Branchenmeldungen 11.09.2026
ZWP Designpreis 2026: Beton holt sich den Titel
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Nichts lenkt ab von der anvisierten Mood des Praxisdesigns – urban, clean und zielorientiert. Diese stringente Intention erhält ein farbliches Upgrade durch ein selbstbewusstes Neonrot. Die Eyecatcher-Farbe erscheint als einprägsamer Kontrast in Stühlen, Kleiderhaken, Vasen und, nicht zuletzt, im Praxislogo. Die große Kunst des Praxisdesigns von Marcel Lang liegt in der Konsequenz der Reduktion. Der Beton wird nicht „versüßt“, die Klarheit des Designs an keiner Stelle kompromittiert. Die Konzeptionierung und Umsetzung des Praxisdesigns oblagen dem Stuttgarter Büro 12:43 Architekten.
ZWP Designpreis 2026 Gewinnerpraxis: Kieferorthopädie Lang
Doch nicht nur die Gewinnerpraxis hat eigene Maßstäbe verfolgt, alle 42 am diesjährigen Wettbewerb teilnehmenden Zahnarztpraxen haben eine konsequente Abkehr vom klassischen Praxisbild gezeigt. Stattdessen begegnen uns Räume mit Charakter, die offen, einladend und mit einem hohen Anspruch an Aufenthaltsqualität auftreten und sich als Gesundheitsorte definieren, die Zahnmedizin mit interdisziplinären Themen, ergänzenden Angeboten und einem ganzheitlichen Verständnis von Gesundheit verbinden. Die oftmals räumliche Öffnung in der Architektur spiegelt damit häufig auch eine inhaltliche wider.
Nächste Runde: ZWP Designpreis 2027
Der ZWP Designpreis geht 2027 nicht nur mit neuen Jurygästen und neuen teilnehmenden Praxen in die nächste Runde, sondern erhält auch ein neues Konzept – passend zu den Trends, Herausforderungen und Chancen unserer Zeit. Mehr Infos folgen in Kürze auf www.designpreis.org.
Mehr Informationen:
OEMUS MEDIA AG
ZWP-Redaktion
Marlene Hartinger
Tel.: +49 341 48474-133
www.designpreis.org
Herzlichen Glückwunsch, Herr Lang!
Der glückliche Gewinner im Q&A.
Herr Lang, was ist Ihr Design-USP?
Von Anfang an war mir wichtig, keine klassische Zahnarztpraxis zu schaffen. Ich wollte eine moderne, reduzierte und hochwertige Umgebung, die eher an zeitgenössische Architektur als an typische medizinische Räume erinnert und trotzdem funktional bleibt. Das Konzept lebt für mich besonders von den Kontrasten: dem eher kühlen Beton-Spachtelboden, warmen Weiß- und Greigetönen, dunklen Flächen und den gezielt eingesetzten roten Akzenten. Dazu kommen die raumhohen Glaselemente und das sehr klare Lichtkonzept. Trotz der reduzierten Gestaltung wirkt die Praxis dadurch nicht kühl oder steril. Mein persönliches Highlight ist tatsächlich der Beton-Spachtelboden in Verbindung mit dem gesamten Farbkonzept. Ich mag diese Mischung aus reduzierter, industrieller Materialität und den wärmeren, weicheren Elementen sehr. Gerade dieser Kontrast gibt der Praxis ihren eigenen Charakter.
Hat sich das anfänglich konzipierte Praxisdesign im Laufe der Umsetzung nochmal geändert?
Die grundsätzliche Vorstellung ist auf jeden Fall im fertigen Ergebnis wiederzufinden. Natürlich verändert und konkretisiert sich ein Entwurf während der Planung und Umsetzung. Viele Dinge kann man sich anhand von Plänen und Visualisierungen vorstellen – aber Materialien, Licht, Raumwirkung und Proportionen erlebt man letztlich erst im fertigen Raum. Die klare Gestaltung funktioniert im täglichen Praxisbetrieb sehr gut. Insofern ist das Ergebnis nicht einfach nur eine Umsetzung der ursprünglichen Vorstellung, sondern hat diese an einigen Stellen sogar übertroffen.
Wenn Sie zurück zum Start gehen: Was würden Sie genauso und was anders machen?
Genauso machen würde ich auf jeden Fall die konsequente gestalterische Linie. Rückblickend bin ich sehr froh, dass wir bei Materialien, Farben und Formensprache nicht von der ursprünglichen Idee abgewichen sind. Auch in das Lichtkonzept und in hochwertige Sozialräume für das Team würde ich jederzeit wieder investieren. Gleichzeitig waren mir auch die kleinen Dinge wichtig, die mit der eigentlichen Behandlung zunächst wenig zu tun haben: Wir haben beispielsweise eine PlayStation-Ecke für Kinder und einen guten Kaffeeautomaten eingeplant. Patienten und Eltern sollen sich bei uns gerne aufhalten – und natürlich soll sich auch mein Team jeden Tag in der Praxis wohlfühlen. Was ich ebenfalls wieder so machen würde, ist die sehr eigenständige Planung und Ausstattung der Praxis. Ich habe bewusst nicht das komplette Projekt über ein klassisches Dentaldepot abgewickelt, sondern viele Gewerke, Produkte und Angebote selbst recherchiert und miteinander verglichen. Das kostet zwar viel Zeit, eröffnet aber auch gestalterisch mehr Möglichkeiten und kann die Investitionskosten deutlich reduzieren. Wer bereit ist, sich intensiv mit dem Projekt auseinanderzusetzen und verschiedene Angebote einzuholen, kann hier aus meiner Erfahrung einiges sparen. Wenn ich etwas anders machen würde, dann würde ich manche Gewerke teilweise noch konsequenter koordinieren. Bei einem solchen Projekt braucht es an manchen Stellen eine klare Ansprache und einen gewissen Zug zum Tor, damit Zeitpläne eingehalten werden und Entscheidungen nicht unnötig liegen bleiben. Letztlich aber muss man akzeptieren, dass sich bei einem Praxisprojekt nicht alles selbst steuern lässt. Gerade behördliche und bürokratische Prozesse können Zeitpläne erheblich beeinflussen. Auch ich habe meine Praxis letztlich später eröffnet als ursprünglich geplant.