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Branchenmeldungen 09.05.2016

Frühjahrsakademie der DGET 2016 in Regensburg

Frühjahrsakademie der DGET 2016 in Regensburg

Am 26. und 27. Februar 2016 fand an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie in Regensburg die Frühjahrsakademie der DGET statt. Mit der Universität Regensburg konnte ein aus endodontischer Sicht hochinteressanter Veranstaltungspartner für die Frühjahrsakademie 2016 gewonnen werden.

Neben den bewährten Kursangeboten hoben sich die Kurse der Regensburger Kollegen Prof. Dr. Kerstin Galler, Priv.-Doz. Dr. Marianne Federlin und Prof. Dr. Birger Thonemann besonders hervor. Ein ebenfalls neues Seminar­angebot war – aufgrund häufiger Anfragen von Mitgliedern – das Seminar zur Vorbereitung auf die Spezialistenprüfung von Dr. Bijan Vahedi.

Am Freitagvormittag haben wie gewohnt Teilnehmer der Curricula der DGET und APW ihre Abschlussprüfungen abgelegt. Die Absolventen konnten anhand der vorher eingereichten Behandlungsfälle ihre Fortschritte eindrucksvoll belegen und das Curriculum erfolgreich abschließen. Die DGET gratuliert Elke Bauer, M.Sc./Werdau (OT Steinpleis), Dr. Markus Baumann/Sprockhövel, Dr. Ruth Bennemann/Aachen, Dr. Nicola Burow/Hannover, Sebastian Ditscher/Meuselwitz, Dr. Constanze Groß/Diera-Zehren, Dr. Christian Jauernig/München, Dr. Anne-Katrin König/Bad Dürkheim, Leila Balaraman Kuppuswamy/Düsseldorf, Dr. Stefanie Macke, M.Sc./Köln, Katarzyna Rochmes/München, Tim Rudolf Saager/Köln, Sarah Schlaweck/Köln, Dr. Jens-Hendryk Thiele/Fröndenberg (Ruhr) und Dr. ­Matthias Widbiller/Regensburg zum erfolgreichen Abschluss. Alle zertifizierten Mitglieder und Spezialisten werden auf Wunsch auf www.dget.de unter der Behandlersuche gelistet.

Prof. Dr. Wolfgang Buchalla, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des Universitätsklinikums Regensburg, Prof. Dr. Kerstin Galler, die die Organisation vor Ort übernommen hatte, sowie Dr. Martin Brüsehaber, Verantwortlicher im Vorstand der DGET, begrüßten die Teilnehmer und Referenten zu dieser anspruchsvollen Veranstaltung.

„Revision wurzelbehandelter Zähne“


Im ersten der drei Abschnitte seiner Kursreihe vermittelte Dr. Wolf Richter die Theorie und gab eine ausführliche Einführung in das weite Feld der Revision. Besprochen wurden zunächst die Bereiche der Diagnostik, Indikation, Patientenwunsch, Prognose und Alternativen, bevor auf die unterschiedlichen Ausgangssituationen und die entsprechenden Arbeitsschritte eingegangen wurde.

Die Teilnehmer konnten danach im zweiten Abschnitt an einer Live-Behandlung im Hörsaal partizipieren, bei welcher Dr. Richter eine sehr gut strukturierte Revisi­onsbehandlung eines Molaren demonstrierte. Es wurde eine Behandlung von der Trepanation, die Entfernung der alten Wurzelfüllung, über die vollständige Kanalaufbereitung bis hin zur abschließenden Wurzelfüllung inklusive des post­­endodontischen Verschlusses gezeigt. Über den Moderator im Hörsaal war es zusätzlich möglich, auftretende Fragen direkt zu beantworten. Abschließend konnten alle Teilnehmer einen extrahierten Zahn mit einer alten Wurzelfüllung unter dem Mikroskop revidieren. Parallel dazu wurden einzelne Arbeitsschritte über die Monitore demonstriert.

„Zahnerhaltende ­Therapieoptionen“


Priv.-Doz. Dr. Moritz Kebschull gab in seiner Präsentation „Zahnerhaltende Therapieoptionen für Molaren mit Furkationsbefall“ einen umfassenden Überblick über die Behandlung parodontal geschädigter Zähne. Sämtliche Therapievarianten – konservativ, regenerativ chirurgisch, resektiv – wurden dargestellt. Die Wichtigkeit der Ausschöpfung zahnerhaltender, endodontologisch-parodontologischer Möglichkeiten wurde klar aufgezeigt, die Limi­tationen implantologischer Alternativen wurden realistisch beleuchtet.

„Zemente auf Kalziumsilikatbasis“


Eine sehr breite und fundierte Übersicht über die zurzeit erhältlichen auf Kalziumsilikat basierenden Produkte präsentiert Prof. Dr. Till Dammaschke. Er zeigte die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der biokompatiblen Materialien (Zemente und Sealer) in der Pulpaerhaltungs- und in der endodontisch invasiven Therapie auf. Außerdem wurde über ihre Limitationen und Nachteile ausführlich berichtet.

Spezialist Endodontologie der DGET


Mit dem Vorbereitungsseminar zur Spezialistenprüfung gelang es Dr. ­Bijan Vahedi, den Teilnehmern die Idee der Spezialisierung sowie die einzelnen Anforderungen zum Spezialisten für Endodontologie nahezubringen. Der Titel „Spezialist für Endodontologie der DGET” ist der höchste Qualifikationsnachweis im Bereich der Endodontologie in Deutschland. Aus diesem Grund sind die Anforderungen an die künftigen Spezialisten hoch. Mit der Ernennung zum Spezialisten für Endodontologie verfolgt die DGET das erklärte Ziel, den Anteil der Zahnärzte zu erhöhen, die fast ausschließlich endodontisch tätig sind.

