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Branchenmeldungen 05.08.2019

Kaum Fortschritte bei der Regulierung von Amalgam

Kaum Fortschritte bei der Regulierung von Amalgam

Die Bundesregierung hat einen Plan zur weiteren Verringerung der Verwendung von Dentalamalgam beschlossen und erfüllt somit die Auflage der EU-Quecksilberverordnung von 2017. Die Europäische Union setzt damit das internationale Minamata-Übereinkommen zur Verringerung der Quecksilberemissionen um. Ein wichtiger Bestandteil dieser Verordnung ist die stufenweise Reduzierung bzw. Einstellung der Verwendung von Dentalamalgam, das zu 50 % aus Quecksilber besteht.

Bis zum 1. Juli 2019 sollte jeder Mitgliedstaat seinen Plan dazu vorlegen und dabei Maßnahmen festlegen, die noch über das bereits seit dem 1. Juli 2018 bestehende Verbot von Amalgam für Kinder unter 15 Jahren, Schwangere und stillende Frauen, hinausgehen.  

Nun hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, darauf hinzuwirken, den Einsatz von Amalgam auf unverzichtbare Spezialfälle zu beschränken. Dazu soll eine Kombination verschiedener Maßnahmen beitragen, die in Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren in der Gesundheitsversorgung durchgeführt werden.

Der Nationale Aktionsplan wird in diesem Jahr zum ersten Mal erstellt und soll in den Folgejahren periodisch aktualisiert werden.

Um die Verwendung von Amalgam zu senken, beabsichtigt die Bundesregierung dabei die Zahngesundheit durch Prävention generell zu verbessern und mehr über die Möglichkeiten der Behandlungen zu informieren. Die Senkung der Verwendung von Amalgam soll dann in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

„Es wurde weder ein Zeitpunkt für die Umsetzung der Ziele festgelegt, noch eine konkrete Maßnahme dafür beschlossen, wie man den Einsatz auf unverzichtbare Spezialfälle beschränken möchte.“, bemängelt Florian Schulze, Geschäftsführer der IG Umwelt Zahn Medizin. „Die Verwendung von Amalgam ist ein soziales Problem. Solange Patienten beim Zahnarzt zwischen kostenlosen Amalgam-Füllungen und oft teuren Alternativen entscheiden müssen, wird es auch eine Nachfrage geben“, so Schulze weiter. „Andere Länder wie Finnland, Irland oder der Slowakei, in denen Amalgam ab 2030 verboten wird, sind da fortschrittlicher und haben bereits beschlossen das Preisniveaus für Alternativen anzupassen. Mit den modernen und kostengünstigen Alternativen wäre das auch in Deutschland möglich.“ 

Dentalamalgam ist in der Europäischen Union die häufigste Einsatzform von Quecksilber. Seine Verwendung stellt eine erhebliche Umweltverschmutzungsquelle dar, auch wenn geltende nationale Vorschriften den Eintrag in Abwasser- und Gewässersysteme erheblich gesenkt haben. Nach Feststellung des Umweltbundesamtes wird die Umweltqualitätsnorm für Quecksilber an allen Messstellen in Oberflächengewässern überschritten. Sobald der Zahnarzt Amalgamfüllungen entfernt, müssen diese als hochgiftiger Sondermüll entsorgt werden.

Quelle: IG Umwelt Zahn Medizin

Foto: Tanapat Lek,jew – stock.adobe.com

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