Kursraum. Jedem Teilnehmer wurde neben einem OPMI (ZEISS Pico) und Ultraschallgerät (VDW) ein Bildschirm zur Verfügung gestellt. Somit konnten die Referenten bei Fragen der Teilnehmer sehr detailliert ihre Tipps an diese weitergeben. Als das Fragment aus dem Kanal befördert werden konnte, zeigte sich ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen der Teilnehmer. Dieses Erfolgserlebnis ermutigt, sich dem immens komplexen Thema der Fragmententfernung weiterhin zu widmen. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sowohl der erfahrene als auch unerfahrene Behandler in diesem Kurs sehr viel lernen konnte. Dies lag zum einen an der immens hohen Kompetenz der Referenten und zum anderen an der sehr entspannten Atmosphäre.

Die Mitglieder der DGET können sich schon jetzt auf die kommende Frühjahrsakademie in Regensburg am 26. und 27. Februar 2016 freuen.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Dr. Andreas Habash und der OEMUS MEDIA AG.

Autoren: Dr. Sandra Janke, Dr. Bernard Bengs, Dr. Tassilo Hug, Dr. Malte Kück, Dr. Niklas Umland, Dr. Bernhard Albers

DGET

Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie e.V.
Holbeinstraße 29
04229 Leipzig
Tel.: 0341 48474-202
Fax: 0341 48474-290
sekretariat@dget.de
www.dget.de
www.ErhalteDeinenZahn.de

Foto: © Dr. Andreas Habash, OEMUS MEDIA AG
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