„Revitalisierung und ­Regeneration des Endodonts“


Im ersten Teil des Hands-on-Kurses von Prof. Kerstin Galler wurde das theore­tische Wissen über Regeneration, Revitalisierung und Tissue Engineering aufgefrischt und erweitert. Die besondere Rolle der Pulpastammzellen sowie der im Dentin befindlichen Wachstumsfaktoren wurde deutlich. Im Anschluss an den theoretischen Teil wurde die Revitalisierungsbehandlung an einem Modell durchgeführt, das die Arbeitsgruppe um Prof. Galler selbst konstruiert hat. Mithilfe dieses realitätsgetreuen Modells konnte unter anderem sowohl die Elimination des nekrotischen Pulpagewebes als auch die Provokation der Einblutung in den Wurzelkanal nachvollzogen werden. Zum Abschluss bekamen alle Interessierten das von der ESE empfohlene Behandlungsprotokoll ausgehändigt, das Schritt für Schritt durch die Revitalisierungsbehandlung führt und als Leitfaden dient.

„Vom Generalisten zum Spezialisten“


Dr. Jörg Ritter gab einen marketingorientierten Überblick, wie sich Zahnärzte mit ihrer Praxis als Marke etablieren können. Er zeigte auf, welche Methoden es gibt, die eigene Tätigkeit und den Markt zu analysieren und für die Positionierung der Praxis zu nutzen sowie welche Bedeutung die Kommunikation dabei hat.

„Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Zahnunfällen“


Dr. Hana Zallmann zeigte anhand der Tätigkeit in ihrer Prager Praxis, welche Vorteile das Zusammenwirken verschiedener Fachdisziplinen wie Endodontie, Chirurgie oder Kieferorthopädie haben, insbesondere, wenn alle Kollegen fachlich und räumlich eng verbunden sind. Kompetente, fachübergreifende Therapien können so den Zahnerhalt auch in komplexen Fällen ermöglichen.

„DVT in der Endodontie“


Dr. Bernard Bengs setzte sich mit dem kontrovers diskutierten Thema DVT auseinander, welches stets im Spannungsfeld von Strahlungsbelastung, Informationsgewinn und Therapiesicherheit zu sehen ist. Sowohl die Möglichkeiten zur erweiterten Diagnostik bei indikationsgerechtem Einsatz als auch die Grenzen der Technologie wurden umfassend gewürdigt und anhand klinischer Beispiele verdeutlicht.

„Verbesserung der chemischen Desinfektion“


Die moderne Wurzelkanalbehandlung ist im Durchschnitt zu 80 bis 85 Prozent erfolgreich, die übrigen 15 bis 20 Prozent sind das Ziel für die wissenschaftliche und technische Entwicklung. Anhand der zahlreichen Studien und ihrer strikten Analyse zeigte Dr. Frank Paqué in seinem Vortrag, wo die Möglichkeit besteht, die Erfolgsrate endodontischer Behandlung zu verbessern und die Zähne lebenslang in ihrer Funktion zu erhalten. Der Schwerpunkt seines Vortrages lag dabei in der chemomechanischen Aufbereitung. Es wurden verschiedene Spülungskombinationen und medikamentöse Einlagen mitei­nander verglichen und den Teilnehmern deutliche Ergebnisse gezeigt.

„Mikrokosmos des Wurzelkanaldentins“


Unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Marianne Federlin und Prof. Dr. Birger Thonemann erhielten die Teilnehmer in diesem außergewöhnlichen Hands-on-Kurs zuerst eine theoretische Einführung in die verschiedenen Techniken des REM sowie Wissenswertes zu den Vorbereitungen. Bei den selbst präparierten Zähnen, welche im Vorfeld durch alle Teilnehmer einzusenden und vorzubereiten waren, wurden dann mit nur wenigen Handschlägen die Wurzeln getrennt, wodurch sich faszinierende Bilder der Dentinfeinstrukturen darstellen ließen. Anschließend wurde diskutiert, was jeweils zu sehen ist und welche Protokoll-Faktoren welchen Einfluss auf die dargestellten Strukturen und sichtbaren Dentinveränderungen ergeben. Nach dem Kurs erhielt jeder Teilnehmer alle erstellten Bilder auf einem USB-Stick, um diese selbst daheim noch studieren und anhand der zusammengefassten Protokolle interpretieren zu können.

Ganz abgesehen davon, dass der Zugang zu einem hochauflösenden REM ohnehin schon begrenzt ist und in der Regel universitär angestellten Mitarbeitern vorbehalten bleibt, war dieser Kurs für eine Frühjahrsakademie eine echte Besonderheit, die sicherlich in einigen Teilnehmern den wissenschaftlichen Ehrgeiz angespornt haben dürfte. Die Mitglieder der DGET können sich schon jetzt auf die kommende Frühjahrs­akademie am 10. und 11. März 2017 in Münster freuen.

Mehr Informationen:


DGET e.V.
Tel.: 0341 48474-202
Fax: 0341 48474-290
sekretariat@dget.de
www.dget.de
www.erhaltedeinenzahn.de

Autoren: Dr. Horst Behring, Dr. Bernard Bengs, Ella Briks, M.Sc., Dr. Michael Drefs, Leander Zutz

Foto: © DGET
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