Anzeige
Wissenschaft und Forschung 01.07.2019

Parodontitis – Der Schlüssel zum Alzheimer-Medikament?

Parodontitis – Der Schlüssel zum Alzheimer-Medikament?

Immer wieder erscheinen Studien, die Zusammenhänge zwischen Parodontitis und der neurodegenerativen Erkrankung Alzheimer nachweisen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen haben nun amerikanische Forscher ein Medikament entwickelt, das das Fortschreiten der Krankheit reduzieren könnte.

Eine englische Studie aus dem Jahr 2012 (ZWP online berichtete) lieferte damals den Nachweis, dass das Bakterium Porphyromonas gingivalis (P.g.), das im Zusammenhang mit Parodontitis die Mundhöhle bevölkert, auch Auswirkungen auf den restlichen Organismus hat. So konnte damals in gespendeten Gehirnen verstorbener Alzheimer-Patienten das Bakterium nachgewiesen werden.

Eine weitere Studie aus dem vergangenen Jahr (ZWP online berichtete) zeigte die genaue Wirkungsweise von P.g. auf das Gehirn. Das Bakterium trug zur Bildung von Beta-Amyloid bei, welches wiederum Bestandteil seniler Plaques ist.

Auf Grundlage dieser Studienergebnisse haben Forscher der University of Louisville einen Schritt in Richtung Alzheimer-Medikament getan, das die Neurotoxizität von P.g. eliminieren soll. Dazu entwickelten sie Moleküle, die die abgesonderten Proteasen von P.g. blockieren und somit die Bildung der Beta-Amyloid-Plaques verhindern. In einer ersten Testreihe konnten die Wissenschaftler Infektionen des Gehirn durch P.g. verringern und besonders Neuronen im Hippocampus schützen. Weitere Studien sind nun notwendig, um ein marktreifes Medikament zu entwickeln. Mit ihren Ergebnissen sind die Forscher zwar der Heilung von Alzheimer nicht näher gekommen, aber sie sind auf einem wichtigen Weg, um das Voranschreiten der Krankheit zu verhindern.

Foto: Urupong – stock.adobe.com

Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper

Anzeige