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Branchenmeldungen 26.02.2021

Haftstrafe: Zahnarzt rechnet falsch ab und kassiert eine Million

Haftstrafe: Zahnarzt rechnet falsch ab und kassiert eine Million

Foto: zef art – stock.adobe.com

Erst lief sein Privatleben aus der Bahn, dann erstellte er falsche Rechnungen: Ein Zahnarzt aus Schleswig-Holstein ist wegen Abrechnungsbetrugs in Höhe von knapp einer Million Euro zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Die Richter am Kieler Landgericht ordneten am Mittwoch zugleich die Einziehung von rund 340.000 Euro an. Die Staatsanwaltschaft hatte auch ein dreijähriges Berufsverbot als selbstabrechnender Zahnarzt beantragt - dafür sah die Kammer nicht die erforderlichen Voraussetzungen.

Nach Feststellungen des Gerichts geriet der einst sehr erfolgreiche Zahnarzt mit gut gehender Praxis, gehobenem Lebensstil und teuren Autos nach 2005 in persönliche und finanzielle Schieflage. Nach einem Autounfall sei er wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt worden, sagte der Vorsitzende Richter Stephan Worpenberg. Später sei eine seiner Töchter schwer erkrankt, es habe eine schwere Ehekrise gegeben. Der Zahnarzt habe schließlich wegen eines Burnouts nicht mehr arbeiten können. Seinen teuren Lebensstil habe er aber nicht den Umständen angepasst, so der Richter.

Stattdessen fingierte der Zahnarzt dem Urteil zufolge von 2008 bis 2011 sehr teure Patientenbehandlungen und verkaufte die Forderungen an Dienstleistungsgesellschaften (Factoringgesellschaften). Diese zahlten ihm dafür den Rechnungsbetrag sofort aus - abzüglich einer Bearbeitungsgebühr. Er selbst zahlte dann die Beträge in Raten zurück - eine «Kreditierung auf Zeit», wie das Gericht feststellte. Der 52-Jährige hatte weitgehend gestanden.

Quelle: dpa

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