Branchenmeldungen 08.09.2021

Interview: Existenzgründung im zweiten Durchgang

Interview: Existenzgründung im zweiten Durchgang

Foto: Planmeca

Zahnarzt Stefan Enz hat sich im Sommer 2020 mit einer eigenen Praxis in Murnau am Staffelsee niedergelassen. Die „Zahnmedizin im Werkhaus“ war allerdings keine Existenzgründung im klassischen Sinn: Zuvor hat Stefan Enz bereits 20 Jahre Erfahrungen in einer Gemeinschaftspraxis gesammelt, die er zusammen mit einem Kollegen geführt hatte. Im Interview verrät er, worauf er bei seiner zweiten Gründung besonderen Wert gelegt hat.

Herr Enz, wie kam es nach 20 Jahren Gemeinschaftspraxis zu Ihrer zweiten Gründung? Was wollten Sie mit Ihrer eigenen Praxis anders machen als zuvor?

Mir lag das Thema Weiterentwicklung sehr am Herzen, und ich habe nach Möglichkeiten gesucht, wie ich das umsetzen kann. Im Endeffekt habe ich nur die Einzelpraxis als Möglichkeit gesehen, um mich so verwirklichen zu können, wie ich es mir vorstelle. Mein Ziel war es, eine Weiterentwicklung hinsichtlich der technischen Ausstattung und auch in Bezug auf meine Zielsetzungen und Philosophie gehen zu können. Da mir meine Mitarbeiter und auch mein gesamter Patientenstamm gefolgt sind und ich zudem im selben Ort geblieben bin, war mein Projekt nicht mit einer typischen Neugründung zu vergleichen.

Inwiefern wollten Sie sich mit Ihrer neuen Praxis technisch weiterentwickeln?

In der Röntgentechnik zum Beispiel ist das Rad nicht stehengeblieben, sondern hat sich weitergedreht. Deshalb bin ich zur digitalen Volumentomografie gewechselt. Ein solches System lässt eine Weiterentwicklung zu, da es sich zukünftig weiter ausbauen lässt. Die Vorstellung, an der Grenze des technisch Machbaren angekommen zu sein und an der weiteren Entwicklung, die in der Medizin und am Markt stattfindet, nicht weiter teilnehmen zu können, engt mich sehr ein. Mit dem neuen System sind wir zum Glück nicht gebunden, sondern weiterhin offen für Fortschritt und Entwicklung.

Sie haben Ihre Praxis mit einem reichen Erfahrungsschatz in der Zahnmedizin gegründet. Inwieweit hat das Ihre Herangehensweise geprägt?

Häufig werden Mitarbeiter mit einem Arbeitsplatz konfrontiert, der ergonomisch nicht durchdacht ist. Deshalb habe ich mein Team in die Praxisplanung einbezogen, was natürlich ein großer Vertrauensbeweis für meine Mitarbeiter ist. So konnten meine Mitarbeiter die neue Praxis und ihren Arbeitsplatz aktiv mitgestalten – schließlich sollten ihn die Personen mitbestimmen können, die tagtäglich daran arbeiten. Vieles von dem, was wir über die 20 Jahre in der gemeinsamen Praxistätigkeit gelernt haben, haben wir in der neuen Praxis nun im Team umgesetzt. Nach so langer Zeit sind wir echt gut eingespielt! Die Erfahrungen mit der bisherigen Praxisausstattung haben mich zudem gelehrt, worauf ich bei meiner neuen Ausstattung Wert lege. Das, worauf es mir ankam, konnte mir der Hersteller, mit dem wir zuvor ge arbeitet hatten, nicht bieten. Ich bin daher zu Planmeca gewechselt, einem finnischen Dentalgerätehersteller.

Wie sind Sie auf Planmeca aufmerksam geworden?

Als in der Gemeinschaftspraxis unser OPG in die Jahre gekommen war, ging es darum, welche Anschaffung nun sinnvoll ist. Ich hatte mich auf Recherche begeben und mir auf der IDS diverse Hersteller angesehen. Dort habe ich mich mit Funktionen, Preis-Leistungs-Verhältnissen, Software-Lösungen etc. von DVTs auseinandergesetzt. Da bin ich das erste Mal mit Planmeca in Kontakt gekommen. Am Ende kamen nur noch zwei Hersteller infrage und schließlich hat Planmeca das Rennen gemacht – für meine eigene Praxis dann. 

Und worin bestand für Sie der große Vorteil, weshalb Sie sich für Planmeca entschieden haben?

Ausschlaggebend war für mich die Software, die hinter dem ganzen System steht. Bei Planmeca ist das die All-in-one-Software Romexis: eine Komplettlösung, die mir die Möglichkeit bietet, zusätzliche digitale Lösungen in die Praxis zu integrieren. Für mich war es maßgeblich wichtig, dass ich eine Software wähle, die es mir ermöglicht, verschiedene Geräte einzubinden. Während mein DVT und meine Behandlungseinheiten auch von Planmeca sind, sind beispielsweise unser Laborscanner und unser Kleinbildscanner von anderen Herstellern. Alle Geräte haben wir ins System eingebunden. Ich möchte auch zukünftig in meiner Entscheidung, welches Gerät ich kaufe, frei sein. Mit Planmeca bin ich nicht herstellerabhängig – und diese Freiheit möchte ich mir auch bewahren. Ich möchte mich nicht auf einen Hersteller festlegen müssen, weil ich in einem bestimmten geschlossenen System gefangen bin. Mit meinem Berater vom Dentaldepot habe ich ganz offen darüber gesprochen, und auch er drängt mich nicht, mich auf einen Hersteller festzulegen – einfach weil Planmeca die Integration von Fremdherstellern ermöglicht. Und es funktioniert.

Autorin: Maria Reitzki

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