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Branchenmeldungen 08.12.2011

Geheimnisse von neuem und altem Gewebe

Geheimnisse von neuem und altem Gewebe

Thommen Medical spannt interessanten Bogen von der Zahnmedizin zur Mumienforschung. Ein Bericht von Kristin Urban.

König Tutanchamun hatte also einen Überbiss und Ötzi Karies. Spätestens nach dem After Work Apéro, den Thommen Medical im November veranstaltete, wären auch diese Wissenslücken geschlossen. Die Erhaltung von prä- und postmortalem Weichgewebe stand diesmal im Zürcher Zunfthaus zum Rüden im Fokus der Fortbildungsreihe. Dem Organisator gelang es einmal mehr, zwei hochkarätige Referenten für diesen Abend zu gewinnen.

Geschäftsführer Jürg Stocker richtete ein herzliches Willkommen an die Besucher und freute sich über das grosse Interesse an der Veranstaltung. Als ersten Referenten des Abends stellte er Dr. Ueli Grunder, Zürich, unter anderem als einstigen Europameister im Segeln vor, der sich daher nicht nur im beruflichen Sinne als Zahnarzt mit Gewebe bestens auskennt.

In seinem Vortrag „Gewebe, das langfristig hält“, beschäftigte sich Dr. Grunder allerdings nicht mit Fall, Fock oder etwa Gross-Segel, sondern mit dem oralen Weichgewebe. Im Fokus standen Kiefererhaltung, Sofortimplantation, und Knochenaufbau im Zusammenhang mit diversen Ausgangslagen.

In den Medien gern auch als „Herr der Mumien“ bezeichnet, bereicherte PD Dr. Frank J. Rühli, PhD, Anatomisches Institut – Zentrum für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich, den Abend mit seinem Vortrag „Jahrtausendalte Gewebe und ihre aktuelle Bedeutung“.

Die postmortale Weichteilerhaltung stand hierbei im Mittelpunkt, die auf künstliche oder natürliche Weise seit Jahrtausenden an Mensch und Tier weltweit stattfindet. Dies zeigte er an Beispielen einer peruanischen Mumie oder Lyuba, der am besten erhaltenen Mumie eines männlichen Mammutkalbs, sowie der sich im Mausoleum in Moskau befindlichen Mumie Lenins auf.

Anhand der ägyptischen Mumifizierung ging er auf Einbalsamierungssubstanzen und deren Verwendungszwecke ein. So stellte er unter anderem Natron als Hauptkomponente der Dehydratierung vor oder Palmwein zur Ausspülung der Körperhöhlen.

Die Mumienforschung - als vierte Dimension der Medizin - beschäftige sich mit der Paläopathologie, also der Lehre der Krankheiten von Mensch und Tier der Vorzeit, der Einmaligkeit hinsichtlich der Konservierung von Weichteilen, der Evolution von Krankheiten, denn „der Mensch ist das beste Archiv des Menschen“, der ganzheitlichen Forschung sowie der Reflexion über die eigene Sterblichkeit.Dr. Rühli gab weiterhin Einblicke in die Fragestellungen an Mumien innerhalb der Forschungsarbeiten und stellte dabei Arbeiten an Ötzi und König Tutanchamun vor sowie weitere Projekte.

Noch bis 8. Januar 2012 zeigt die Universität Zürich am Standort Irchel die Ausstellung „Mumien: Mensch, Medizin, Magie – aktuelle Forschungsergebnisse für unsere Zukunft“. Weitere Informationen: www.mumienausstellung.ch 

Kontakt:
Thommen Medical (Schweiz) AG
2540 Grenchen
Tel. 032 644 30 20
info@thommenmedical.ch
www.thommenmedical.com
 

Foto: © THOMMEN Medical AG
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