Branchenmeldungen 23.09.2019

Hain Lifescience-Fortbildung am Wochenende in Dresden

Hain Lifescience-Fortbildung am Wochenende in Dresden

Am vergangenen Samstag folgten 80 Zahnärztinnen und Zahnärzte der Einladung der Hain Lifescience GmbH zu einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung in die sächsische Landeshauptstadt Dresden. Im Fokus der Weiterbildung stand die Frage „Wie viel Parodontitis steckt in der Periimplantitis?“.

Nach einer kurzen Begrüßung und Firmenvorstellung durch den Geschäftsführer der Hain Lifescience GmbH, Tobias Hain, referierte Mikrobiologin Dr. Sylke Dombrowa unter der Headline „Parodontitis vs. Periimplantitis: Ursachen, Diagnostik & Therapie“ zur Vergleichbarkeit von Parodontitis und Periimplantitis und möglichen Therapieansätzen. Beide Erkrankungen sind multifaktoriell bedingt und werden so durch eine Vielzahl an Faktoren getriggert. Da es keine Periimplantitistherapie nach einem Schema F gibt, sollte das Hauptaugenmerk, so Dombrowa, auf der Prävention der Erkrankung liegen und damit auf einer ursachenorientierten und individuellen Parodontitis-Therapie. Denn die Parodontitis gilt als Keimreservoir und somit Hauptrisikofaktor für periimplantäre Erkrankungen. Eine zentrale Stellschraube in der PA-Therapie ist die Keimbelastung. Je nach festgestellter Belastung ergeben sich entsprechende mechanische und/oder antibiotische Therapieschritte. Um feststellen zu können, welche Therapie zum Einsatz kommen sollte, bedarf es molekularbiologischer Analysen, die wiederum eine diagnostisch fundierte und nachhaltig erfolgreiche PA- und PI-Therapie ermöglichen.

Markerkeimanalyse

Des Weiteren sprach Tobias Hain zu den Vorteilen der Analysesysteme micro-IDent® und micro-IDent®plus und dem Prozedere der Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und der Hain Lifescience GmbH sowie dem Auswertungsverfahren im Labor. Die mikrobiologischen Analysen mit micro-IDent® und micro-IDent®plus erlauben eine zuverlässige Markerkeimbestimmung. Auf dieser Basis ist dann wiederum eine fundierte und sichere Auswahl adjuvanter Antibiotika möglich. Das Ergebnis ist somit Grundlage für eine individualisierte und so maximal erfolgreiche Therapie.

Erhöhte Diagnostik

Der dritte Referent des Tages, Prof. Dr. Ralf Rössler, widmete sich in seinem mitreißendem Vortrag der Frage „Gibt es eine verlässliche Diagnose der präklinischen Periimplantitis, und wenn ja, mit welchen therapeutischen Konsequenzen?“ Dabei betonte Rössler unter anderem, dass es keine Therapie der Periimplantitis gibt und es daher gilt, das individuelle Risiko von Patienten auszumachen, die Diagnostik entsprechend darauf abzustimmen und gegebenenfalls zu erhöhen. Denn, so Rössler, das zentrale Problem der Periimplantitis (wie auch der Parodontitis) sei die zu späte Diagnostik. Zudem müsse, laut Rössler, jedes zahnmedizinische Vorgehen immer auch berücksichtigen, dass die „Biologie der Mundhöhle, die Mundhöhle schützt“ und damit das Gleichgewicht des Biofilms unabdingbar ist.

Begleitet wurde die gelungene Veranstaltung von einer kleinen Industrieausstellung mit den Firmen Kulzer und Johnson & Johnson.

Die Hain Lifescience GmbH mit Sitz in Nehren ist ein Diagnostikunternehmen, das molekularbiologische Testsysteme entwickelt, produziert und vertreibt. Dabei ist die Dentaldiagnostik nur ein Einsatzbereich der Testsysteme, die auch international zur Befundung von unter anderem TB angewendet werden. Die Markerkeimanalysen mit micro-IDent® und micro-IDent®plus11 geben Auskunft über Vorkommen und Konzentration von fünf bzw. elf parodontopathogenen Spezies und deren Zugehörigkeit zu „Bakterienkomplexen“. Auf Basis der Markerkeimanalysen mit micro-IDent® und micro-IDent®plus11 kann so die Entscheidung getroffen werden, welche therapeutischen Maßnahmen für die Eradikation der individuellen Bakterienbelastung mit Blick auf Parodontitis und Periimplantitis erforderlich sind. Die Eingliederung enossaler Implantate sollte erst nach erfolgreicher Keimreduktion bzw. -elimination erfolgen. Die im Vorfeld einer Implantation durchgeführte Analyse zeigt, ob ein geplanter Eingriff durch eine bestehende Bakterienbelastung bereits von vornherein gefährdet ist. Erst eine negative Analyse signalisiert Keimfreiheit und gibt folglich grünes Licht für die implantatprothetische Versorgung.

Fotos: OEMUS MEDIA AG

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